30.03.15 – 1 UA

Toi.Toi.Toi heute nach Berlin zur Uraufführung „Sally & Fred“ im Wintergarten Varieté Berlin (mit Sarah Bowden, Helmut Baumann, Robin Poell u.a. – von den Machern von der Erfolgsshow „Der helle Wahnsinn“ (Jack Woodhead und Markus Pabst), Regie: Markus Pabst, Choreographie: Christopher Tölle).
Gestern war in München Gastspielpremiere „The Sound of Music“ aus Salzburg und in Wien gab es „Das Labyrinth – ein Krimigrusical“ im Rampenlicht Theater. Letztmalig in Baden „Das Lächeln einer Sommernacht – A Little Night Music“ im Theater Baden (14. Februar – 29. März 2015) und das TfN zeigte „Der Zarewitsch“ in Hannover im Aegi.

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Groß und großartig: Grimm!

Grimm Neuköllner Oper Berlin außen„Grimm!“ ist einer der aktuell wichtigsten Theaterproduktionen – egal ob Sprechbühne oder Musiktheater – die in Berlin zu sehen ist. Das Musical ist aktuell, gesellschaftlich, politisch, böse, klar, mitreißend, unterhaltend und belehrend.

Grimm! Die wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf 20150319 Neuköllner Oper Berlin - PostkarteIm Gegensatz zur Grazer Uraufführung erscheint die Produktion vom Autor in der Neuköllner Oper mit zehn Musicalstudenten inszeniert weniger als alleiniges Starvehikel für Rotkäppchen sondern mehr als großes Ensemblestück. Extrem wichtigen Anteil haben dabei das allseits entwickelte komödiantische Timing und die hervorragend umgesetzten und herausfordernden Choreographien von Neva Howard. Musikalisch von einer 7er Profiband an der Seite begleitet unter Leitung von Hans-Peter Kirchberg.

Grimm Neuköllner Oper Berlin BesetzungDas ist alles vom Feinsten! Neben der sympathischen Quasselstrippe Dorothea (Devi-Ananda Dahm) treten Jan-Philipp Rekeszus als Grimm und Sophia Euskirchen als Oma Eule sehr hervor. Was für eine Fülle an natürlichem Spiel, Gesang, Bewegung und Bühnenpräsenz!

Das Stück lässt offensichtlich Besetzungsvariationen in Anzahl und Geschlecht teilweise zu. Wild (Kiara Brunken) und Dicklinde (Feline Zimmermann) sind in Berlin beides Frauen, die ihre Zuneigung einfach entdecken und dafür den Konventionen entwachsen. Didi (Dennis Hupka) wird immer schizophrener und bekommt große, unerwiderte Augen für den Wolf.

Erstaunliche Charakterstudien gibt es auch beim Hofhund Sultan, mit dem Dennis Weißert glänzt. Seinen Sohn Rex (Anthony Curtis Kirby) zeigt sich facettenreich von Aufreißer bis Drückeberger, Fabian-Joubert Gallmeister gibt den herrlich fiesen Schlaumeier Schlau und Katharina Beatrice Hierl als dialektgeladener Widerspruch Gisela Geiß.
Die Handpuppenlösung für die kleinen Geißlein hat mich in Berlin aber sowas von nicht überzeugt. Das war schon witziger und prägnanter („Cinderella passt was nicht“) und richtig weggelaufen sind die zwei Puppenspieler auch nicht, obwohl das inhaltlich wichtig gewesen wäre.

Grimm Neuköllner Oper Berlin BühneWo die fast schon zu große Bühne für das kleine 200 Plätze Theater in inspirationsloser schwarz-weiß-Trennung auftritt, verkleiden die Kostüme einige Darsteller viel zu sehr. Die Ausstattung von Ulrike Reinhard hätte ich mir intelligenter gewünscht, wo mir als Zuschauer nicht alles nur vorgeführt wird in Stereotypen. Gerade mit dem Aufbrechen dieser und den Schranken in den Köpfen geht es ja in „GRIMM! – Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf“!

