nicht wirklich komisch: „Was ihr wollt“ am Deutschen Theater Berlin

Eigentlich ist das Stück eine Steilvorlage für Witz, Spürsinn, Komik, Erotik. Dazu noch dieses großartige Ensemble vom Deutschen Theater Berlin. „Was ihr wollt“ – Premiere am 27. Februar 2015 – „so wie es dem Regisseur gefällt“

Regie Stefan Pucher, Bühne Barbara Ehnes, Kostüme Annabelle Witt, Musik Christopher Uhe, Video Chris Kondek, Phillip Hohenwarter, Dramaturgie Juliane Koepp
Besetzung: Andreas Döhler (Orsino, Herzog von Illyrien / Antonio, Sebastians Begleiter), Katharina Marie Schubert (Viola (‚Cesario‘) / Sebastian), Christoph Franken (Sir Toby Rülps, Olivias Onkel), Bernd Moss (Sir Andrew Backenfahl, Sir Tobys Kumpan), Wolfram Koch (Malvolio, Olivias Haushofmeister), Margit Bendokat (Narr / Polizist), Susanne Wolff (Olivia, eine reiche Gräfin / Kapitän, Violas Begleiter), Anita Vulesica (Maria, Olivias Kammermädchen), Michael Mühlhaus (Musiker), Masha Qrella (Musiker)

Bilder © Frank Wesner

Best Exotic Marigold Hotel 2 – ab 02.04.2015 im Kino

Best Exotic Marigold Hotel 2 20150312 Kino - Plakat ab April 2Das Leben ist ein Abenteuer
Die Charaktere der Romanvorlage leben erneut auf. In der Fortsetzung „Best Exotic Marigold Hotel 2“ soll das Konzept des Altersruhesitzes auf eine zweite Departdance erweitert werden. Doch das Geld fehlt und ein Investor will heimlich jemanden schicken. Der jugendliche Hotelleiter, der dabei fast seine eigene Hochzeit riskiert, macht vieles falsch und bekommt kaum mit, was die andere, ältere Generation möchte: die will leben und ausprobieren.

Ein gelungener Film, der Mut macht. Aber große, beeindruckende Szenen fehlen. Dafür spielt ein ausgezeichnetes Spielerensemble die vielen Geschichtchen mit den bissig knappen Weisheiten. Das ist dann großes Kino.

Regie: John Madden; Drehbuch: Ol Parker; mit Judi Dench, Maggie Smith, Bill Nighy, Celia Imrie, Penelope Wilton, Ronald Pickup, Diana Hardcastle, Tena Desae, Dev Patel, Lillete Dubey, David Strathairn and Richard Gere

Best Exotic Marigold Hotel 2 20150312 Kino - englisches Banner

Big Eyes – ab 23. April 2015 im Kino

Big Eyes 20150423 Kino - Plakat mit Golden Globe GewinnNeugBig Eyes 20150423 Kino - Schriftzugquadratierige Blicke
Eine wahre Geschichte von traurigen Augen in leuchtenden Pastellfarben auf der Kinoleinwand eingefangen. Tim Burton überzeichnet nur in einer einzigen Szene und setzt ansonsten ein amerikanisches Sittenbild der 1960er Jahre um. Etwas erstaunlich. Aber es gelingt ein Portrait einer unterdrückten Frau, die sich in der Ehe nicht wert, dass ihr neuer Ehemann mit Verkaufstalent den ganzen Ruhm für die von ihr gemalten Bilder mit den großen Augen für sich beansprucht.
Prächtig erzählt und ganz klar auf das ungleiche Paar bezogen. Über die Gesellschaft rundherum wird etwas wenig skizziert – außer, dass Menschen Vermarktungsstrategien und Bildartikel auf den Leim gehen. Da wäre doch mehr drin gewesen, warum Kitsch mehr kann und die Menschen so positiv anspricht.
Amy Adams und Christoph Waltz lassen beide tief in die Nöte ihrer Figuren blicken, wodurch die 106 Minuten spannend bleiben.
Ein gelungener, fast dokumentarischer Film mit viel Emotionen, wenn auch ohne verstörende Ästhetik oder ohne beeindruckende Schlüsselszenen. Aber ein Blick durchs Schlüsselloch auf den undurchsichtigen Kunstmarkt.
„Die Augen sind die Fenster zur Seele“

Big Eyes 20150423 Kino - Banner

27.02.15 – 6 P

Toi.Toi.Toi heute zum Kurt-Weill-Fest 2015 nach Dessau, Straubing, München, Berlin, Meiningen, Leipzig und Wien.
In Dessau für das Kurt-Weill-Fest 2015 mit dem Eröffnungskonzert „Johnny Johnson“ im Anhaltischen Theater Dessau, in Straubing „Sunset Boulevard“ im Theater Am Hagen Straubing (Crazy Musical Company e.V.; Regie: Andreas Wiedermann, Musikalische Leitung: Martin Wutz, Choreographie: Annette Vogel; mit Stephanie Lorenz, Christian Schöne, Matthias Spandl, Hanna Turowski, Daniel Edenhofer u.a.), in München das neue „Applaus Applaus – Musical-Dinner“ im Theater Drehleier, in Berlin unlustige Premiere „Was ihr wollt“ im Deutschen Theater (Regie: Stefan Pucher), in Meiningen eine „Fledermaus“ (Regie: Joachim Schamberger), in Leipzig Auftakt zur Konzerttournee von Pia Douwes und Uwe Kröger, in Wien spielen neue Hauptdarsteller Cornelia Mooswalder & Vincent Bueno in „Mamma Mia!“ für eine kurze Zeit
und herzlichen Glückwunsch an die 83jährige Tanzpreispreisträgerin Georgette Tsinguirides (geboren am 27.02.1932), mit der ich die Ehre hatte, einmal zusammenzuarbeiten, und sie so wunderbar energetisch ansteckend war.

26.02.15 – 1 UA – 4 P – Kino

Toi.Toi.Toi heute doppelt nach Bremen und Berlin sowie nach Essen.
In Bremen Premiere „Im weißen Rössl“ im Theater am Goetheplatz (Regie: Sebastian Kreyer, Musikalische Leitung: Daniel Mayr), in Bremen Premiere „Höchste Zeit“ auf dem Theaterschiff (Regie: Karsten Engelhardt, mit Suzanne Andres, Annic-Barbara Fenske, Annette Mayer und Sema Mutlu), in Berlin Neu-Premiere „Breakin‘ Mozart“ im Wintergarten,
in Berlin Neu-Uraufführung „Macbeth. Nach Verdi“ im Studio der Neuköllner Oper ( https://alleseintheater.wordpress.com/2015/02/25/bilder-zu-macbeth-nach-verdi-urauffuhrung-26-februar-2015-im-studio-der-neukollner-oper-berlin ), in Berlin Beginn der Voraufführungen „Dummy Lab“ im Chamäleon und in Essen Tour-Neu-Premiere „Elisabeth“ im Colosseum (La Belle Musical / Semmel Concerts).

