Stoßzeit: „Berlin in einem Zug“ im Schlot

Berlin in einem Zug 20150429 Schlot Berlin - PlakatLars Redlich lud am 29. April 2015 zum dritten Mal zur U-Bahnfahrt mit Talk- und Musikgästen. Jetzt nicht mehr Solo im Schlot sondern seit 25. Februar 2015 immer am letzten Mittwoch im Monat als Gastgeber.

Tino Andrea Honegger kennt er noch aus „Grease“-Zeiten und stand mit ihm schon in einem eigenen Comedy-Programm auf der Bühne. Und weil sich das Duo „Beziehungsweise“ nennt, darf Redlich Honegger wohl als AssistentIN vorstellen und dieser sich wieder in sein weißes Ballett-Tutu zwängen. Schon erstaunlich, wie die beiden Kumpels mit Anfang 30 auf der Bühne miteinander umgehen. Da beide auch schon den Frank’n’Furter in der „Rocky Horror Show“ spielten, sitzen die Strapsen fest und vorzeigbar unter der Jeans…

Berlin in einem Zug 20150429 Schlot Berlin - U-Bahn-Banner„Wer keinen Eintritt zahlt, muss mitmachen.“

Leider ist der Jazzclub Schlot für so viele Zuschauer bei so vielen interessanten Gästen leicht überfordert. Ob da weniger mehr ist?

Da Tiere perfekt in Musicals sind, gab es erste Szenen aus dem neuen Musical „Versuchskanninchen“ von Bijan Azadian, Lars Redlich und Robert Löhr. Viel Erfolg beim Creators-Wettbewerb! Super schnelle Interviewimprovisation mit Zauberkünstler Martin Sierp, der mich dann doch voll und ganz überzeugte. Berlin in einem Zug 20150429 Schlot Berlin - SelfieUwe Kröger trat mit seinem inzwischen charakteristischen Vibrato auf („Skyfall“), sang bei „Ich bin, was ich bin“ keinerlei Kommata und kokettierte erneut mit seinem Geburtsjahr 1964. Nun ja, wem das gefällt …

Bodo Wartke gab dann eine grandiose Lehrstunde, wie man einen perfekten Song schreibt. Und das in und mit deutscher Sprache. Das hat Klasse. So einfach kann es sein …

Neben dem improvisierten Lied nach der Pause gab es am Schluss sogar eine Accorde-Improvisations-Zugabe. Wie immer: verblüffend und großes Entertainment.

© Selfie: Uwe Kröger

Berlin in einem Zug 20150429 Schlot Berlin - Banner

30.04.15 – Konzert – 1 WA – 1 VA – 1 P – Kino

Toi.Toi.Toi heute nach Gelsenkirchen, Fürth, Dresden und Berlin
In Gelsenkirchen „The Rat Pack“ im MiR – Musiktheater im Revier: Ein Sonderkonzert mit der Neuen Philharmonie Westfalen (Musikalische Leitung: Rasmus Baumann, mit Anke Sieloff, Tom Gaebel, Nigel David Casey und Andreas Wolfram), in Fürth um einen Tag vorgezogene Wiederaufnahme „Fast normal (Next to Normal)“ (Regie: Titus Hoffmann; mit Pia Douwes, Thomas Borchert, Sabrina Weckerlin, Dirk Johnston, Dominik Hees und neu dazu Armin Kahl), in Dresden einzige Voraufführung der Ausgrabung „Cagliostro“ an der Staatsoperette Dresden und in Berlin Premiere „Don Carlos“ im Deutschen Theater, wenn parallel zur gleichen Zeit die Oper in der Deutschen Oper gezeigt wird. Vielfalt!
Im Kino starten „Lügen der Sieger“ (würde ich sehr gerne sehen; Politthriller mit Florian David Fitz) und „Die Gärtnerin von Versailles“ (schöner Film, bezaubernd, interessant, tolle Schauspieler; Aber warum eigentlich?; von Alan Rickman, mit Kate Winslet, Matthias Schoenaerts, Alan Rickman, Stanley Tucci).

Vielfalt in der Spielzeit bei Musical und Operette

Gibt es einige Stücke nächste Spielzeit wieder günstiger zu haben vom Verlag?

Logo VisitenkarteIn der Saison 2015/2016 stehen das aufwändige „Kiss me, Kate„, oft schwach inszenierte und besetzte „My Fair Lady“ und das mir nicht gefallene „Fast normal (Next to normal)“ mehrmals auf dem Programm. Ebenso „Hair“ … Das Singspiel „Im weißen Rössl “ habe ich nun oft genug nicht groß und großartig gesehen, weil es zu klein und unaufwändig besetzt geplant wird. Nach „The Addams Family“ ist nun ein weiteres Musical frei und beliebt: „Natürlich Blond (Legally Blonde)„.

Zum Glück kommt auch viel Neues, was dann wieder keiner glauben will. Und viel schlimmer: fast nie nachgespielt wird! Es gibt nur zaghaft Koproduktionen oder Übernahmen von erfolgreichen Produktionen. Armes Land…

30. April

Vor 29 Jahren Uraufführung „Linie 1“ im Grips Theater, Berlin-Tiergarten (30.04.1986) und vor 23 Jahren Uraufführung „Bombenstimmung – UFA Revue“ im John F. Kennedy Center, Washington D.C. (30.04.1992).
Logo VisitenkarteDas UA-Gastspiel fand statt vom 30.04. bis 09.05.1992 (Voraufführung: 29.04.1992), die Berlin-Premiere dann am 19.09.1992, bis 30.12.1992, Voraufführungen: 16.-18.09.1992, geschlossene Vorstellung: 01.01.1993, Wiederaufnahme: 16.11.-30.12.1993
Letztes Jahr gab es die Deutschsprachige Erstaufführung durch das Staatstheater am Gärtnerplatz im Prinzregententheater München von „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ am 30.04.2014, Wiederaufnahme am 25.09.2014 sowie Live-CD-Produktion.

29.04.15 – 2 P

Toi.Toi.Toi heute nach Hannover und Nordhausen.
In Hannover Premiere „Die Fledermaus“ im Opernhaus (Regie: Martin G. Berger) und in Nordhausen Premiere „My Fair Lady“ (Regie: Toni Burkhardt).
In Berlin gibt es „Du sollst nicht lieben“, „Amber Schoop Solo“ und „Berlin in einem Zug“.

Fotos zu einer Opernausgrabung: „Emma und Eginhard“

„Emma und Eginhard“
Premiere der Staatsoper im Schiller Theater Berlin am 26. April 2015

Oper von Georg Philipp Telemann
Regie: Eva-Maria Höckmayr, Musikalische Leitung: René Jacobs, Bühnenbild: Nina von Essen, Kostüme: Julia Rösler, Licht: Olaf Freese, Dramaturgie: Mark Schachtsiek und Detlef Giese
Emma: Robin Johannsen, Eginhard: Nikolay Borchev, Carolus: Gyula Orendt, Fastrath: Katharina Kammerloher, Urban: Florian Hoffmann, Barbara: Narine Yeghiyan, Hildegard: Sylvia Schwartz, Heswin: Stephanie Atanasov, Adelbert: Dmitry Egorov, Wolrad: Stephan Rügamer, Alvo: Jan Martiník, Steffen: Johannes Chum, Stimme: Jan Martiník, Amor: Narine Yeghiyan

26.04.15 – 2 P

Toi.Toi.Toi heute nach Greifswald und Berlin.
In Greifswald Premiere „Emil und die Detektive“ im Großen Haus (Musik von Marc Schubring; Buch und Liedtexte von Wolfgang Adenberg; mit dem Schauspielensemble und SchülerInnen der Montessori Schule Greifswald), in Berlin „Emma und Eginhard“ von der Staatsoper im Schiller Theater (Barockoper, Regie: Eva-Maria Höckmayr) und um 17 Uhr „Navina Heyne in Concert“ in der Korneliuskirche Berlin-Wedding, Dubliner Str. 29.