GRIMM! – Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf

Uraufführung am 7. Dezember 2014 in Graz, Österreich (siehe: https://alleseintheater.wordpress.com/2015/02/05/urauffuhrung-grimm-an-der-oper-graz-am-7-dezember-2014/)
Deutsche Erstaufführung am 19. März 2015 in Berlin als 15. Koproduktion zwischen der Neuköllner Oper und dem Studiengang Musical/Show,UdK

Musik: Thomas Zaufke – Text und Regie: Peter Lund – Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Tobias Bartholmeß – Choreografie: Neva Howard – Ausstattung: Ulrike Reinhard

Grimm Neuköllner Oper Berlin BesetzungEnsemble: Wild Kiara Brunken / Dorothea (Rotkäppchen) Devi-Ananda Dahm / Oma Eule Sophia Euskirchen / Schlau Fabian-Joubert Gallmeister / Rex Anthony Curtis Kirby / Didi Dennis Hupka /  Gisela Geiß Katharina Beatrice Hierl / Grimm Jan-Philipp Rekeszus / Sultan Dennis Weißert / Dicklinde Feline Zimmermann

Band: Musikalische Leitung / Klavier / Einstudierung Hans-Peter Kirchberg / Tobias Bartholmeß /// Gitarre Jo Gehlmann / Hossein Yacery Manesh /// Trompete / Piccolo-Trompete  Rainer Brennecke /// Reeds Sidney Pfnür / Karola Elßner /// Synthesizer Markus Mittermeyer / Tobias Bartholmeß /// Schlagzeug Stephan Genze /// Kontrabass  Max Nauta

28.03.15 – 8 P

Toi.Toi.Toi Leipzig, Göttingen sowie Saarbrücken, Baden-Baden, Hagen, Schwerin, Berlin und Brno.
In Leipzig wieder Premiere mit „La Cage Aux Folles“ an der Musikalischen Komödie (Regie: Giorgio Madia), in Göttingen „The Black Rider“ im Deutschen Theater (Regie: Beate Baron) sowie gleichzeitig in Saarbrücken „The Black Rider“ am Staatstheater (Regie: Daniel Pfluger), in Baden-Baden Premiere „Prinzessin von Trapezunt“ am Theater (von Offenbach, Koproduktion mit Berliner Philharmoniker), in Hagen „Comedian Harmonists – Jetzt oder nie“ (Regie: Thomas Weber-Schallauer), in Schwerin gibt es eine Operettengala, in Berlin kann man sich ansehen „Romeo und Julia“ an den DT Kammerspielen und muss man nicht sehen „Parsifal“ bei den Festtagen der Staatsoper (Regie: Dmitri Tcherniakov) sowie in Brno STATT Erstaufführung „Timm Thaler“ (ACH!!! WIESEO?) nun Premiere „JOHNNY BLUE“ von Stanislav Moša mit den Hits von Ralph Siegel.
Bilder „Romeo und Julia“: https://alleseintheater.wordpress.com/2015/03/28/romeo-und-julia-premiere-am-28-marz-2015-in-den-kammerspielen-vom-deutschen-theater-berlin/
Bilder „Parsifal“: https://alleseintheater.wordpress.com/2015/03/28/meine-fotos-finde-ich-als-sehr-gelungen-parsifal/

Meine Fotos finde ich sehr gelungen: „Parsifal“

„Parsifal“ – Premiere am 28. März 2015 von der Staatsoper Berlin im Schiller Theater

Regie & Bühnenbild: Dmitri Tcherniakov / Musikalische Leitung: Daniel Barenboim / Kostüme: Elena Zaytseva / Licht: Gleb Filshtinsky / Chöre: Martin Wright / Dramaturgie: Jens Schroth

Besetzung: Amfortas: Wolfgang Koch / Gurnemanz: René Pape / Parsifal: Andreas Schager / Klingsor: Tómas Tómasson / Kundry: Anja Kampe / Titurel: Matthias Hölle / Knappen: Sónia Grané, Annika Schlicht, Stephen Chambers, Jonathan Winell / 1. Gralsritter: Paul O’Neill / 2. Gralsritter: Grigory Shkarupa / Blumenmädchen: Julia Novikova, Adriane Queiroz, Sónia Grané, Narine Yeghiyan, Annika Schlicht, Anja Schlosser / Stimme aus der Höhe: Annika Schlicht