Heute Kinostart von „Als wir träumten“, „Stopping“ (Wege zur Meditation), „Asterix im Land der Götter“ (3D)
https://alleseintheater.wordpress.com/2015/02/20/als-wir-traumten-ab-26-februar-2015-im-kino/
https://alleseintheater.wordpress.com/2015/02/17/asterix-im-land-der-gotter-ab-26-februar-2015-im-kino/

Bilder zu: Macbeth. Nach Verdi. – Uraufführung 26. Februar 2015 im Studio der Neuköllner Oper Berlin

Was geschieht, wenn das blutige Dunkel der (Ohn)macht sich in so wunderbare Musik kleidet wie in Verdis Macbeth, das untersucht die junge Regisseurin Julia Lwowski und geht mit ihrem Team, drei Sängern und zwei Musikern auf eine bildreiche, expressive Reise.
 Macbeth - Nach Verdi 20150224 000 Neuköllner Oper Berlin - Studio (c) Frank Wesner_
Macbeth. Nach Verdi.
Uraufführung  26. Februar 2015 im Stud
io der Neuköllner Oper Berlin

Inszenierung/Fassung: Julia Lwowski
Arrangement/Musikalische Leitung: Nadezda Tseluykina
Bühne und Kostüm: Yassu Yabara
Dramaturgie/Fassung: Marion Meyer
Video: Franziska Kronfoth
Mit: Yuka Yanagihara, Rainer Scheerer, Franziska Kronfoth sowie Roman Lemberg, Nadezda Tseluykina

Bilder: © Frank Wesner

Cinderella – ab 12. März 2015 im Kino

Große GüteCINDE_003B_G_DEU-DE_84.1x118.9.indd

Disney versucht den Spagat zwischen Erwartungshaltung, Konformität und Zeitenwandel. Neben den zahlreichen Märchenverfilmungen durfte Kenneth Branagh sich auf die Suche nach den Motivationen der Figuren begeben. Das gelingt durchaus ausschweifend, wenn auch die schlussendliche Schuhprobe ganz ohne Zehen- oder Hacken-Abschneiden auskommt. Jeglicher Subtext und psychologischen Gleichnisse eines Märchens werden außen vor gelassen.
Dafür gibt es 105 Minuten moderne Opulenz und orientiert sich dabei optisch und inhaltlich an dem gleichnamigen Zeichentrickfilm von 1950. Jegliche Animationen von durchgängig erscheinenden (und nicht sprechenden) Mäusen fügen sich nahtlos in die Szenen ein. Damit es mächtig funkeln kann, wurden Grundlagen mit Swarowski-Kristallen fast überall geschaffen. Nicht nur die „bequemen“ Glaspöms strahlen im Licht. Dass das nicht ausschließlich animiert wurde, ist überraschend.
Cinderella 20150312 Kino - Schuh QuadratDie Darsteller spielen mit innerer Ruhe geradeaus die einfachen Konflikte. Die Auseinandersetzung Ella (Lily James) und Stiefmutter (Cate Blanchett) rückt in den Vordergrund. Warum aber die eher von der Welt entrückte Ella so fantastisch den Hoftanz mit Prinz Kit (Richard Madden) kann, wird dann aber doch nicht beantwortet. Sehr schade.
Dafür ist die klare Botschaft mehrfach deutlich ausgesprochen: „Have courage and be kind“ – „Habe Mut und sei herzlich“.
In Deutschland wächst die Jugend mit der „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“-Verfilmung auf, die teilweise im Schloss Moritzburg westlich von Dresden 1973 gedreht wurde. Nun diente der Dresdner Zwinger dem britschen Filmteam als Vorlage für die hauptsächlich animierte Schlossanlage und Fassade. Was für eine zauberhafte Verbindung.

Zum Film gibt es eine Wander-Ausstellung mit Kostümen und Requisiten etc. Die Premiere fand am 13. Februar 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin statt. Kinostart am 12. März 2015 einen Tag vor Amerika.

Cinderella 20150312 Kino - Banner

22.02.15 – 1 UA – Konzert

Toi.Toi.Toi heute nach München und Wien.
In München Uraufführung „Gefährliche Liebschaften“ vom Gärtnerplatztheater für 11x im Cuvilliéstheater (Musik von Marc Schubring, Buch und Liedtexte von Wolfgang Adenberg, Regie: Josef E. Köpplinger / Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz / Choreografie u. Co-Regie: Adam Cooper / Bühne: Rainer Sinell / Kostüme: Alfred Mayerhofer / Licht: Michael Heidinger & Josef E. Köpplinger / Dramaturgie: Michael Otto; mit Anna Montanaro, Armin Kahl, Julia Klotz, Anja Haeseli, Florian Peters, Gisela Ehrensperger, Carin Filipčić, Erwin Windegger, Anna Thorén, Nazide Aylin, Evita Komp u.a.) und morgens in Wien „Musical Meets Opera 6“ im Raimund Theater Wien.
Letztmalig in Berlin „Company & Friends“ (Musicalcompany in der Studiobühne Alte Feuerwache Friedrichshain) und in Hamburg „Villa Sonnenschein“ im Schmidt.

Bildergalerie zur Uraufführung Gefährliche Liebschaften am 22.02.2015

Ein neues deutsches, mindestens drittes Musical „Gefährliche Liebschaften“ hat seine Uraufführung am 22. Februar 2015 um 19.00 Uhr im Cuvilliéstheater München. Produziert wird das Auftragswerk (Musik von Marc Schubring, Buch und Liedtexte von Wolfgang Adenberg) vom Staatstheater am Gärtnerplatz mit einem eigens für die elf Vorstellungen engagiertes Musicalensemble. Intendant Josef E. Köpplinger inszeniert zusammen mit Choreograf und Co-Regisseur Adam Cooper. Die Musikalische Leitung hat Andreas Kowalewitz.

mit Anna Montanaro, Armin Kahl, Julia Klotz, Anja Haeseli, Florian Peters, Gisela Ehrensperger, Carin Filipčić, Erwin Windegger, Anna Thorén, Nazide Aylin, Evita Komp u.a.

Copyright der Bilder bei Frank Wesner

21.02.15 – 1 UA – 3 P – 1 ÜN

Toi.Toi.Toi heute nach Schwetzingen, Wien, St.Gallen, Osnabrück und Eisenach.
In Schwetzingen Uraufführung „Verbotene Früchte“ im Theater am Puls (P18-Musical von Michael Bellmann, Jürgen Ferber und Joerg Mohr, frei nach dem Roman „Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler; mit Marc Trojan und Julia Anna Friess), in Wien Premiere „Pariser Leben“ an der Volksoper, in St.Gallen „Flashdance“ (Regie: Matthias Davids, Ch: Nick Winston), in Osnabrück „Oliver“ im Haus der Jugend Osnabrück (Musical Amateurprojekt 2014/15, ML: Christian Tobias Müller), in Eisenach Übernahme „Der blaue Engel“ und leider letztmalig „Scottsboro Boys“ im Garrick Theatre London.