25.04.15 – 1 P

Samstag und keine Musical- oder Operettenpremiere?
Toi.Toi.Toi nach Dortmund für das Szenisches Oratorium „Saul“ im Opernhaus (von Georg Friedrich Händel, Libretto von Charles Jennens, Regie: Katharina Thoma).
In Berlin gibt es im Theater O-TonArt „Berliner Diven“ und im Admiralspalast „Götz Alsmann – Broadway“.
Letztmalig in Kilb „My Fair Lady“ beim Musiktheater Frühling Kilb (Kulturzentrum K4, Marktplatz 4, A-3233 Kilb).

Sie wollen mir schmeicheln mit einer Lüge. Glauben Sie, ein Künstler braucht das?

Marlene 20150424 Renaissance-Theater Berlin - Plakat„Marlene“ ist wieder zurück im Renaissance-Theater Berlin – als wenn die Zeit stehen geblieben ist. Die deutschsprachige Erstaufführung war am 28.06.1998! Und es sind abwechslungsreiche, große 100 Minuten.

„Und alt werden sollte verboten werden.“

Das von Volker Kühn überarbeitete Buch von Pam Gems lässt einen privaten Blick auf die Rückkehr eines Weltstars zu. Das Gemachte und Behauptete wirkt so unglaublich authentisch. Mehr noch wie begeisternt Judy Winter die Marlene Dietrich spielt, ist, wie das Publikum kolletiv begeistert wird und ist. Und die Blicke und Reaktionen von Ulrike Jackwerth als ihre Assistentin richten den vielschichtigen Star ins rechte Licht …

„Wenn ich in meiner Hotelsuite angekommen bin und mache ich die Tür zu. Und dann – und nicht eine Sekunde früher – ist die Vorstellung zu Ende.“

Was ist Lüge und Selbstlüge, was ist Theater auf dem Theater – alles bleibt mit Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit in der Schwebe. Grandios.

„Weil du sie an eine Zeit erinnerst, an die sie nicht erinnert werden wollen.“

Übrigens gibt es gerade DREI MAL „Marlene“ in Berlin. Neben dem Renaissance-Theater tritt Sabine Schwarzlose im BKA auf und Ilka Sehnert hat am 8. Mai 2015 Premiere im Theater O-TonArt.

MARLENE
von Pam Gems und Volker Kühn
Deutsch von Angela Kingsford Röhl
Deutschsprachige Erstaufführung am 28.06.1998 im
mit Judy Winter, Ulrike Jackwerth, am Flügel: Harry Ermer
Regie: Dietmar Pflegerl
Bühne und Kostüme: Dieter Klaß
Musikalische Leitung: Adam Benzwi

24.04.15 – 3 P

Toi.Toi.Toi nach Linz, Nordhausen und Schwerin.
In Linz Premiere „The Who’s Tommy“ im Musiktheater Volksgarten (Deutsch von Anthony Gebler, Regie: Gil Mehmert, Choreographie: Simon Eichenberger, mit Riccardo Greco, Daniela Dett, Alen Hodzovic, Rob Pelzer, Konstantin Zander, Barbara Obermeier, Anastasia Bain, Sven Fliege, Johan Bech, Jens Petter Olsen, Sarah Baum, Maria Danae Bansen u.a.), in Nordhausen Uraufführung „Bonnie und Clyde (RoadOper von Christian Diemer, Libretto: Bianca Sue Henne) Regie: Elmar Fulda mit jungen Sängerinnen und Sängern der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und in Schwerin Premiere „Winter.Reise“ (E-Werk, Regie: Hendrik Müller).
Letztmalig in dieser Spielzeit „Grimm! – Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf“ der UdK in der Neuköllner Oper Berlin. WA ist am 19.11.2015.

23.04.15 – 5 P – 1 WA – Kino

Toi.Toi.Toi heute nach Hamburg, Pforzheim, München, Hof, Schwedt, Berlin und ins Kino.
In Hamburg Premiere „Thrill Me“ im English Theatre Hamburg (von Stephen , vielleicht sehe ich es ja demnächst…; Regie: Paul Glaser; Nathan Leopold: Guy Woolf, Richard Loeb: Sebastian Hill), in Pforzheim Premiere „Sweeney Todd“ am Stadttheater (Regie: Toni Burkhardt, Musikalische Leitung: Tobias Leppert, u.a. mit Andrea M. Pagani), in München Premiere „Singin‘ in the Rain“ vom Gärtnerplatztheater im Prinzregententheater (Regie: Josef E. Köpplinger, Welche FASSUNG und welche ÜBERSETZUNG eigentlich?; u.a. mit Evita Komp), in Hof Premiere „Anatevka“ (Regie: Thomas Schmidt-Ehrenberg, Musikalische Leitung: Roland Vieweg), in Schwedt Premiere „Die Stille und der Clown“ an den Uckermärkische Bühnen Schwedt (von und mit Nadine Aßmann), in Berlin Wiederaufnahme „Odysseus“ an der Komischen Oper (war der zweite und schlechteste Teil der Trilogie; von Monteverdi und Badoaro).
Kinostart „Big Eyes“ (Regie: Tim Burton, mit Amy Adams, Christoph Waltz; GUT), „brenna tuats scho lang“ (Doku über Hubert von Goisern, INTERESSANT),  „MÜLHEIM – TEXAS. HELGE SCHNEIDER HIER UND DORT“ (Doku über Helge Schneider).

Fotos von Faust & Co in Berlin

GOETHE / WILSON / GRÖNEMEYER

FAUST I und II
Textfassung Jutta Ferbers

Mit: Antonia Bill, Christina Drechsler, Anna von Haebler, Dorothee Neff, Friederike Nölting, Theresa Riess, Laura Tratnik;
Raphael Dwinger, Lukas Gabriel, Matthias Mosbach, Christopher Nell, Luca Schaub, Marvin Schulze, Joshua Seelenbinder, Samuel Simon, Fabian Stromberger, Felix Tittel, Nicolaas van Diepen, Alexander Wanat

Orchester: Stefan Rager (Percussion, Computer), Hans-Jörn Brandenburg (Elektronisches Klavier, Computer), Joe Bauer (Klänge, Geräusche), Michael Haves (Synthesizer, Bass, Gitarre), Ilzoo Park (Violine), Sophiemarie Yeungchie Won (Violine), Min Gwan Kim (Viola), Hoon Sun Chae (Violoncello)

Regie, Bühne und Lichtkonzept: Robert Wilson
Musik und Lieder: Herbert Grönemeyer
Kostüme: Jacques Reynaud
Mitarbeit Regie: Ann-Christin Rommen
Mitarbeit Musik/Sound Design: Alex Silva
Dramaturgie: Jutta Ferbers, Anika Bárdos
Mitarbeit Bühne: Serge von Arx
Mitarbeit Kostüme: Wicke Naujoks
Musikalische Leitung: Hans-Jörn Brandenburg, Stefan Rager
Musikalische Arrangements: Herbert Grönemeyer, Alex Silva
Zusätzliche Orchester-Arrangements: Hans-Jörn Brandenburg, Alfred Kritzer, Lennart Schmidthals
Licht: Ulrich Eh
Videoprojektionen: Tomek Jeziorski

Die Inszenierung FAUST I und II wurde gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

neuer Premierentermin: Mittwoch, 22. April, 19Uhr

19.04.15 – 2 P

Toi.Toi.Toi heute Berlin erneut zum Opernpremierenwochenende mit „Tarquin“ in der Werkstatt der Staatsoper (Kammeroper von Ernst Kreneks, Musikalische Leitung: Max Renne, Regie: Mascha Pörzgen) und „Moses und Aron“ an der Komischen Oper (von Arnold Schönberg, Regie: Barrie Kosky). Gibt auch noch das 2. Berlin Song Contest Finale.
Letztmalig gibt es viel: in Chemnitz „Fame“ in der Stadthalle (Amateure vom Studio W.M.), in Stuttgart „Working“ im Theater Center der Kelley Barracks, in Wien „Pariser Leben“ an der Volksoper zum letzten Mal in der Spielzeit und in Hamburg Gastspielende „We Will Rock You“ im Mehr! Theater am Großmarkt.