Fotoauswahl vom 1. Akt und Beginn 2. Akt © Frank Wesner

„Romeo und Julia“ – Premiere am 28. März 2015 in den Kammerspielen vom Deutschen Theater Berlin

Drei Mal eine Geschichte – eine Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Eigentlich nur sechs Schauspieler. Auch wenn fast alle am Schluss tot sind. Shakespeare eben…

„Romeo und Julia“ – Premiere am 28. März 2015 in den Kammerspielen vom Deutschen Theater Berlin

Regie: Christopher Rüping / Bühne: Jonathan Mertz / Kostüme: Lene Schwind / Dramaturgie: Meike Schmitz

Besetzung: Wiebke Mollenhauer (Julia), Benjamin Lillie (Romeo), Lisa Hrdina (Mercutio), Marcel Kohler (Benvolio), Natalia Belitski (Tybalt / Lady Capulet), Michael Goldberg (Lorenzo / Amme / Capulet), Christoph Hart (Paris / Musik), Sophia Kennedy (Rosalinde / Musik)

Fotos © Frank Wesner

Hilfe! April! – Und wieder werden wir wissentlich mit Halbwissen versorgt?

Hilfe! Die Zeit rennt mir weg. Wer hilft? Der April steht vor der Tür. Und die beiden Musicalmagazine sowie das Onlineportal werden wohl wieder ihre viel zu schlecht recherchierten Premierenlisten veröffentlichen.
Ich fordere ja schon seit langem, dass es Nachträge in den Zeitschriften gibt bzw. der Monatspremierenartikel am Ende mit den Nachzüglern überarbeitet wird. Aber der deutsche Journalismus ist offensichtlich unfähig.
Und bitte liebe Wissenschaftler: Ihr könnt diese Medien leider nicht ohne Vorsicht oder extreme Nachrecherche verwenden! Und da bedeuten dann 29 Jahre kontinuierlich am Markt leider keinen Freibrief in Verlässlichkeit.
Zur Erinnerung: Keiner kann 100% haben, aber das Ziel sollte erkennbar sein.
Für alle zu Hause beim Mitzählen: im April 2015 gibt es mindestens 30 Musicalpremieren (und 2 Operetten), im Mai 2015 sind avisiert 21 Musicals (und 9 Operetten). Und dabei habe ich einige Produktionen noch nicht mitgezählt, da ich nicht weiß, ob sie eventuell als Musical bezeichnet werden können. Plus die ganzen sich nicht meldenden Nachzügler…
Also: die beiden Zeitschriften „musicals“ wie auch „Blickpunkt Musical“ müssten mindestens 51 Premieren aufgelistet haben. Weniger müsste und sollte bei Kreativen, Darstellern und Publikum zu Reaktionen führen.

27.03.15 – 2 UA – 1 EA – 1 P – 1 WA

Toi.Toi.Toi nach Berlin, Kassel, Halle, Meiningen, Wien und Dresden.
In Berlin Uraufführung „Rock It! – Das Musical“ am Theater am Kurfürstendamm (extra gerade besorgt: „Rock It!“ kam 2010 als deutscher Musicalfilm in die Kinos), in Kassel Uraufführung  „Splash!“ im theater im centrum Kassel (Regie: Tobias Krechel), in Halle DSE konzertant „Schwan mit Trompete – Eine erzählte Sinfonie für die ganze Familie“ an der Oper Halle (von [und mit!] Jason Robert Brown; Regie: Hansjörg Zäther), in Meiningen Premiere „The Rocky Horror Show“ im Großen Haus (in Koproduktion mit dem Landestheater Eisenach, Regie statt Christian Claas nun Lars Wernecke, u.a. mit Julia Steingaß), in Wien Wiederaufnahme für nur 9x „Jesus Christ Superstar“ im Raimund Theater (Regie: Werner Sobotka, Musikalische Leitung: Koen Schoots; u.a. mit Drew Sarich, Alex Melcher, Nadine Beiler, Tobias Bieri, Benjamin Sommerfeld, Marc Clear u.a.) und allerletztmalig die wohl nicht so geglückte Inszenierung „Viel Lärm um Liebe“ („The Firebrand of Florence“) an der Staatsoperette Dresden.