Hubert von Goisern – Brenna tuat’s schon lang – ab 23. April 2015 im Kino

Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang 20150423 Kino - PosterHubert von Goisern hat für sich den Alpenrock erfunden. Eine Rückschau auf das künstlerische Schaffen lässt den Menschen etwas außen vor und stellt nur zu Beginn erhellende Fragen zum Warum. Später wird die Rastlosigkeit und Suche nach neuem Ausdruck nur zur Lobhudelei. Für mich zu wenig interessant.

Anlass: „Spätestens seit Veröffentlichung seines Erfolgsalbums „EntwederUNDoder“ (2011) ist Hubert von Goisern nicht nur im Kreis der Alpenrock-Fangemeinde ein fixer Begriff. Mit seinen tiefsinnigen und kritischen Texten wurde er plötzlich auch in der Mitte der Gesellschaft gehört. Seine Hits haben Kult-Status erlangt – in seiner Heimat Österreich sowie auch im süddeutschen Raum. Seine persönliche und künstlerische Entwicklung zwischen den Höhepunkten seiner Karriere hingegen ist weitgehend unbekannt. Die Frage: „Was hat Hubert von Goisern eigentlich zwischen seinen großen Erfolgen – „Koa Hiatamadl“ und „Brenna tuats guat“ – gemacht?“ bildet den Ausgangspunkt für die Gesamtschau auf Goiserns aufregendes und singuläres Künstlerleben. Ein Musikfilm, der Heimat und Fremde sowie damals und heute auf einen Nenner bringt.“

Dokumentation und Musikerportait von Marcus H. Rosenmüller über und mit Hubert von Goisern

Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang 20150423 Kino - Banner

Dessau Dancers – ab 16. April 2015 im Kino

Dessau Dancers 20150416 Kino - Poster Dem Film liegt eine unglaubliche Dokumentation zu Grunde („Here we come“), wonach der US-Film „Beat Street“ wirklich in der DDR Mitte der 1980er Jahre eine Breakdance-Welle ausgelöst hat. Mit aller Energie und Technik wie in den USA, wenn auch unter schwierigeren Bedingungen.
Fiktive Charaktere (drei Schüler und ein Mädchen) wurden erfunden und probten ein dreiviertel Jahr authentische Stile. Doch die Umsetzung scheitert am Konzept und dem offensichtlich, sehr uncharmant fehlenden Geld: Die Drehorte und manche überhöhte Ausstattung lassen die Akteure unglaubwürdig erscheinen. Zudem drängt sich förmlich ein verklärter Wunschblick des Westens auf den versunkenen Osten auf. Hätte das nicht packender und glaubwürdiger sein können? Schade. Aber das Thema ist großartig und manche Ideen sind von den „Step Up“-Filmen abgeschaut.

Inhalt: „Dessau 1985: Durch den US-amerikanischen Film „Beat Street“ findet der Breakdance auch seinen Weg nach Dessau in die Deutsche Demokratische Republik. Der 18-jährige Frank und seine Freunde sind vom neuen Tanzstil vollkommen begeistert und gründen gleich ihre eigene Crew namens „Break Beaters“. Wie die „Rock Steady Crew“ und die „New York City Breakers“ im Film tanzen die Jungs auf der Straße. Doch das Treiben der neu gegründeten Tanzgruppe wird von der DDR-Führung mehr als nur kritisch beäugt. Die Partei will die neue Freizeitaktivität der Jugend kontrollieren und benennt fortan den neuen Tanzstil in „akrobatischen Schautanz“ um. Die Tänzer der „Break Beaters“ werden zudem auf Tour durch das ganze Land geschickt. Doch schon bald dämmert Frank, dass der dadurch entstandene Ruhm einen sehr hohen Preis hat… “

Regie: Jan Martin Scharf
Mit Sonja Gerhardt, Gordon Kämmerer, Oliver Konietzny, Wolfgang Stumph, Hilmar Eichhorn, Godehard Giese

(Szenenfoto vom Verleih)Dessau Dancers 20150416 Kino - Szene quer Next-Wave-Dessau-Dancers-620x268

20.02.15 – 3 P

Toi.Toi.Toi heute nach Halle und mehrfach nach Berlin.
In Halle Premiere „Fame“ am Thalia Theater (!, Regie: Matthias Brenner) und in Berlin für 3 Mal: ein Best-of-Programm „Company & Friends“ (Musicalcompany in der Studiobühne Alte Feuerwache Friedrichshain), Premiere „GWSW Folge 96 Mädelsabend“ im Prime Time Theater und wieder da nach Berlinale-Pause: „Hinterm Horizont“ im Theater am Potsdamer Platz (Wer spielt jetzt eigentlich Steve?).
Erinnert sei heute an Mary „Rotkäppchen“ Harper.

Als wir träumten – ab 26. Februar 2015 im Kino

Als wir träumten 20150226 Kino - PosterLeipzig vor und kurz nach Wende athmosphärisch von Andreas Dresen eingefangen. Wolfgang Kohlhaase schrieb eine interessante, merkbare Romanadaption. Jugend ohne Ziele, Zukunft oder Persepktiven. Sehr deprimierend, aber realitätsnah und mit viel Brutalität. Und etwas zu viel Alkohol, Drogen, Schlägereien und Extremisten.
Großartig fand ich, dass die Fragen nach Sinn und Sinnlosigkeit von einem der Jugendlichen gestellt wird. Zwar nicht berührend – wie auch – aber beeindruckend.
Mit einem fantastischen Spielerensemble.

Inhalt: „Eine Leipziger Jungenclique in der frühen Nachwendezeit: Dani, Rico, Mark und Paul probieren sich aus in der neuen Zeit nach der Wende und dem Ende der DDR. Sie klauen Autos, probieren Drogen und gründen ihre eigene Diskothek – einen Techno-Club. Auseinandersetzungen mit glatzköpfigen Neonazis, Ricos Hoffnung auf eine Boxkarriere und Danis Sehnsucht nach der großen Liebe zu Sternchen werden zu einem Weg ins große Scheitern.“

Regie: Andreas Dresen, Drehbuchautor: Wolfgang Kohlhaase, Buchvorlage: Clemens Meyer
mit Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joel Basman, Marcel Heuperman, Ruby O. Fee, Pit Bukowski, Gerdy Zint, Peter Schneider

Als wir träumten 20150226 Kino - Banner

Tod den Hippies – Es lebe der Punk! – ab 26. März 2015 im Kino

Soll dTod den Hippies - Es lebe der Punk! 20150326 Kino - Posteras Komödie, Provokation oder einfach nur ein schlechter Film sein? Zugegeben das Schauspielerensemble ist erlesen und durchaus beeindruckend (vor allem Tom Schilling). Aber hat der Regisseur Oskar Roehler fragen an das Underground des 1980er West-Berlins oder findet er Drogen, Alkohol und Exzesse einfach nur toll. Will er die Zeit zurück haben? Hat er eine Meinung oder Distanz zu der Zeit? Oder sollte er der Filmförderung schnell das viele ausgegebene Geld zurückgeben?