18.04.15 – 3 UA – 1 EA – 4 P

Toi.Toi.Toi nach Brandenburg an der Havel, Dresden, Herne, Wiesbaden, Zeitz, Esslingen, Innsbruck, Berlin.
Zur Buga 2015 in Brandenburg an der Havel Uraufführung „Blumenkinder – Das Hippie Musical“ im Theater Brandenburg (Compilation, event-theater e. V., Libretto: Clemens Füsers, Regie: Sylvia Kuckhoff), in Dresden Uraufführung „O Patria Mia!“ vom tjg. theater junge generation im Puppentheater im Rundkino (von Andreas Steinhöfel / in einer Fassung von Felicitas Loewe, Regie: Felicitas Loewe, Musikalische Leitung: Bernd Sikora, Bühne: Martin Mannig), in Herne Uraufführung „Der Traumfänger“ in der Aula der Realschule Crange Herne (dann etwas auf Tournee, von und mit Tim Berkels), in Wiesbaden deutschsprachige Erstaufführung von „Our House“ vom Jungen Staatsmusical in der Wartburg (Musik der britischen Ska-Band „Madness“ und Texten von Tim Firth; Regie: Iris Limbarth), in Zeitz Premiere „Der Zauberer von Oz“ in den Klinkerhallen Zeitz (Ensemble MU-TH der Villa Kolorit), in Esslingen Premiere „Ring Of Fire – Cash Is King“ (Regie: Marcus Grube / Ulf Deutscher), in Innsbruck Premiere „Cabaret“ am Tiroler Landestheater – Großes Haus (Regie: Carl Philip von Maldegham, Conférencier: Dale Albright, Sally Bowles: Nina Proll / Sophie Berner), in Berlin Ballett-Neueinstudierungspremiere mit Gesang „Roméo und Juliette“ an der Deutschen Oper von 1839 & Hector Berlioz (Musikalische Leitung: Donald Runnicles; Inszenierung und Choreografie: Sasha Waltz; Mit Ronnita Miller, Thomas Blondelle, Nicolas Courjal sowie Sasha Waltz & Guests, Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin) und letztmalig LEIDER SCHON „Trau Dich!“ der Musicalcompany im Café Theater Schalotte.

Volkstheater als Kieztheater der kleinen Leute

Königs vom Kiez, Die 20150408 Schmidt Theater, Hamburg - außen hoch_Die gebrochene und zerbrochene Familie König steht eine Räumungsklage ins Haus – mit Zeitverknappung auf eine Woche. Doch woher das Geld nehmen, wenn der Papa alles Bares an Bars in leichtes Bier anlegt? Ex-Lovern die Vaterschaft andrehen, Gras vom Erzeuger verticken oder noch schlimmer: für den HSV arbeiten? Wenn da nicht das langbeinige Glücksspiralen-Häschen die alle Probleme für immer lösende Monatsrente für Oma bringen würde – und Oma ist gerade nicht mehr. „Gianni Schicchi“ grüßt aus der Gruft …

Königs vom Kiez, Die 20150408 Schmidt Theater, Hamburg - Besetzung_Kiezerfahrene Tivoli-Spieler sind teilweise dreifach besetzt und geben zu siebent alle zwölf Rollen. Das funktioniert als Volkstheater prächtig, ist derb und direkt und unterhält schnell das bunt gemischte Publikum auf dem Kiez. Das Buch von Martin Lingnau, Heiko Wohlgemuth und Mirko Bott spiegelt Typen. Immer wieder beginnen sie dann zu erstklassig vorproduzierter Musik an zu singen und zu tanzen. Die Lieder mit Lebensweisheiten und wunderschönen Melodien, die aus der Tristesse des Alltags mit hinaus führen – quasi zum Träumen und zum Lostanzen. Martin Lingnau lässt mit seiner Musik das Leben meistern oder auch leichter ertragen.

Königs vom Kiez, Die 20150408 Schmidt Theater, Hamburg - Kreativteam_Der zweite Akt steigert sich dann noch zu aberwitzigen Verwicklungen und in einen meisterhaften Alptraum. Das Einheitsbühnenbild mit Gemeinschaftsraum lässt sich leicht und mit wenigen Handgriffen schnell verwandeln. Denn das Schmidt Theater macht was aus seinen beschränkten Möglichkeiten. Inhaber Corny Littmann weiß als Regisseur, sein Haus optimal zu nutzen, das Publikum zu unterhalten und zu begeistern und die Darsteller zu berührenden Rollenportraits zu führen. So steht das Musical seit 6. September 2013 immer wieder für ein paar Monate auf dem Spielplan. Das muss man auch erst einmal schaffen.

Königs vom Kiez, Die 20150408 Schmidt Theater, Hamburg - außen quer_Die Königs vom Kiez“ wieder vom 26.3. bis 14.11.2015 im Schmidt Theater Hamburg

Musik, Idee & Buch: Martin Lingnau
Songtexte & Buch: Heiko Wohlgemuth
Buch: Mirko Bott

Regie: Corny Littmann
Choreografie: Benjamin Zobrys
Musikalische Leitung: Markus Voigt
Kostüm: Frank Kuder, Chrisanthi Maravelakis
Maske: Jutta Rogler-Paries
Bühnenbild: Heiko de Boer

Königs vom Kiez, Die 20150408 Schmidt Theater, Hamburg - Geburtstagskind_Es spielen: Götz Fuhrmann, Lisa Huk, Tim Koller, Josefine Nickel, Stefan Rüh, Nadine Schreier, Dominik Schulz, Carolin Spieß, Stefan Stara, Kristina Willmaser, Maraile Woehe, Heiko Wohlgemuth, Benjamin Zobrys
Prominente Stimmen: Jörg Knör

Königs vom Kiez, Die 20150408 Schmidt Theater, Hamburg - quer

Mit Musicals heiratet es sich heiterer

Trau Dich! 20150416 Musical Company Berlin im Cafe Theater Schalotte - Haus (c) Frank Wesner„Trau Dich!“ als zauberhaftes Musicalkonzert (mit durchaus neuen, witzigen, angepassten deutschen Texten), was vor und nach der Trauung von Tom und Lily stattfindet. Zunächst brechen beim Eintreffen der Gäste alte Gefühle und Rechnungen auf. Ratschläge werden erteilt und Wünsche geäußert. Im zweiten Teil nach der Hochzeit wird gefeiert und getanzt. Und drei weitere Paare finden sich …

Was da Gregor Knape mit dem musikalischen Leiter Andreas Ziesmann (beide sind auch in Sondheims „Liebeswahn“) zusammengestellt und neu betextet haben, ist große Klasse, volle Vielfalt und hat eine Portion Selbstironie. Und Musical ist eben viel! Die verwendeten Lieder von 1951 bis zum „Hallo“ (der Mormonen) von 2011. „Lohengrin“ steht dabei etwas außen vor und werden 99% der Anwesenden vielleicht nicht zuordnen können.
Alles ohne jeglichen Dialog, aber mit vielen Kostümen im liebevollen Einheitsbühnenbild. Es wird gesungen, gespielt und getanzt. Teilweise mit herausragenden Leistungen wie Maren Menzel und Marc Stender als Braut und Bräutigam Lily und Tom.
Choreographin Nicole Hentschel ist zwar eine Wucht auf der Bühne, aber generell könnte es in Tanz und Spiel doch mehr sein. Zwar fehlt nicht der Witz, aber acht heterosexuelle Paarungen sind dann doch bei diesem Ensemble etwas überraschend …

Trau Dich! 20150416 Musical Company Berlin im Cafe Theater Schalotte - außen (c) Frank Wesner„Trau Dich!“ der Musical Company Berlin – Uraufführung im Cafe Theater Schalotte am 16. April 2015, nur drei Vorstellungen

Fotos © Frank Wesner

Jahrespressekonferenz Deutsches Symphonie-Orchester (DSO) in Berlin

DSO 20150413 28 JPK Berlin © Frank Wesner_ Das Deutsche Symphonie-Orchester (DSO) stellt sich auch in der nächsten Spielzeit 2015/16 inhaltlich breit auf. Die 100plus Musiker proben im rbb an der Masurenallee und treten in ganz Berlin auf. Es gibt 30 Symphoniekonzerte, aber auch kleine Formen wie Casual- und Kammerkonzerte.

