Kasimir, quo vadis? Kaukasus

Wie Ehepaare zu große Erwartungen an einem Abend haben? Und was soll der Titel „Kasimir und Kaukasus“ bedeuten? Der französische Autor Francis Veber („Die Selbstanzeige“, „Dinner für Spinner“) hat definitiv viel Erfahrung mit Komödien und Schlosspark-Theater-Intendant Dieter Hallervorden erneut in Paris zugegriffen, um „Kasimir und Kaukasus“ („Un animal de compagnie“) als deutschsprachige Erstaufführung an seinem Steglitzer Theater zu präsentieren. Aber warum nur? Denn die Komödie über ein lang verheiratetes, kinderloses Paar birgt fast keine Wendungen, Überraschungen oder Erkenntnisse. Alles führt auf das Gestehen der gegenseitigen Seitensprünge zu und beginnt mit therapeutischen Ansätzen mittels Haustier. Sie wünscht sich einen Hund, er schleppt einen Goldfisch an. Alles nicht wirklich unterhaltend.

Nun kann der Goldfisch sprechen und die Geschehnisse kommentieren, aber nur das Publikum hört ihn. Da entfällt auch eine Möglichkeit des absurden Dialogs. Dafür taucht ihr Exfreund auf, der das Ehepaar durch seine Trägheit gemeinsam herausfordert. Markus Majowski blüht in der Rolle des komischen Schwärmers regelrecht auf, weiß zu differenzieren und ist variantenreich im Spiel. Katharina Maria Abt bringt den exotischen Blick auf den Kaukasus als Überraschung als ehemaliger One-Night-Stand mit hinein. Da kommt Tempo ins festgefahrene Eheleben. Denn Ulrike Frank und Dieter Landuris kämpfen sich eher durch die Menge an Text und Szenen, versuchen ihre Typen Glaubhaftigkeit zu verleihen, wo die Realität immer unwahrscheinlicher wird. Aber da bietet die Komödie eben kaum wirklich unterhaltende Spielmöglichkeiten und Wendungen. Leider.

Regisseur Holger Hauer geht stringent durch die Vorlage, doch es bleibt eine Bestandsanalyse eines Paares ohne Kinder. Und einer erwachenden Liebe zum Goldfisch.

Kasimir und Kaukasus (Un animal de compagnie)
Komödie von Francis Veber / deutsch von Dieter Hallervorden

Deutschsprachige Erstaufführung am 12. Mai 2018, Schlosspark Theater, Berlin (Die Uraufführung fand am 19. Januar 2017 im Théâtre des Nouveautés in Paris statt)

Regie: Holger Hauer | Bühne: Holger Pasch |Kostüm & Bühnenausstattung: Viola Matthies | Kamera & Hologramm: Axel Martin
Christine, die Ehefrau und Innenarchitektin: Ulrike Frank | Henri, der Ehemann und Journalist: Dieter Landuris |Hans Peter, ein arbeitsscheuer Schwärmer: Markus Majowski | Dounja, aus dem Kaukasus: Katharina Maria Abt |Stimme des Goldfischs Kasimir: Dieter Hallervorden | Stimme des bayrischen Goldfischs: Holger Hauer

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25x A Walk on the Dark Side

Schon die eigene eMail-Adresse hinterlassen, um so dem Blog alleseintheater.wordpress.com zu folgen? Im Blog darf gerne kommentiert werden.

25 Fotos zur Uraufführung „A Walk on the Dark Side“ am 14. April 2018 im Maxim Gorki Theater Berlin. Ein Familienkrimi von Yael Ronen & Ensemble mit Jonas Dassler und Dimitrij Schaad als Brüder.

Regie: Yael Ronen | Bühne: Magda Willi | Kostüme: Amit Epstein | Musik: Nils Ostendorf | Video: Benjamin Krieg | Licht: Hans Fründt | Dramaturgie: Irina Szodruch
Mit Matthias, Immanuels Bruder: Jonas Dassler | Magda, Matthias‘ Freundin: Lea Draeger | Mania, Immanuels Ehefrau: Orit Nahmias | Immanuel, Matthias‘ Bruder: Dimitrij Schaad | David, der Halbbruder der beiden Brüder: Jeff Wilbusch

© Frank Wesner

Die Reise um die Erde in 25 Bildern

25 Fotos aus der neuen Interpretation von „Die Reise um die Erde in 80 Tagen“ mit fünf Schauspielern in allen Rollen und einigen neuen Liedern.