Inhalt: „Berlin. 80er Jahre, vor Fall der Mauer. Die Insel der Glückseligkeit – alles ist möglich: Hippies, Rock `n Roll und vor allem Punk. Der junge Robert (Tom Schilling) flieht aus der Muffigkeit der Kleinstadt und vor dem Hippie-Wahn seiner Lehrer, rein in die Welt der Freiheit, des Sexes, der Drogen und der schrägen Gestalten, eben nach West-Berlin. Eine Momentaufnahme im West-Berlin der beginnenden 1980er Jahre: Inseldasein, Mauerstadt, Subkultur, Kalter Krieg.“
Regie: Oskar Roehler
Mit Tom Schilling, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Emilia Schüle, Frederick Lau, Hannelore Hoger, Samuel Finzi u.a.Tod den Hippies - Es lebe der Punk! 20150326 Kino - Banner

Eine neue Freundin (Une nouvelle amie) – ab 26. März 2015 im Kino

neue Freundin, Eine 20150326 Kino - Poster deutschEin packender, spannender Film von Beginn bis zum Schluss. Er wirft Fragen zu Facetten von Sexualität großartig auf. Um am Schluss auch noch das heutige Familienbild komplett über den Haufen zu werfen. Verstörend, provozierend, grandios besetzt und einfach ein MUSS.

Zitat: „Laura (Isild Le Besco) stirbt in jungen Jahren an einer tragischen Krankheit und hinterlässt eine kleine Tochter namens Lucie und ihren am Boden zerstörten Ehemann David (Romain Duris). Lauras bestürzte beste Freundin Claire (Anaïs Demoustier) macht es sich daraufhin zur Aufgabe, dem Witwer in der Trauerphase beizustehen und ihn auch bei seinen Vaterpflichten tatkräftig zu unterstützen. David selbst hingegen versucht, die plötzliche Abwesenheit von Lucies Mutter zu kompensieren, indem er seine feminine Seiten entfaltet, die er sein Leben lang vor der Außenwelt versteckt gehalten hatte. Als Claire diesen plötzlichen inneren wie äußeren Wandel Davids mitbekommt, ist sie zuerst schockiert. Doch ihr wachsendes Interesse an seinem Geheimnis lässt die neue Situation bald immer vertrauter werden…“

neue Freundin, Eine 20150326 Kino - Banner

19.02.15 – 5x Kino

Mitten in (m)einem Kino-Marathon heute ein Kinostart-Marathon mit „Into the Woods“ (Träumchen von einem Märchen), „JACKY IM KÖNIGREICH DER FRAUEN“ (verschleierte Männer und politisch unkorrekt), „Whiplash“ (Musikfilm, will ich sehen), „Selma“ (wohl großes Kino mit einem prämierten Lied) und „SPONGEBOB SCHWAMMKOPF 3D“ (kenn ich noch nicht).

siehe auch https://alleseintheater.wordpress.com/2015/01/05/im-kino-st-vincent-ab-8-1-und-jacky-im-konigreich-der-frauen-ab-19-2-2015/

Fifty Shades of Grey – ab 12. Februar 2015 im Kino – warum zum Valentinstag?

Die süßeste Behauptung: glatt und galant

Fifty Shades of Grey 20150212 Kino - Plakat Valentinstag Worauf gründet sich der Erfolg von Mr. Grey? Er kennt die Menschen und weiß, was sie motiviert. Ein dreiteiliger Roman nun als geheimnisvolle, im Vorfeld streng geheimgehaltene Verfilmung. Denn alles was darüber vor Kinostart erscheint, ist komplett ausgedacht oder von Marketingexperten forciert.

Denn „Fifty Shades of Grey“ ist einer der langweiligsten Filme ever. Da ist das Sinken der Titanic spannender, denn da passiert auch was die ganze Zeit über. Hier ist die Ausgangslage klar: er will sie dominieren, ins Bett bekommen und per Vertrag zum Schweigen über sexuelle Spielchen zwingen. Sie ist so uninteressant eindimensional und will doch nur mit einem Mann reden, ihn umdrehen und obendrein Romantik. Also warten auf die Soft-Sex-Szenen die fantastisch ausgeleuchtet sind. Doch das ist schon zu perfekt, um den Eindruck zu vertuschen, dass das da mächtig mit einigen herumstehenden Menschen gefilmt wurde. Nun sind heutzutage aber Dokumentationen, durchaus auch Fernsehen und vor allem das Internet freizügiger, direkter, informativer. Wer braucht da noch so einen langweiligen Film?

Dakota JohFifty Shades of Grey 20150212 Kino - Titel Quadratnson gibt die jobbende Studentin Anastasia Steele passiv und ohne Motivation. Zwischentöne? Jedenfalls lässt sie Jamie Dornan als Christian Grey nicht nur an ihr Höschen ran. Der Konzernchef mit kaum Assistenten und viel planbarer Freizeit (Was ist denn das für ein Blödsinn?) gänzlich ohne markanten Bart (Ansatz zum Vollbart ist nicht zu übersehen) und mit zwei unterschiedlichen Augenformen plus Augenringen. Nun ja. Jedenfalls hat er immer Zeit, ein Spielzimmer und ansonsten keine Lust auf Nähe.

Spannend sind nur die allerletzten drei Minuten, wenn sie „nein“ sagt und geht. Da passiert etwas mit den Figuren. Davor mit nichten fesselnd und nur Grau(en).Fifty Shades of Grey 20150212 Kino - Banner

Bilder zur Uraufführung „der die mann“ an der Volksbühne Berlin am 18. Februar 2015

der die mann – Uraufführung von Herbert Fritsch

Das knallbunte Herbert Fritsch Universum dreht sich wieder und ist hauptsächlich für Interessierte legendär. Jetzt gibt es eine Neuauflage mit der Uraufführung „der die mann“ an der Volksbühne Berlin am 18. Februar 2015

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“Während seiner Zeit als Schauspieler, als Mitglied in Frank Castorfs Ensemble an der Volksbühne, entwickelte Herbert Fritsch Solo-Theaterabende zu Konrad Bayer, einem Vertreter der Wiener Gruppe, die sich in den 1950er Jahren in Wien als ein Kreis experimenteller Literaten gründete. Fritsch liebt Bayer, den Humor und die barocke Verschnörkelung, und die Texte Bayers scheinen Schauspieler, wie Herbert Fritsch sie liebt, zu brauchen. Im taufrischen neuen Jahr 2015 wird Fritsch die Texte Bayers für und mit seinem Ensemble in seinem Bühnenraum und mit 4 Musikern, geführt von Ingo Günther, inszenieren. … Auf die Musik in den Texten wird er größten Wert legen. Text ist Musik ist Rhythmus, pflegt Herbert Fritsch zu sagen, und in diesem Sinne werden die Texte von Konrad Bayer durchdrungen.” (Text vom Theater)

Uraufführung „der die mann“ an der Volksbühne Berlin am 18. Februar 2015Regie & Bühne: Herbert Fritsch / Kostüme: Victoria Behr / Licht: Torsten König / Musikalische Leitung: Ingo Günther / Dramaturgie: Sabrina ZwachMit: Florian Anderer, Jan Bluthardt, Werner Eng, Annika Meier, Ruth Rosenfeld, Axel Wandtke, Hubert Wild, Ingo Günther (dasderdiemannorchester), Michael Rowalska (dasderdiemannorchester), Taiko Saito (dasderdiemannorchester) und Fabrizio Tentoni (dasderdiemannorchester)

Asterix im Land der Götter – ab 26. Februar 2015 im Kino

WelchAsterix im Land der Götter 20150226 Kino - Plakat ein Triumph der Franzosen! Die erste 3D-Animation von Asterix & Co ist von der ersten Szene an ein grandioser Film. Er ist witzig, temporeich, intelligent und voller böser Gesellschaftskritik.