Ursprünglich 1946 als RIAS-Symphonie-Orchester gegründet, ist es seit 1994 Teil der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin (roc) und wird gemeinsam mit den Schwesterensembles auch Auftritte haben. Getragen wird es von Deutschlandradio (40 %), der Bundesrepublik Deutschland (35 %), dem Land Berlin (20 %) und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %). Die durchschnittliche Auslastung liegt über kontinuierlichen 80+ Prozent – aktuell 84,8% inklusive Einnahmesteigerung.

Wieder gibt es bei den Bildungsprojekten extra organisierte sechs Kinderkonzerte. Für Schulen gibt es auch Workshops, Probenbesuche und extra vergünstigte Konzertkarten.

Am 19. September 2015 gibt es eine zweite Auflage des Spontanorchesters „Symphonic Mob“. Jeder kann mitmachen, vorher sich die passenden Noten zum Thema Tanz von der Website holen und dann zur Mall of Berlin am Leipziger Platz kommen. Laien sitzen mit den Profimusikern Seite an Seite und lassen Musik von Brahms und Dvořák erklingen. Angestrebtes Teilnehmeralter: von 8 bis 88.

DSO 20150413 53 JPK Berlin © Frank Wesner_Als Chefdirigent wird Tugan Sokhiev am 25. und 26. Juni 2016 in der Philharmonie seinen Abschied als Chef feiern: Hector Berlioz „La Damnation de Faust“ steht auf dem Programm und Solisten werden sein Piotr Beczała (Faust), Sasha Cooke (Marguerite), Ildebrando d’Arcangelo (Méphistophélès).

Zum Einstieg in die Welt des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO) und auf dessen Musiker bietet sich der sehr gelungene Kurzfilm an: https://www.youtube.com/watch?v=36Tr5X38vZ0

DSO 20150413 34 JPK Berlin © Frank Wesner_

17.04.15 – 1 UA – 1 EA – 1 P

Toi.Toi.Toi doppelt nach Berlin und ins österreichische Kilb bei St. Pölten.
Im Berliner Grips Hansaplatz gibt es die Uraufführung „Ein Fest bei Baba Dengiz“ (eine Überarbeitung und Neufassung; SEHR ZU EMPFEHLEN!), die deutschsprachige Erstaufführung von „Schwester Robert Anne’s Cabaret Class“ der Neuen Berliner Scala im Coupé Theater Berlin-Wilmersdorf (von Dan Goggin, Übersetzung von Benjamin Baumann, Regie: Sebastiano Meli, mit Maike Katrin Merkel und Steven Desroches am Piano) und beim Musiktheater Frühling Kilb „My Fair Lady“ im Kulturzentrum K4 (Regie: Kathi Strommer, mit Maria Mucha, Boris Becker u.a.).

16.04.15 – 2 UA – 1 P – Kino

Toi.Toi.Toi nach Berlin, Bruchsal, Neuwied bei Koblenz und ins Kino.
In Berlin Compilation-Uraufführung „Trau Dich!“ der Musicalcompany im Café Theater Schalotte (von und mit wem auch immer – so viele beteiligt und keine Information auf ihrer Repräsentanz), in Bruchsal Uraufführung des von der Musicalwelt gern ignoierten 90minütige Liederabend „Eyjafjallajökull“ von Carsten Ramm und Hennes Holz im Stadttheater Bruchsal, Großes Haus (Regie: Carsten Ramm, Musikalische Leitung: Hennes Holz, Ausstattung: Ines Unser; mit 7 Schauspieler_innen)  und in Neuwied bei Koblenz Premiere „Zarah 47“ im Schlosstheater durch die Landesbühne Rheinland-Pfalz (Regie: Manfred Molitorisz, mit der Schwedin Karin Pagmar, die zuletzt als Madame Leonora Armfeldt in „Das Lächeln einer Sommernacht“ in Baden (bei Wien) zu sehen war). Ob sie dieses Stück schon einmal gespielt hat?  Ob die Musicalzentrale ihren Nachnamen richtig schreiben könnte?
Heute auch Kinostart „Dessau Dancers“ von Entertainment Kombinat GmbH – gut gemacht, leider zu wenig Geld für so eine historische Geschichte. HINGEHEN!

https://alleseintheater.wordpress.com/2015/02/21/dessau-dancers-ab-16-april-2015-im-kino/

24. Classic Open Air Berlin 2015 in Berlin

P2140911_ Nur fünf Konzerte von Donnerstag bis Montag vom 2. bis 6. Juli 2015 auf dem Gendarmenmarkt in Berlin. Vor dem Konzerthaus bzw. auf den Treppen wird die überdachte Bühne errichtet und der Zuschauerbereich flankiert vom deutschen und französischen Dom. 6000 Stühle werden auf dem platten Platz um die Schiller-Statue aufgestellt. Die günstigen Plätze ab € 45,- sind auf einer eigens errichteten Tribüne an der Markgarfenstraße. Bei Kartenpreisen bis € 102,- kommen da gerne 2,5 Millionen Euro Umsatz plus die hauptsächlichen Nebeneinnahmen beim 24. Classic Open Air Berlin 2015 zusammen.

P2140909_Auf ein Feuerwerk von Namen und Stars, die sich eher gegenseitig Konkurrenz machen, wird seit Jahren verzichtet. Die Konzeptkonzerte sind beliebt. Inhaltlich jährlich abwechselnd aber durchaus mit bekannten Etiketten wird hantiert: „First Night“ mit Crossover, italienische Sommernacht, Zauber der Romantik … Media On-Line Management mit Festivaldirektor Gerhard Kämpfe und Geschäftsführer Mario Hempel stellen sehr erfolgreich Programme für ihre bis zu 30.000 Zuschauer zusammen. Drei Monate vor den Konzerten sollen schon 12.000 Karten schon verkauft sein.

P2140907_Dieses Jahr kommt das Musical einmal mehr aus der Nische heraus, denn der Berliner Musicaldarsteller und Entertainer Lars Redlich führt singend und musizierend durch die „First Night“. Dabei auch die Berlinerin Patricia Meeden („Cabaret“, „Sister Act“) sowie „Three Ladies“ mit Dorothea Breil („Schwarzer Jahrmarkt“), Ina Nadine Wagler („Der Hauptmann von Köpenick“) und Marysol Ximènez-Carrillo („Der Graf von Monte Christo“) oder Sarah Schütz („Ich war noch niemals in New York“ Berlin). Dazu Jazzpianist Joja Wendt, Solisten von Pop und Klassik, das Ballett der Musikalischen Komödie Leipzig, das Deutsche Filmorchester Babelsberg unter Leitung von Robert Reimer.

Lars Redlich will als Countertenor Prinz Orlofsky mit „Ich lade gern mir Gäste ein“ beginnen, „I will always love you“ und „Music was my first love“ singen und alle Gäste an P2140914_verschiedenen Musikinstrumenten begleiten. Wenn dies noch nicht den Höhepunkt verspricht, so gibt es traditionell am Schluss ein Feuerwerk.

Es folgen am Freitag „Eine italienische Sommernacht“ mit dem Startenor Fabio Andreotti, dann „Zauber der Romantik in Feuer und Licht“ mit dem Anhaltischen Theater Dessau und am Sonntag „Die französische Sommernacht“. P2140915_Ein zwei geteiltes Programm, zunächst mit französischen Klassik- und Opernkomponisten gefolgt von einem Chanson-Solo mit Ute Lemper.