Die Reise um die Erde in 80 Tagen
von Adolphe d’Ennery und Jules Verne

Premiere am 11. April 2018 am Theater an der Parkaue Berlin, Spielort: Bühne 1, Junges Staatstheater Berlin

Regie: Volker Metzler | Bühne + Kostüme: Claudia Charlotte Burchard | Text + Musik: Kalle Krass | Dramaturgie: Almut Pape | Theaterpädagogik: Uta Sewering
mit Erik Born | Jakob Kraze | Johannes Hendrik Langer | Florian Pabst | Denis Pöpping

bizarrer Trennungsfrust

Eine Torsten-Fischer-Inszenierung in Berlin zu sehen, ist definitiv ein MUSS. Im Renaissance-Theater Berlin gibt es nun eine Neuinszenierung des alten Frusts von zwei unglücklichen Ehen: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“  Zwar mit Pause geht es nur durch eine Nacht voller Erzählungen und Lügen, Annäherungen und Brüchen. Ein ausgezeichnetes Drama was für mich in der heutigen Zeit seine Bedeutung eingebüßt hat. Natürlich gibt es immer noch Vernunftehen, aber heutzutage geht es um Freiräume, Konsequenzen und mögliche Trennungen.
Klaus Christian Schreiber und Emre Aksizoğlu beeindrucken mich wirklich und nachhaltig in ihrem Spiel und ihren Konfrontationen. Da ist nicht klar, ob in der nächsten Sekunde das Wortgefecht subtiler wird oder in körperlicher Gewalt ausartet. Karla Sengteller gibt eine wache Naive mit all ihren ungelösten Problemen und Simone Thomalla gibt die ziemlich gerade Martha, die einfach unzufrieden ist und ihren Lebensfrust in Alkohol auflöst. Aber bei ihr hätte ich mehr Spiel, Differenzierung und Spontanität gewünscht, denn dass sie Nick (Emre Aksizoğlu) an die Wäsche will, wahr allzu gespielt.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf 20180218 Renaissance Theater - Plakat 3_

Wie immer ist das Renaissance-Theater Berlin dringend zu empfehlen. Leider war das Plakatmotiv online nicht zu finden und dann werde ich wohl extra tagsüber vorm Haus in Charlottenburg fotografieren gehen müssen.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
von Edward Albee (1962) | Deutsch von Alissa und Martin Walser

Premiere am 18. Februar 2018 im Renaissance-Theater Berlin

Regie Torsten Fischer | Ausstattung Herbert Schäfer, Vasilis Triantafillopoulos
Martha: Simone Thomalla | George: Klaus Christian Schreiber | Nick: Emre Aksizoğlu | Süße: Karla Sengteller

24 Fotos von Wahrheit, Lüge oder Ausrede

Am 10. März 2018 hat “Die Wahrheit” von Florian Zeller (Deutsch von Annette & Paul Bäcker) am Schlosspark Theater Berlin in der Regie von Folke Braband Premiere. Auf Tom Prestings Bühne in Jakob Knapps Kostümen sind zu sehen Michael von Au, Katharine Mehrling, Katharina Abt & Oliver Dupont.

40000er Marke

Meine Theaterdatenbank verzeichnet 40.000 Künstler am 13. Dezember 2017.

Und plötzlich war es wieder soweit. Der 40.000 Künstler war persönlich eingetragen – Dank der 6 Vorstellungen in 4 Tagen in London. Wobei mir ein Großteil der Künstler aber längst schon bekannt war.
Alle zusammen gehen über 110-tausende Relationen ein. 3579 Stücke, 4141 Fassungen, 7081 Produktionen, 7452 Aufführungen, 5530 gesehene Aufführungen, 1298 Vorstellungen Backstage, 80931 Rollen, 14855 Medien und nun 40000 Personen.

Meine Theaterdatenbank verzeichnet 39.000 Künstler am 15. August 2017.

 

17 Fotos der Versetzung

17 Fotos der Uraufführung „Versetzung“ am 17. November 2017

Versetzung
von Thomas Melle

Uraufführung am 17. November 2017 in den Kammerspielen, Deutsches Theater Berlin

Regie Brit Bartkowiak | Bühne Johanna Pfau | Kostüme Carolin Schogs | Musik / Sounddesign Joe Masi | Chor-Einstudierung Bernd Freytag | Dramaturgie David Heiligers
Ronald Rupp: Daniel Hoevels | Kathleen Rupp: Anja Schneider | Schütz: Helmut Mooshammer | Inga Römmelt: Judith Hofmann | Falckenstein: Christoph Franken | Sarah: Linn Reusse | Leon: Caner Sunar | Manu Cordsen: Birgit Unterweger | Lars Mollenhauer: Michael Goldberg