Worum geht es? Cäsar will unter den üblichen Schwierigkeiten vor der Tür des gallischen Runddorfes eine römische Trabantenstadt bauen, in die zunächst aber kein Römer will. Politischer Ungehorsam herrscht selbst in der Armee und bei den Sklaven, denen die Freiheit nur Verschlechterung bringt.

Doch dann machen die Gallier mit den neuen Nachbarn ein riesen Konsumgeschäft und ziehen sogar freiwillig zu ihren Kunden in den Betonklotz. Doch Familie und echte Gemeinschaft beweist sich wiedermal – auch Dank frischen Zaubertranks – noch im richtigen, letzten Moment.

Das macht Spaß, Laune, zum Schreien komisch und immer wieder überraschend. Für Jung und Junggebliebene eine Muss!Asterix im Land der Götter 20150226 Kino - Banner

Leviathan – ab 12. März 2015 im Kino

Ich bLeviathan 20150312 Kino - deutsches Plakatrauch quälend lange Einstellungen und Diloge nicht. Geschweige denn redundante Szenen. Eigentlich ist „Leviathan“ langweilig, wenn er nicht so eine klare Aussage hätte. Das Zerbrechen des Individuums in einem korrupten, gewaltätigen Umfeld. Dass dabei das aktuelle Russland samt kirchlichen Einfluss zitiert wird, ist nur als Beispiel zu sehen.

Vielleicht könnte auch auf das hemmungslose Besaufen, was alle ganz normal finden, auch etwas verzichtet werden und der Film auf eine knackige Hälfte gekürzt werden. Eigentlich sind heutzutage Dokumenationen spannender.

Viel Glück bei den Leviathan 20150312 Kino - querAuslandsoscars. Bedauerlich ist auch, dass man Bibel fest sein muss für die Gleichnisse mit Leviathan und Hiob, um die Zielrichtung des Films zu verstehen. Doch da zielt auch eine der Kritiken ja hin …

Regie: Andrei Swjaginzew / Drehbuch: Andrei Swjaginzew, Oleg Negin / Musik: Philip Glass / Kamera Michail Kritschman / Schnitt Anna Mass
Besetzung: Alexej Serebrjakow, Jelena Ljadowa, Sergej Pochodajew, Wladimir Wdowitschenkow, Roman Madjanow u.a.

14.02.15 – 6 P – 1 WA

Toi.Toi.Toi heute nach Baden, Nürnberg, Magdeburg, Krefeld, Hof, Dortmund und Berlin.
In Baden Premiere „Das Lächeln einer Sommernacht – A Little Night Music“ im Stadttheater Baden (14. Februar – 29. März 2015; statt Robert Herzl nun Regie: Alexandra Frankmann-Koepp; nun mit Patricia Nessy, Jens Janke, Eva Serrarens sowie Lukas Perman, einer wunderbaren Kerstin Ibald, einer berührenden Karin Pagmar und einer beeindruckenden Katharina Dorian), in Nürnberg „Singin‘ in the Rain“ im Opernhaus (ebenfalls eine inszenierende Choreographin: Melissa King, mit Gaines Hall, Sophie Berner, Robin Poell, Filipina Henoch), in Magdeburg „Crazy for You“ im Opernhaus (in Deutsch!!! Regie: Erik Petersen, Musikalische Leitung: Hermann Dukek, Choreografie: Kati Farkas, mit Dirk Weiler, Bettina Mönch, Markus Liske), in Krefeld Übernahmepremiere aus Münster von „Das Geheimnis des Edwin Drood“ im Theater Krefeld (Regie: Karl Absenger, Musikalische Leitung: Andreas Fellner, Bühne und Kostüme: Karin Fritz, Choreografie: Teresa Rotemberg), in Hof „The Rocky Horror Show“ (Regie: Reinhardt Friese, Choreographie: Stephan Brauer; Riff-Raff: Chris Murray, Dr. Frank’n’Furter: Léon van Leeuwenberg), in Dortmund Ballettpremiere „Drei Streifen: Tanz“ im Opernhaus (Choreographien von Benjamin Millepied, Demis Volpi und Jirí Bubeníček „Das Piano“), in Berlin Wiederaufnahme „Orpheus“ an der Komischen Oper (das einzige empfehlenswerte von der Triologie) und letztmalig im PrimeTimeTheater „GWSW Flirtschule“.

13.02.15 – 1 UA – 6 P

Toi.Toi.Toi heute nach Innsbruck (ZWEI(!)-Personen-Stück), Wien, Gera, Gelsenkirchen, Berlin und Stuttgart. In Innsbruck ist die Uraufführung „Becoming Barbra – Warten auf Streisand“ in den Kammerspielen (Von und mit Dale Albright), in Wien Premiere als „Schlagzeug im Kopf“ im Renaissancetheater (UA war im Grips als „Die Faxen dicke“; Theater der Jugend; Musik & Lieder: Thomas Zaufke; Regie: Frank Panhans), in Hamburg Studenten-Premiere „Godspell“ der Joop van den Ende Academy auf der Studiobühne New York, in Gera Premiere „Die schöne Helena“ im Großen Haus (Fassung von Peter Hacks; Regie: Deborah Epstein), in Gelsenkirchen „Heute Abend: Lola Blau“  im Kleinen Haus vom Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (mit Christa Platzer), in Berlin Ballett-Premiere „Dornröschen“ (Regie und Choreographie: Nacho Duato) und in Stuttgart Premiere „PARTICLES“ – musikalisch – artistisch – tänzerisch (Friedrichsbau Varieté Stuttgart, Siemensstraße 15, 70469 Stuttgart). Die Musik aus der Feder von Steffen Wick und Simon Detel wurde zum großen Teil eigens für diese besondere Varieté-Show geschrieben. Weitere Kompositionen aus ihrem ausgezeichneten Projekt „Piano Particles“ wurden dem musikalischen Gesamtkonzept angepasst. Zusammen mit einem Streichquartett stehen die beiden Klangkünstler zu jeder Vorstellung von „Particles“ live auf der Bühne.