Am Montag bildet ein Sinatra-Konzert mit Roger Cicero, eigener 13köpfiger BigBand und einigen Gästen den Abschluss. Das ist Vielfalt, Crossover und gelebter Vorurteilsabbau. Denn die Genre greifen ineinander über und bieten Neues auf höchstem künstlerischen Niveau.

P2140903_

Was das Universum im Inneren hält – und nicht raus lässt – „Faust I und II“ als Musical in Berlin

Faust I und II 20150414 3 Berliner Ensemble © Frank WesnerDas Robert-Wilson-Universum mit wunderschönen Kostümen, Stoffen, Masken und vor allem Handschuhen wird bei „Faust I und II“ als Musical gepaart mit einer eher enttäuschenden, quietschenden und vor allem unpraktischen Bühne. Das erstaunt. Die Herbert-Grönemeyer-Lieder mit Goethe-Texten sind ok und abwechslungsreich.

Rotschopf Mephisto ist bei Christopher Nell wunderbar agil. Leider verliert er in der Mitte im zweiten Akt seine rotgetönten langen Haare – nebst den Teufelhörnchen – und bekommt dafür einen glänzend roten Samtanzug. Sogar mit Steppschuhen legt er zum Live-Orchester eine flotte Eisensohle auf die Vorbühne …

Faust I und II 20150414 7 Berliner Ensemble © Frank WesnerDr. Heinrich Faust wird anfangs von bis zu fünf Darstellern gleichzeitig gespielt, aber nachher nur einer. Können auch zwei gewesen sein. Margarethe immer von drei Schauspielerinnen.

Boulevardtheater ist hingegen ehrlicher und genauso unterhaltsam. Und oft gar nicht so prüde wie dieser antiseptische Abend. Nicht vergessen: Faust schwängert Gretchen, die daraufhin wahnsinnig wird … Eine Herbert-Fritsch-Inszenierung ist genauso virtuos und unterhaltsamer – zwar nicht immer, aber oft.

Was bleibt? Bleibt was? Herzlich wenig.

Die bekannten Textzitate sind nicht gestrichen worden, aber sprachlich wurden die Inhalte viel zu gleich behandelt. Beeindruckend (und) langweilig.

Ach so: sie spielen, singen, tanzen und bewegen sich absolut choreographiert. Ob das dann ein Musical ist?Faust I und II 20150414 2 Berliner Ensemble © Frank Wesner

GOETHE / WILSON / GRÖNEMEYER

FAUST I und II
Textfassung Jutta Ferbers

Mit: Antonia Bill, Christina Drechsler, Anna von Haebler, Dorothee Neff, Friederike Nölting, Theresa Riess, Laura Tratnik;
Raphael Dwinger, Lukas Gabriel, Matthias Mosbach, Christopher Nell, Luca Schaub, Marvin Schulze, Joshua Seelenbinder, Samuel Simon, Fabian Stromberger, Felix Tittel, Nicolaas van Diepen, Alexander Wanat

Orchester: Stefan Rager (Percussion, Computer), Hans-Jörn Brandenburg (Elektronisches Klavier, Computer), Joe Bauer (Klänge, Geräusche), Michael Haves (Synthesizer, Bass, Gitarre), Ilzoo Park (Violine), Sophiemarie Yeungchie Won (Violine), Min Gwan Kim (Viola), Hoon Sun Chae (Violoncello)

Regie, Bühne und Lichtkonzept: Robert Wilson
Musik und Lieder: Herbert Grönemeyer
Kostüme: Jacques Reynaud
Mitarbeit Regie: Ann-Christin Rommen
Mitarbeit Musik/Sound Design: Alex Silva
Dramaturgie: Jutta Ferbers, Anika Bárdos
Mitarbeit Bühne: Serge von Arx
Mitarbeit Kostüme: Wicke Naujoks
Musikalische Leitung: Hans-Jörn Brandenburg, Stefan Rager
Musikalische Arrangements: Herbert Grönemeyer, Alex Silva
Zusätzliche Orchester-Arrangements: Hans-Jörn Brandenburg, Alfred Kritzer, Lennart Schmidthals
Licht: Ulrich Eh
Videoprojektionen: Tomek Jeziorski

Die Inszenierung FAUST I und II wurde gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

neuer Premierentermin: Mittwoch, 22. April, 19Uhr

Fotoalbum zur 13 . Ausgabe der „schreib:maschine“ am 13. April 2015 in Berlin

Die Teilnehmer der 13 . Ausgabe der „schreib:maschine“ am 13. April 2015 in der Neuköllner Oper Berlin:
Tamara Bodden: „Alice“ mit Miriam Schröder, Lisanne Schröder, Markus Schön und Tamara Bodden
Nicolai Schwab und Carolina Walker: „Kartenspiel“ mit Carolina Walker, Fin Holzwart, Felix Freund und Nicolai Schwab
Alexander Kuchinka und Tilmann von Blomberg: „Zzaun!“ mit Simone Geyer, Nico Gaik und Tilmann von Blomberg
Marian Lux und Kevin Schroeder : „Lotte“ mit Anne Hoth, Oliver Arno, Marian Lux und Christoph Drewitz

Moderation und Begrüßungslied: Tom van Hasselt

Fotos zur Verwendung nach Absprache: © Frank Wesner

schreibmaschine 13 20150413 537 Berlin © Frank Wesner

13.04.15 – 1 UA und weiteres

Heut ist mehrfache Zellteilung in Berlin NÖTIG! Unglaublich.
Toi.Toi.Toi für die viel zu seltene „schreib:maschine“, um sich zu etablieren. Die offene Bühne findet zum 13. Mal statt und dabei ein zweites Mal in der Neuköllner Oper. Ob das unter der Leitung der DMA, Deutsche Musicalacademy, irgendwann besser wird?
Ein einmaliges Benefiz-Musical: Uraufführungspremiere „I am Jonny“ im Theater am Potsdamer Platz (präsentiert von TEAM RECYCLED; Benefiz-Abend; musikalischer Leiter: Jeffrey Abrego­Rulloda).
15 Jahre feiert das Berliner Kriminaltheater, Gallissas präsentiert eine nicht-öffentliche Lesung Schauspiels mit Musik EMPFÄNGER UNBEKANNT mit Alexander Franzen. Im Schlosspark-Theater gastiert GUNTHER EMMERLICH: „Die Welt und ich – 70 Jahre Emmerlich“.

12.04.15 – 4 P

Toi.Toi.Toi nach Annaberg, Gelsenkirchen, Heidelberg, Stade und Berlin.
In Annaberg Premiere „Hallo, Dolly!“ (Regie: Urs Alexander Schleiff, mit Elisabeth Markstein als Dolly und Leander de Marel als Rudolph), in Gelsenkirchen Premiere „Der Zauberer von Oz“ am MiR (Regie: Sandra Wissmann, mit Dorin Rahardja, Joachim G. Maaß u.a.), in Heidelberg Premiere „Cabaret“ (Regie: Andrea Schwalbach), in Stade Gastspiel-Premiere „Singin‘ in the Rain“ im Stadeum von der Kammeroper Prag mit der Oper Liberec (mit deutschen Dialogen und englischen Songs; auf Tour durch den deutschsprachigen Raum), in Berlin beginnden die NEUN(!) Voraufführungen „FAUST – Die alte Geschichte neu erzählt“ am Berliner Ensemble (Wilson/Grönemeyer meets Faust/Mesphisto & friends…) und in Berlin ist heute Aufnahmeprüfung für die Neuauflage Studienvorbereitung Neukölln – Musical.
In Freiberg letztmalig „Sunset Boulevard“.

11.04.15 – 1 UA – 2 P – 1 ÜN

Toi.Toi.Toi heute nach Kaiserslautern, Frankfurt am Main, Rudolstadt und Bad Freienwalde.
In Kaiserslautern URAUFFÜHRUNG „Everyman“ („Jedermann“ – „A Rock Mystery“) am Pfalztheater (von Günter Werno, Andy Kuntz, Stephan Lill und Johannes Reitmeier; mit Vanden Plas und das Orchester des Pfalztheaters; Regie: Intendant Johannes Reitmeier, Musikalische Leitung: Günter Werno, Choreographie: Christopher Tölle; mit Everyman, ein Jedermann Randy Diamond, Andy Kuntz, Maciej Salamon, Peter Floch, Monika Hügel, Astrid Vosberg, Adrienn Cunka u.a.), in Frankfurt am Main PREMIERE „Charleys Tante“ am Papageno Musiktheater in der Version von Lotar Olias von 1966, Buch: Gustav Kampendonk, Liedertexte: Kurt Schwabach (Regie: June Card, mit Hans-Dieter Maienschein), in Rudolstadt ÜBERNAHME „Singin in the Rain“ aus Nordhausen (Regie: Iris Limbarth, mit Gaines Hall, Katharina Boschmann, Andreas Langsch, Femke Soetenga u.a.)
und in Bad Freienwalde Premiere des neuen Solos von Stephanie Dietrich „LIEDER VOM LICHT – eine Musical-Comedy zwischen Elterngeldstelle und Showbühne“ im Filmtheater Bad Freienwalde (Oder).

10.04.15 – 1 EA – 1 P – 1 WA

Toi.Toi.Toi heute nach Wien, Köln und Karlsruhe.
In Wien österreichische Erstaufführung „Thrill Me“ von OFFstage im Off Theater (mit Bernhard Viktorin (Nathan Leopold) und Oliver Arno (Richard Loeb), Klavier: Bettina Bogdany, Regie: Johanna Arrouas, Bühnenbild: Michael Mathis, Kostüme: Katharina Kappert), in Köln „Heute Abend: Lola Blau“ von der Oper Köln (Regie: Eike Ecker, mit Katrin Wundsam, Pianist und Akkordeonistin) und in Karlsruhe Wiederaufnahme „Rocky Horror Show“ im Kammertheater K2.
Leider hat mir keiner gesagt, wann in der Philharmonie „Damnation de Faust“ für das heutige Konzert geprobt wurde…
Geplant war in Eggenfelden „Schlagt sie tot“ im Theater an der Rott (auch von Georg Kreisler).

Ich arbeite nicht mit Amateuren, meint Fassbinder

Der neue Dokumentarfilm „Fassbinder“ kommt vom Fernsehen gefördert in die Kinos. Er gibt chronologische Einblicke in das Leben und Wirken von Autor, Regisseur und Dominator Rainer Werner Fassbinder.

© Copyright Rainer Werner Fassbinder Foundation - fassbinder_still_copyright_rwff4_press

© Copyright Rainer Werner Fassbinder Foundation

Durchaus interessant, nicht alles erklärend, macht auch neugierig auf das Schaffen des Regisseurs. Viele Interviews vermitteln ein vielfältiges Bild, wo DIE Wahrheit es nicht gibt und der Zuschauer zwischen den Zeilen lesen, hören und schauen muss. Hervorzuheben ist das Verdeutlichen von Figuren in seinen Filmen, egal ob Frau oder Mann, in denen er sich und sein Liebesleben gespiegelt hat.
Da er beim Inszenieren viel über direkte, persönliche Kontakte gearbeitet hat und es gerne für den Schauspieler existenziell werden ließ, zeigt sich: der Erfolg kam über Instinkt. Das er später die Chance und das Geld bekam, nicht nur mit seiner Schauspielerkommune zu drehen, blieb selbst internationaler Erfolg nicht aus. Doch alles hat seinen Preis. Auch für ihn, der das durchaus weiß. Alkohol, Drogen und zuviel Arbeit bringen ihn 37jährig um. Seine Weggefährten sagen „Danke“ für die spannende Zeit – und sind glücklich, ihn überlebt zu haben.

Kinostart: 30. April 2015
Regie: Annekatrin Hendel

09.04.15 – 3x Kino

Toi.Toi.Toi heute für die Kinostarts: „Winnetous Sohn“ (Film ist ok, mit Karl-May-Festspiele Bad Seegeberg), „THE F-WORD – Von wegen gute Freunde!“ (OK; mit Daniel Radcliffe, Zoe Kazan) und „Elser“ (leider noch nicht gesehen).
Ich schaue heute die Dokumentation „Die Fassbinder Story“ einmal vor.
Heute in Bonn letztmalig „La Cage aux Folles“ und in St. Gallen „Moses“ von Michael Kunze und Dieter Falk (ob das Werk was taugt und über die Uraufführungsproduktion hinaus geht, einen Verlag bekommt oder einfach nachgespielt wird? Wer weiß…)

Fünf für volle Vielfalt – Creators Vorrunde 2 in Hamburg

Bei der zweiten Vorrunde des Creators-Wettbewerbs von neuen Musicals stellten sich wieder fünf Stücke vor. In 20 Minuten geben sie jeweils einen eigenen und auch eigenwilligen Einblick in ihre Musicals. Alle betreiben mächtig Aufwand, zeigen Lieder und spielen durchchoreographierte und -inszenierte Szenen. Dabei geht regelmäßig der Fokus verloren, denn etwas nebolös bleiben Idee, Ziel, Aussage, Aufbau oder auch die handelnden Personen an sich. Wer spielt eigentlich mit – und wie viele Darsteller teilen sich die Rollen auf?

Das Interesse ist wieder gewachsen, das Schmidt Theater am Spielbudenplatz ist absolut ausgebucht. Lukas Nimscheck war erneut das moderierende Showhighlight. Und die versprochene Auflistung der Mitwirkenden Autoren und Darsteller hängt aus. Sieben Juroren – meist Hamburger – waren sich zu meiner Überraschung absolut einig und nominierten nur eins der fünf Musicals fürs Finale. Damit haben sie sich für die jeweils einstündige Präsentation am 12. und 13. Oktober 2015 einen freien Platz aufgehoben, um nach der dritten Vorrunde noch ein Musical aus einer der Vorrunden nachzunominieren.

Ich war einfach froh, mich nicht sofort entscheiden zu müssen, denn diesmal waren alle fünf es Wert, mehr von sich in einer längeren Fassung zu zeigen. Es gibt Märchen, Historisches, Norddeutsches, Industriekritisches und singende Tiere.

„Die Vier von der Pier“ erzählt eine Geschichte über Seefahrer, Handelsleute und eine geklaute Beutekiste. Das ist eine nette Story, ziemlich harmlos, aber für Stimmung sorgend. Die Musik lädt zum Mitklatschen ein.

„Immer der Nase nach“ als gut gemachtes Familienmusical gewinnt diese Vorrunde. Märchen von gestern frech neu interpretiert ist wahrlich nicht originell („Cinderella“, „Grimm!“ etc.). Hier improvisiert die Erzählerin und irgendwie auch Hexe ein neues Märchen von einer Prinzessin mit einer langen Nase und zwei eifersüchtigen Schwestern. Von außen kommt irgendwie der Dreh auf einen Wettbewerb. Das ist Uptempo-Popmusik mit intelligenten Texten und Kritik aufs Ausgrenzen wegen Äußerlichkeiten.

„Compilation.“ erweist sich als spannende Geschichte über die Musikindustrie, die einen Boybandsänger offiziell sterben lässt, um danach riesige Umsätze zu haben mit postumen Neuveröffentlichungen. Da der Sänger Benny aber wieder auf die Bühne zurück will und ein weiblicher Fan einen Mordplan belauscht, kommt Dynamik in die Geschichte. Das Buch erinnert an „Hokus Pokus“ von Curt Goetz, musikalisch bedient es die Boy Band und eine Live-Gitarre hat auch eine Chance.

„Dogs“ startet als Referenz auf das Musical „Cats“ und erweist sich als vielfältige Gesellschaftssatire. Warum haben Menschen Kommunikationsprobleme und für Hunde nur Worte übrig? Als große Show mit unterschiedlichen Hundetypen, die ziemlich respektlos alles hinterfragen und auch mal steppen … Wohltuend war, dass die fünf Sänger live begleitet wurden vom Komponisten am Piano und einem Schlagzeuger.