12.02.15 – 1 P – Kino

Toi.Toi.Toi heute nach Datteln und ins Kino!
In Datteln Premiere an WEIBERFASTNACHT von „Heiße Zeiten – Wechseljahre!“ im KATiELLi Theater (Regie: Katharina Koch & Bernd Julius Arends, mit Natascha Nicoline Balzat, Dagmar Gelbke, Wiebke Wötzel, Rosaly Oberste-Beulmann) und um die Ecke in Oberhausen letztmalig (vorerst) „Sister Act“ im Metronom Theater.
Kinostart des WUNDERBAREN und EMPEHLENSWERTEN „Manolo und das Buch des Lebens“ (OT: The Book of Life, Animation mit Musik und Liedern) und auch „Fifty Shades of Grey“ (hat das wer gesehen?)

08.02.15

Toi.Toi.Toi den zukünftigen Preisträgern und viel Erfolg für die letzten Vorstellungen in Berlin und München.
Letztmalig in Berlin „Peter Pan“ im Wintergarten (nach Verlängerung im Januar und Februar während Magical Mystery Show) und in München „Cinderella“ vom Gärtnerplatztheater in der Reithalle.
Im Londoner Royal Opera House gibt es Preise bei der BAFTA Verleihung. Wer wird berichten?

Das Lächeln des Barrakuda – Premiere im Schlosspark Theater Berlin am 7. Februar 2015

Lächeln des Barrakuda, Das 20150702 211 Schlosspark Theater Berlin (c) Frank Wesner_ - Weisgerber, Vilar, Gebauer_Ein spitzfindiger, böser Schlagabtausch für zwei Darsteller ist „Das Lächeln des Barrakuda“ von Esther Vilar. US-Präsidenten-Anwärter und Anwältin-Ehefrau haben nach Aufdeckung seiner längst beendeten, Jahre langen Affäre ein klärendes Rededuell. Wer nutzt wen schamlos für die eigenen Ziele aus? Wunderbar, dass nie klar wird, wer den Stein ins Rollen gebracht hat. Ein gutes Stück, was aber noch ganz auf Treue als fester Bestandteil der Ehe setzt.

EleonorLächeln des Barrakuda, Das 20150702 223 Schlosspark Theater Berlin (c) Frank Wesner_e Weisgerber ist so richtig richtig gut. Spannend, überraschend, entdeckend, omnipräsent, gefährlich – der Stücktitel spielt darauf an (und leider wurde daraus weiter nichts gemacht – nur erklärt). Ulrich Gebauer als Politiker in der Falle ist etwas zu gefällig und berechenbar. Aber doch eigentlich nicht – oder?

Regisseur Thomas Schendel inszeniert das Duell vom Blatt. Schade. Das ist zu wenig. Gerade für einen Schauspieler wie ihn. Was passierte bevor die Ehefrau die Bühne betritt? Hat sie den Plan erst später oder vielleicht längst schon gefasst? Mehr irritierende bzw. verleitende Zwischentöne täten gut. Zum Glück spielten Religionen keine Rolle – weil sie keine Bedeutung zum Thema um Machtergreifung haben.
Lächeln des Barrakuda, Das 20150702 200 Schlosspark Theater Berlin (c) Frank Wesner_ - alle_Ausstatter Daria Kornysheva und Hendrik Scheel hätten mehr Fantasie haben können. Kostüme von der Stange ohne Pfiff und eine belanglose Sitzgruppe als Zimmer. Wer da mehr Macht und Money möglich gewesen? Und die Einspieler mit Oliver Mommsen und Navina Heyne sind reine Projektionen in einem multifunktionalen High-Class-5-Sterne-Plus Hotel. Nun ja.

Das Rededuell um Macht und Ziele macht Spaß, könnte aber subtiler, noch gefährlicher sein. Eleonore Weisgerber war großartig.

07.02.15 – 2 UA – 4 P – 1 WA – 1 Solo

Toi.Toi.Toi nach Wiesbaden, Hildesheim, Flensburg, Karlsruhe, Hamburg, Schwerin und zwei Mal nach Berlin!
In Wiesbaden gibt Jan-Philipp Rekeszus sein Solokonzert, in Hildesheim Premiere „Otello darf nicht platzen – das Musical“ (Regie: Jörg Gade), in Flensburg „Sunset Boulevard“ am Stadttheater (Regie: Markus Hertel, Musikalische Leitung: Stefan Diederich, Choreografie: Katharina Torwesten; Norma Desmond: Svitlana Slyvia, Joe Gillis: Nicholas Shannon),
in Karlsruhe Uraufführung „Singleparty“ im K2 (von & Regie: Ingmar Otto; bis 3.4.), in Hamburg Uraufführung „Der Hutmacher“ im Kellertheater (Amateur-Ensemble des Aelita-Musiktheaters, Musik & Musikal. Leitung: Manfred Domidian, Buch: Sabine Nehmzow, Regie: Annika Bauer & Sabine Nehmzow), in Berlin Premiere „Das Lächeln des Barrakuda“ im Schlosspark-Theater und vom Grips „Der Kreidekreis“ im Podewil (Schauspieler und Kinder; Regie Robert Neumann).
In Schwerin Wiederaufnahme „Rocky Horror Show“ und letztmalig in München (die dortige Erstaufführung!(liebe Uni)) von „The Drowsy Chaperone“ im Spectaculum mundi und die Cabaret-Tournee vom Grenzlandtheater Aachen geht zu Ende.

06.02.15 – 2 P

Toi.Toi.Toi heute nach Landshut und Berlin.
In Landshut Premiere „La Cage aux Folles“ am Landestheater Niederbayern (Regie: Stefan Tilch, Musikalische Leitung: Basil H. E. Coleman, Bühnen- und Kostümbild: Charles Cusick Smith & Philip Ronald Daniels, Choreographie: Jonathan Lunn) und in Berlin Premiere (des vierten) „Don Giovanni“ an der Hauptstadtoper in Friedrichshain.

Februar-Musical-Premieren im Spiegel der Presse

Dank von Umzügen von Großproduktionen und oft der späten Bekanntgabe des genauen Termins und einiger freier Produzenten kommen ja immer noch Premierendaten hinzu.
Ansonsten stelle ich in ZWEI Medien wieder Missstände fest. Warum merke ich sowas? Ich habe sowas von keinem Redaktionsteam hinter mir. Was die Gegenfragen erneut provoziert: Wer darf denn da ran? Wer recherchiert und kontrolliert denn dort?
Die Musicalzentrale präsentiert für Februar 29 Premieren (inkl. 4 Konzerte) in DACH + 9 in London = 38 muz-Premieren im Februar inklusive 4 Konzertprogrammen. Quote 93%.
Ich habe nur 2 weitere Premieren –> 27 Neuinszenierungen im Februar in DACH (plus ein weiteres Best Of-Programm).
Und hier die erschreckenden Fakten: Die Blickpunkt Musical sammelte für Februar und März zusammen ganze 33 Einträge inklusive einer Wiederaufnahme und einer Falschmeldung. Macht 31 für 2 Monate. Da mehr als 40 Musicals in der Liste fehlen, macht das eine Quote von 46 PROZENT (31 von 27+40).
Die Zeitschrift musicals ist ebenfalls erstaunlich schlecht bzw. hinter den früheren Rechercheergebnissen: 44 Premieren werden genannt, was eine magere Quote von 65% macht. Fazit: Hier sind die Zeitschriften ihre Glaubwürdigheit den Lesern schuldig.
Mal sehen, was diesen Monat noch so alles Premiere hat. Jeder weitere Premierentermin verschlechtert die Quoten ebenfalls.
Immer her mit den Terminen!

05.02.15 – 2 P – Kino

Toi.Toi.Toi heute nach Hamburg und Oberhausen.
In Hamburg Premiere „Comeback!“ im monsun theater Hamburg (von Maximilian Reeg, Steffen Lukas, Tobias Künzel, Regie: Lea Fischer, Choreographie: Julie Pecquet, Musikal. Leitung: Ludger Nowak; mit Ulrich Allroggen, Dominique Aref u.a. – leider nirgends wirklich zu lesen, wer spielt) und in Oberhausen „Eine Sommernacht“ in der Bar vom Theater mit 2 Darstellern und 3 Musikern (Regie: Nina de la Parra, Dramaturgie: Rüdiger Bering).
Zudem in Leipzig Richtfest Neubau Musikalische Komödie im neuen Funktionsgebäude der Musikalischen Komödie und in Berlin Start der BERLINALE 5.-15.2.2015.
Heute auch Kinostart „Guten Tag, Ramón“ (guter Film, besonders Ingeborg Schöner) und „Foxcatcher“.

es war am 5. Februar

vor genau 20 Jahren: 1995: die letzte Vorstellung von „Into the Woods“ („Ab in den Wald“) an der Staatsoperette Dresden, Premieren waren am 18./19. Juni 1993; Ostdeutsche Erstaufführung – und zum ersten Mal gesehen, ganz spontan, ganz neugierig, gänzlich unvergessen (wie beispielsweise Rotkäppchen Mary Harper, mit der ich „Evita“ machen durfte). Regie führte Sängerdarsteller Wolf-Dieter Gööck
Mit dabei waren Ulrike Buhlmann, Wolfgang Dosch, Silke Fröde, Doris Geyer, Heiner Große, Mary Harper, Uwe Kirsten, Dirk Lohr, Hilmar Meier, Gottfried Neumann, Jutta Richter-Merz, Yvonne Ritz Andersen, Gabriele Rösel, Maltus Schettler, Sabine Schmidt-Kirchner, Eva-Bettina Schöniger, Helga Schulze-Margraf, Michael Seeboth, Manuela Sieber, Gabriele Stern, Carmen Weber, Bettina Weichert und als Erzähler bzw. geheimnisvoller Mann: Heinz Zimmer und Joachim Zschocke.
Leider habe ich im Internet keinerlei Beiträge zum Verlinken gefunden…

Vor 16 Jahren war Uraufführung „Geschwister Pfister – The Voice of Snow White“ im Hebbel Theater, Berlin-Kreuzberg (05.02.1999 – jaja), vor 12 Jahren der Doppelabend „Die Magd als Herrin / Pimpinone“ auf der Studiobühne vom Eduard-von-Winterstein-Theater – Annaberg (05.02.2003 – ach ja), vor 3 Jahren Uraufführung „Bennets Abenteuer beginnt“ im Estrel, Berlin-Neukölln (05.02.2012 – jaja) und vor 2 Jahren „A Chorus Line“ im Palladium London (05.02.2013 – oh ja).

Uraufführung „Grimm!“ an der Oper Graz am 7. Dezember 2014

Grimm! oder die wahre Wirklichkeit knallhart

Das Auftragswerk an das AutorGrimm_Die_wahre_Geschichte_von_Rotkappchen_und_ihrem_Wolf_2014_Graz_Next_Liberty_-_Logoenduo Zaufke/Lund enthüllt nicht nur die wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf. In „Grimm!“ erfahren die großen und kleinen Zuschauer, wie die Märchen erfunden werden und dabei gilt: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann LÜGEN sie noch heute.“

Die Märchenadaption über das Zusammenleben in der Bauernhofdemokratie gegenüber den Freigeistern im Wald erweist sich als hochmoralische Rundumabrechnung mit unserer scheinheiligen, mutlosen Gesellschaft. Die Texte werden beinahe zu politischem Kabarett. Aber immer noch so, dass die Kinder ihren Spaß und die Botschaften verstehen. Aber ob die Erwachsenen mitkommen? Ich befürchte fast, dass die Erziehenden die Themen wie Zusammenleben mit anderen, sinnfreies Ausgrenzen, zwischen den Zeilen lesen, Zivilcourage … gar nicht entschlüsseln.

Eingepackt ist die verwirrende, mit Erwartungshaltungen spielende Handlung in verschachtelte Rahmenhandlungen nach dem Motto: „Es war einmal“. Dazu gibt es viele tanzbare Melodien, die in große Tanznummern mit Tango oder auch Walzer gipfeln. Broadway pur – inklusive Jazz-Hände.

Regisseur Helge Stradner gelingt eine flotte Inszenierung mit viel Spaß für groß und klein – da helfen die unterschiedlichen Bewegungsmuster der menschlichen Tiere besonders. Benjamin Rufin formt das zu großen Tanznummern, wo aber gerade zu den beiden Beginnen aber irgendwie die Autoren nichts wirkliches vorgesehen haben. Musikalisch von einer 6er Band begleitet aus dem verkleinerten Orchestergraben (Leitung: Maurizio Nobili).

Vor allem für Rotkäppchen, die lieber mit Dorothea angesprochen werden möchte und wird, ist das Spiel ein Starvehikel. Aber eben auch durch Sigrid Spörks überragenden Einsatz als freches Mädchen, was neugierig ist und etwas verändern möchte.

Und immer die Frage, wer denn gut oder böse ist. Denn der junge Wolf mit Namen Grimm gehört definitiv zu den Guten. Christof Messner gestaltet ihn mit vielen Facetten, was spannend und berührend ist. Jutta Panzenböck spielt so wunderbar unterschiedlich ihre zwei Rollen als alleinerziehend überforderte Gisela Geiß und als coole Großmutter Eule. Wunderbar vielschichtig auch Florian Stanek als verschmitzter Hund Rex, der junge Jäger und Sohn von Sultan.Grimm_Die_wahre_Geschichte_von_Rotkappchen_und_ihrem_Wolf_2014_Graz_Next_Liberty_-_ausen_c_Frank_Wesner_