„TROJA – Erzähl mir nix vom Pferd!“ kommt als Comedy-Musical über den Trojanischen Krieg daher, sehr locker, direkt und auch derb. Mit vielen Referenzen auf unser Heute. Doch auch mit intelligenten Texten. Der Autor führte als Erzähler durch die Präsentation. Lustig mit vielen Ideen schlüpfen fünf Darsteller in immer neue Rollen …

CREATORS 2015 im Schmidt Theater Hamburg – 2. Vorrunde mit 5 Musicals am Montag, 6. April 2015:
„Dogs“ (Johannes Kram, Florian Ludewig)
„Immer der Nase nach“ (Jörg Hilger, Harald Buresch)
„Compilation.“ (Dirk Mehnert)
„Die Vier von der Pier“ (Jann Hinnerk Timm, Jonas Kropp, Matthias Berger, Ben Kropp)
„TROJA – Erzähl mir nix vom Pferd!“ (William Danne, Rasmus Schumacher)

Fotos © Frank Wesner

Warten auf …

Ostersonntag, 5. April 2015 © Frank Wesner

„Vier Hochzeiten und ein Musical“ oder „The Drowsy Chaperone“ erneut in München

Was für eine mustergültige Inszenierung mit einem hochbegabten Ensemble, was aus der aktuellen Abschlussklasse der Musicalausbildung an der Bayrischen Theaterakademie August Everding gebildet wird. In sieben Vorstellungen gastierte die Produktion im Münchner Prinzregententheater und Regisseur Stefan Huber hatte feine Charaktere geschnitzt und geschmiedet. Der aus Chemnitz sehr bekannte Tom Bitterlich leitete seine Band von hinten über der Bühne sitzend. Bühnenbildner Karel Spanhak holte das doppelbödige Geschehen direkt an die Zuschauer auf den hochgefahrenen Orchestergraben in dem 1000-Plätze-Theater. Das bietet Möglichkeiten für einige Türen und Eingänge – der begehbare Kühlschrank steht sogar mal rechts an der Seite. Dafür gibt es in der Mitte ein überdimensionales Röhrenradio – wo die Live-Band versteckt ist. Die New Yorker Einzimmerwohnung hat nun genug Platz für große Tänze, doch der Mieter muss ziemlich oft mit seinem Sessel umziehen und Platz schaffen. Auch das „mitten im Zimmer“ landende Flugzeug nebst Hochzeitsabflug kommt zwar aus dem Bühnenhimmel geflogen, landet aber weit hinten ober auf dem Kulissenradio, womit vieles verschenkt und nur behauptet wird. Ob da eine technisch weniger opulente und dafür spielerisch witzige Variante nicht besser gewesen wäre?

Gay bedeutete einfach nur Spaß – und darum geht es in dieser Show

Vier Hochzeiten und ein Musical 20150318 München - SujetRalph Morgenstern ist Gastgeber und erzählender Mann im Sessel, der im dunklen Zuschauersaal beginnend im Publikum sitzend über das Theater sinniert. Mit Präzision und Betonung taucht mit ihm der Zuschauer gerne in längst vergangene Zeiten über – erlogene – Musicals und -stars. Eigentlich soll geheiratet werden, doch die Braut – die sich für meinen Geschmack mehr trauen könnte – will die Broadwaykarriere aufgeben, der flotte Bräutigam beeindrucken, der Manager die Hochzeit verhindern, ein Showgirl eine Karriere, die Anstandsdame beschwipst aufpassen, ein italienischer Lover sich verlieben, falsche Bäcker nicht nur mit Worten jonglieren, der Trauzeuge nicht nur das Steppen nicht vergessen, ein Diener nicht nur dienen und die Hausherrin endlich wissen, warum sie Gäste hat, was wiederum bei Personal & Reporter viele Fragen aufwirft. Mitten in diesen Turbulenzen landet Doppeldeckerpilotin Trix im Garten. Was Musicals alles so können …

Stefan Huber hat ehrliche Charaktere mit all ihren Nöten auf die Bühne gezaubert. Das Studentenensemble kann zeigen, was in ihm steckt. Erstklassig besetzt, wo fast jeder zeigen kann, was ihn ihm/ihr steckt. Sozusagen ein lebendiges Empfehlungsschreiben für die großen Bühnen!

„Vier Hochzeiten und ein Musical“ oder „The Drowsy Chaperone“ von Lisa Lambert, Greg Morrison, Bob Martin und Don McKellar, Deutsch von Roman Hinze

Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München im Prinzregententheater München, Premiere: 18. März 2015

Regie: Stefan Huber / Musikalische Leitung: Tom Bitterlich / Choreographie: Danny Costello / Bühnenbild: Karel Spanhak / Kostüme: Heike Seidler / Dramaturgie: Stephanie Serles, Janina Werner

Mann im Sessel: Ralph Morgenstern / Robert Martin, der Bräutigam: Peter Schmid / George, der Trauzeuge: Marco Toth / Janet van de Graaff, die Braut: Katrin Paasch / Die beschwipste Anstandsdame: Sampaguita Mönck / Feldzieg, der Broadwayproduzent: Oliver Floris / Kitty, das Showgirl: Christina Gößlbauer / Mrs. Tottendale, die Gastgeberin: Ruth Fuchs / Underling, der Diener: Fabian Raup / Gangster 1: Noah Wili / Gangster 2: Matthias Trattner / Aldolpho & Hausmeister: Till Kleine-Möller / Trix, die Fliegerin: Theresa Weber / Personal & Reporter: Julia-Elena Heinrich
Orchester: The Drowsy Radio Orchestra (Kooperation mit dem Jazz Institut der Hochschule für Musik und Theater München)

wichtig: Die Münchner Erstaufführung „The Drowsy Chaperone“ war im Spectaculum Mundi, Premiere: 09.01.2015!

04.04.15 – 2 P

Toi.Toi.Toi heute nach Radebeul und Linz.
In Radebeul Premiere „Feuerwerk“ bei den Landesbühnen (Regie: Peter Kube, mit Opersängern ohne Gäste) und in Linz Premiere „Leben ohne Chris“ in den Kammerspielen Promenade Linz als Freispiel-Produktion mit Jugendlichen aus Linz und Umgebung.

03.04.15 – Karfreitag – 1 P – 1 WA – Kino

Toi.Toi.Toi heute nach Stuttgart und Hamburg.
In Stuttgart Premiere „Working“ in englischer Sprache im Theater Center der Kelley Theater (Regie: Richard Roberts) und in Hamburg Wiederaufnahme „Der kleine Störtebeker“ im Schmidt (Regie: Carolin Spiess; mit Timo, Benny Zobrys u.a.).
Gestern am 02.04.15 war letztmalig „Rock It! – Das Musical“ im Theater am Kurfürstendamm Berlin und Kinostart „Best Exotic Marigold Hotel 2“ sowie am Di 31.03.15 in St.Gallen die Wiederaufnahme „Moses – Die 10 Gebote“ für eine extrem kurze Spielzeit.

Herrliche Zeiten janz weit wech: „Im weißen Rössl“ in Ingolstadt

Die weite Reise war es mehr als Wert. Und eine Menge Berliner sind dabei. „Schon mal ne Jejend ohne Bärliener jesehen?“ Das Schauspielensemble in Ingolstadt zeigt ein kleines, feines wie auch derbes und ungemein unterhaltendes „Im weißen Rössl“.

Im weißen Rössl 20150321 Stadttheater Ingolstadt - Bild mit BesetzungRegisseur Folke Braband arbeitet mit viel Timing und sich entwickelnden Situationen, in denen die Schauspieler glänzen – und sich gegenseitig Paroli bieten können. Die Personage ist nicht üppig, der Extrachor nur punktuell eingesetzt und Statisterie nicht angeheuert. Da fehlt es dann auch dem Schauspielregisseur an belebenden Parallelszenen, der Kaiser ist ein einsamer, allein gelassener Mann und in das eigentlich ausgebuchte Hotel gehen so gut wie keine weiteren Gäste. Keiner bekommt einen Kaffee etc.

Antje Rietz ist die derbe, zupackende und stimmgewaltige Rössl-Wirtin Josepha mit vielen Zwischentönen, Facetten und Farben. Richard Putzinger als unforciert spielendes Energiebündel Leopold mit dem Herz am rechten Fleck liefert sich spielerische Schlachten mit seiner Chefin. Jan Gebauer ist ein wunderbarer Giesecke. Teresa Trauth heizt als berlinernde Post-Kathi das Dialektkarrussel gekonnt an. Denise Matthey und Stefan Leonhardsberger fallen als Klärchen und Sigismund mit ihrer Frische, Lust und dem Tanzeinsatz besonders auf. Choreograph Dominik Büttner, der als Piccolo wirbelt, bewegt mit Augenmerk, was lustvoll tanzen mag. Dank der mitten im Geschehen platzierten 7er Band unter Leitung des Schlagzeugers Tobias Hofmann bleibt alles leicht, witzig wie auch volkstümlich.

Im weißen Rössl 20150321 Stadttheater Ingolstadt - TheaterINStephan Dietrich arbeite mit vielen Trachten und hatte auch für das Bühnenbild witzige Ideen. Denn eigentlich spielen alle mitten in drei überdimensionalen Wolfgangsee-Postkarten. Das ist witzig und trägt den Abend über. Äußerst ärgerlich ist aber, dass das Hotelbild ein kleines Fachwerkhaus – natürlich ohne Balkon(zimmer) – zeigt und der aus dem Seebild herausragende Steg ungeklärterweise rechts gleichzeitig ins und hinter das Hotel sowie mitten in den See hinein führt. Nett angedacht, schlecht weiter gemacht. Denn so ist das Bild eigentlich die reinste Behauptung – schade gegenüber dem mehr als gelungenen Spiel und den hinreißenden Darstellern. Nix wie hin nach Ingolstadt.

Im weißen Rössl Fassung »Bar jeder Vernunft« Singspiel in drei Akten frei nach dem Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg von Hans Müller und Eric Charell, Gesangstexte Robert Gilbert, Musik von Ralph Benatzky, sechs musikalische Einlagen von Robert Gilbert, Bruno Granichstaedten und Robert Stolz
Premiere am 21. März 2015, Theater Ingolstadt – Großes Haus

Regie: Folke Braband / Musikalische Leitung: Tobias Hofmann / Ausstattung: Stephan Dietrich / Choreografie: Dominik Büttner / Dramaturgie: Donald Berkenhoff & Paul Voigt / Regieassistenz: Rowena Butschke & Anna-Lena Henkel / Soufflage: Susanne Wimmer / Inspizienz: Annette Reisser
Josepha Vogelhuber: Antje Rietz / Leopold: Richard Putzinger / Wilhelm Giesecke: Jan Gebauer / Dr. Otto Siedler: Peter Reisser / Sigismund Sülzheimer: Stefan Leonhardsberger / Prof. Dr. Hinzelmann: Olaf Danner / Ottilie: Stefanie von Poser / Klärchen: Denise Matthey / Kaiser: Sascha Römisch / Piccolo: Dominik Büttner / Kathi: Teresa Trauth / Bratsche: Katie Barritt / Klavier: Jan Eschke / Cello: Monika Fuhs / Schlagzeug: Tobias Hofmann / 1. Geige: Blerim Hoxha / Kontrabass: Ludwig Leininger / 2. Geige: Franziska Wilkesmann

Dem Film eine Bühne geben: Uraufführung „Rock It!“ in Berlin

Rock It! - Das Musical_Logo+Motiv+www_150dpiDeutsches Musical in Strukturkrise? Eine exemplarische Versuchsanordnung weist in Berlin auf das Dilemma hin.

2010 kam der eigens geschriebene Musicalfilm „Rock It“ in die Kinos. Die 15-jährige Julia ist eine ausgezeichnete klassische Pianistin, die auf einen Platz im Musikinternat „Amadeus“ hofft, dabei aber lieber Keyboarderin in der Jungens-Rock-Band „Rock It“ wird. Klassik trifft auf Rock, E- auf U-Musik, Eltern auf Kinder. Dabei wird musiziert, gesungen, gespielt, getanzt und die deutsche Musicalszene ignoriert den gänzlich an ihr vorbei produzierten Kinofilm weitestgehend.

Das sollte die Uraufführung der Bühnenversion mit den gelungenen Liedern aus dem Film plus Ergänzungen nun ändern. Doch die Fassung kommt nicht über den Versuch einer Schüleraufführung hinaus, was nicht in erster Linie an den ca. 80 beteiligten Schülern liegt. Die machen das, was sie eben können – aber auch nicht mehr. Das Theater am Kurfürstendamm ist auch nur angemietet und bietet den professionellen Rahmen, Licht und Ton sind extra dabei.

Doch den Film mit seinen Dialogen einfach live nachzuspielen, ist herzlich plump, wenig und schwach. Wer ist denn auf die Idee gekommen, „Live on Stage“ würde genügen? Leider fanden die Produzenten keine Unterstützung aus der Musicalbranche, die den Film für die Bühne gründlich umgeschrieben hätten. Als nächstes fehlt ein Regisseur, der Szenen zum Leben erweckt und den Schülern Spielmöglichkeiten zeigt. Daniel Axt als Filmhauptdarsteller und Rockmusiker scheint da nicht gut besetzt gewesen zu sein. Das Profis über einen längeren Zeitraum mit Schülern durchaus arbeiten können, hat die Theaterpädagogik der Komischen Oper unlängst mehrfach mit „Oper sucht Klasse“ bewiesen.

Rock It! - Das Musical_Logo+EnsembleMotivDer Film schlecht für die Bühne adaptiert und schwach inszeniert. Musikalisch interessant aufgepeppt mit einem großen, klassischen Jugendorchester der Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg, dem Backgroundchor Canzonetta und einer Rockband plus dann die musizierenden Darsteller (wenn sie denn alle alles live spielen würden …). Doch jeder stößt schnell an seine Grenzen, auch wenn Dirigent Till Schwabenbauer alles im Blick hat. Rätselhaft das Einfügen von zwei klassischen Werken, die dann wiederum so schwer sind, dass sie einfach gerade so klingen wollen.

Die Choreographien sind dem Film entlehnt, die für die Bühne auch zu schwer sind. Zum anderen wird mächtig Ballett zitiert, was wunderschön gemeint ist, aber in Berlin von Schülern auf anderen Bühnen wesentlich anders zu sehen ist. Mit Kulissen wird geschoben, was aber den Schnitt vom Film hinterher hechelt. Atmosphäre ist anders. So sehen durchaus Schüleraufführungen in Berliner Gymnasien aus. Manchmal aber dort auch besser, weil mit Musicalprofis zusammen gearbeitet wurde.

Die Schüler sind meist mehrfach besetzt und zeigen Lust am Spiel. Sie sind mit viel Einsatz dabei und sehr souverän. Schlagzeuger Thilo Brandt ist der absolute Felsen in der Brandung. An ihrer Seite geben Erwachsene die Lehrer- bzw. Elternrollen, wo Jana Lose als Direktorin und Tobias Frieben als Beachclubleiter positiv auffallen.

Was wäre wenn? Was wäre, wenn Musicalautoren und Texter den Film für die Bühne adaptiert hätten? Was wäre, wenn ein Musicalregisseur mit den Schülern gearbeitet hätte und neue Tänze für sie individuell gestaltet worden wären? Was wäre, wenn Musical in Deutschland nicht dauerhaft auf der ehrenamtlichen Schiene festgezurrt wäre?  Rock It! - Das Musical zum Film 20150327 Theater am Kurfürstendamm Berlin - TAMUTHEA eV - Banner 2