Eleftherios-Vinzenz Chladt spielt sowohl ein verwirrtes Hausschwein wie auch ein verliebtes Wildschwein, in das sich ausgerechnet Schweinchen Dicklinde (Alisca Baumann) glaubhaft verguckt hat. Beide lernen für ihre Liebe zu kämpfen. János Mischuretz gibt das Schlauberger-Schweinchen, der mit Wissen Macht an sich reißt, was die anderen gar nicht recht durchschauen (wollen). Franz Gollner spielt mit viel Körperlichkeit den alten Hofhund Sultan, dem so manche Zivilcourage abhanden gekommen ist/war. Und dann muss er sich doch noch seiner unaufgearbeiteten Vergangenheit stellen… Die Geißlein kommen von der Grazer Singschul. Keine der Figuren verrät auch nur ansatzweise seine – teilweise dunklen – Geheimnisse zu früh. So müssen in einem Märchenmusical alle Figuren wieder neu lernen, miteinander friedlich zusammenzuleben. „Kind, du willst ein Happy End? Aber das hier ist die Realität!“

Eine Art von Kabarettmusical voller Wortwitz und Gesellschaftskritik mit vielen unterschiedlichen Tanzrhythmen. Märchen neu erzählt – vor jeweils mehr als 1000 Zuschauern pro Vorstellung in Graz. Die deutsche Erstaufführung am 19. März 2015 an der Neuköllner Oper Berlin mit den Musicalstudenten der Universität der Künste in der Regie von Autor Peter Lund ist schon bald eine andere wahre Wirklichkeit.

(c) Frank Wesner

Grimm! Die wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf 2014 Graz Next Liberty - Banner

Uraufführung „Alma und das Genie“ in Berlin

Wer ist hier eigentlich das Genie?

Eigentlich ist Alma Schindler, liierte Mahler, Werfel, Gropius etc., ein Genie. Denn 50 Jahre nach ihrem Ableben nimmt sie sich frei bei ihrem aktuellen Liebhaber – Gott gibt es wirklich und ruft zwischendurch an! – und lässt sich in einer Talkshow ein Denkmal setzen. Jedenfalls versucht sie es. Denn der musizierende Moderator stellt unbequeme Fragen, hat ständig biografische Lieder auf Lager und ist in seinen Gast verliebt. Das wird ein chronologischer Rundumschlag auf das Wirken der Künstlerfrau, die von 1879 bis 1964 lebte.

Tom van Hasselt, den ich gerne einmal mehr den Georg-Kreisler-des-Jahrzehnts bezeichne, hat einen neuen, verwirrenden Spaß ersonnen, in dem das Spiel mit dem Spiel seine Demaskierung erfährt und der Zuschauer nebenbei extrem neugierig gemacht wird auf die Frau hinter den vielen Männern.

Nini Stadlmann ist die kongeniale Muse der Stammzellformation, die im breiten Dialekt selbst noch vom Moderator gelangweilt einfach spannend und präsent ist. Und das grandiose: beide erleben immer neue, überraschende Situationen in einer ansonsten extrem sparsamen Anordnung: Ein Flügel, ein Jugendstilbarhocker, zwei Mikrofone. Einzig für das Kostüm der Alma Mahler-Werfel hätte ich mir mehr Idee und Witz gewünscht. Aber diese Texte, diese Spitzen und der Wortwitz lassen rein gar nichts vermissen. Wunderbare Lieder sind dabei, die ganz eigenständig sind und präsentiert werden können (wie das Weihnachtslied). Als Steigerung dann einen gesungenen Stepptanz!

Nach der Uraufführung von „Alma und das Genie“ im Spiegelsaalfoyer des Theater des Westens Berlin ist die neue, sechste Produktion der Stammzellformation, nach “Dr. Ich”, “Mamma Macchiato”, “Drei”, “Der Tod und die Mädchen”, “Die Drei von der Stammzelle”, noch im Zebrano-Theater am Berliner Ostkreuz und im Maschinenhaus der Kulturbrauerei zu sehen. Aber vielleicht überredet Alma ihren Gott doch zu noch Größerem berufen zu sein und setzt sich ein Denkmal!

Jupiter Ascending – ab 5. März 2015 im Kino

Jupiter Ascending 20150205 Kino - KinoposterDa hat sich einer der ersten Anwärter auf den schlechtesten Film 2015 schon vorgestellt: Der überaus amerikanische Blogbuster „Jupiter Ascending“ über eine extrem düstere Zukunft, in der Außerirdische die Erde als Farm zum Absaugen der menschlichen Energie betreiben. Soll das eine versteckte Wachstumskritik sein, auf was die Menschen so alles veranstalten? Wenn der Film eine Botschaft oder ein Anliegen hat, dann versteckt es sehr geschickt.
Ansonsten sind Lebensformen generell hörig und gleichgeschaltet und allmächtigen Königshäusern untergeordnet. Diese kreieren Leben und erlauben sich auch, es dann nach belieben wieder zu vernichten. Es geht um Riten, Rituale und zuviel – nicht versteckte – Religion. Macht, Besitz und Gier rechtfertigen alles.
Teuer produzierte Anspielungen – fraglich bleibt Sinn und Botschaft des Machwerks.
Einziger Stern am Firnament: Channing Tatums rot gefärbte Haare und Bart (inklusive Schnitt), der eine Kreuzung mit einem Hund darstellt.
Science-Fiction-Horrorszenario-Action-Kampfgetümmel-Märchen ab 5. März 2015 im Kino mit Mila Kunis als weibliche Heldin mit Heirats- und Kampfwillen, Eddie Redmayne als englische Antwort auf Sabin Tambrea und viel Animation…

Jupiter Ascending 20150205 Kino - Banner 2

Zu Ende ist alles erst am Schluss – ab 26. März 2015 im Kino

Zu Ende ist alles erst am Schluss 20150326 Kino - KinoposterDas war mehr als zauberhaft. Ein großartiger, leichter, das Leben bejahender Generationenfilm. Den Roman kenne ich nicht und hätte mich nicht interessiert. „Zu Ende ist alles erst am Schluss“ ist Dank des genauen Spiels und der inszenierten Leichtigkeit voller Anmut.
Und einmal mehr ist die Musik dieses französischen Films herausragend. Sowohl die szenische Musik wie auch die Poplieder voller Mut und Melancholie.

Zu Ende ist alles erst am Schluss 20150326 Kino - Banner ohne Titel mit Start

Shaun das Schaf – Der Film – ab 19.3.2015 im Kino

Shaun das Schaf - Der Film 20150319 Kino - KinoplakatEin Animationsfilm über Heimat und was Familie sein kann. Denn Shaun rebelliert mit seiner Minischafherde gegen den stupiden Tagesablauf beim Bauern.
Dabei folgt ein Abenteuer das nächste und alle verschlägt es in die „Big City“. Der Tierfänger wird sofort zum Gegenspieler und mit Witz und geschickt der Bauer „befreit“ und auf den heimischen Hof gebracht.
Das ist wunderbar, schnell und abwechslungsreich erzählt. Außer Geräuschen, Gemurmel und allerlei musikalischer Untermalung gibt es keine Dialoge.
„Shaun das Schaf – Der Film“ als Ableger von „Wallace & Gromit“ ist ein gelungener Film, der sich vornehmlich an die Ganzkleinen richtet. Freude hat wohl jeder dran. Ab 19. März 2015 im Kino.

Shaun das Schaf - Der Film 20150319 Kino - Banner

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