64 Fotos vom Happy End

„An die Gewehre, Seele in Not!“ – Lilian Holiday, idealistischer Shooting-Star der örtlichen Abordnung der Heilsarmee, trifft auf Bill Cracker, rücksichtsloser Mann der Tat und Gangster-Boss. Die ehrgeizige Mission, Cracker gegen alle seine Überzeugungen und Widerstände zu missionieren, führt Miss Holiday letztendlich zu einem Gefecht, bei dem ihr eigenes Seelenheit existeniell auf dem Spiel steht. Wessen Seele dabei gerettet wird und wie, zeigt sich „happyendlich“ zum Finale der quicklebendigen Komödie mit Musik.

Elisabeth Hauptmann, langjährige Mitarbeiterin Brechts, schrieb das Textbuch zu diesem Melodram, Kurt Weill und Bertolt Brecht sorgten für die Musik und die Songtexte – im Kern das schöpferische Team, das nach der DREIGROSCHENOPER ein weiteres Schauspiel in der Stimmung und im Duktus des vorangegangenen Welterfolgs realisierte. Mit der DREIGROSCHENOPER von 1928 und der Oper AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von 1930 kam HAPPY END 1929 als der Mittelteil einer Trilogie der drei großen Gemeinschaftsarbeiten der Werkstatt Brecht/Weill auf die Bühne. Viele Songs des Schauspiels sind seit der Uraufführung fester Bestandteil des Konzertrepertoires: „Bills Ballhaus in Bilbao“, „Surabaya Johnny“, der „Matrosen-Tango“ — und stehen beispielhaft sowohl für den herausragenden Lyriker Brecht als auch für das musikalische Genie Kurt Weills.

»Happy End«
Musik von Kurt Weill, Songtexte von Bertolt Brecht, Buch von Elisabeth Hauptmann
Premiere am 13.5.2022 im Renaissance-Theater Berlin
Inszenierung: Sebastian Sommer | Musikalische Leitung: Harry Ermer | Bühne: Philip Rubner & Alexander Grüner | Kostüme: Wicke Naujoks & Ariane Warns
mit Sophia Euskirchen, Gabriel Schneider, Jacqueline Macaulay, Klaus Christian Schreiber, Noëlle Haeseling, Felix Lüke, Martin Schneider, Moritz Carl Winklmayr, Johanna Asch, Lennart Preining, Daniel Warland
Musik: Harry Ermer, Semjon Barlas, Karola Elßner, Johannes Gehlmann, Stephan Genze, Roland Schmitt, Otwin Zipp

Pressetext vom Theater, Fotos © Frank Wesner

2022 bedeutet 30 Jahre BAR JEDER VERNUNFT & 20 Jahre TIPI AM KANZLERAMT

Proseccokorkenknallen in den legendären Zelten zu legendären Zeiten. 30 Jahre BAR JEDER VERNUNFT & 20 Jahre TIPI AM KANZLERAMT. Es war keine Erfolgsgeschichte von Beginn an. Nach der Eröffnung der Bar am 5. Juni 1992 waren die Betreiber im Oktober Pleite. Doch im März 1993 wurde das Zelt auf dem Parkdeck neben dem (heutigen) Haus der Berliner Festspiele in der Berliner Schaperstraße wieder aufgebaut. Die Zeiten damals verlangten nach Auftrittsorten für Künstler, die andernorts nicht auftreten durften. Es gab prominente Patenschaften und Kulturaktien. Die Betreiber überlebten die letzten zwei Jahre Dank circa 4 Millionen Euro von Bund und Land für Personal und baulichen Investitionen. Die Publikumsdiskriminierung der letzten Monate wird vielleicht in zwei oder erst drei Jahren genauer betrachtet werden.

Im Jubiläumsjahr 2022 wird vorwiegend mit einheimischen Künstlern gefeiert. Und nicht alle Formationen sind noch existent. Die Geschwister Pfister präsentieren ab 13. April 2022 original-rekonstruiert das Programm, mit dem sie zum ersten Mal im Gründungsjahr 1992 auf der Bühne der BAR JEDER VERNUNFT standen: „Melodien für’s Gemüt“, in Originalbesetzung! Die letzten Restkarten werden gerade im Internet verkauft – preiswert war die nicht Kultur-subventionierte noch nie und das kulinarische überteuert. Legendär.

Möge nicht nur ein Berliner Publikum den Weg wieder öfter in die Zelte und Theater finden.

CYRANO (Musical-Verfilmung des Klassikers CYRANO DE BERGERAC) Kinostart: 3.3.2022

Die Musik stammt von Aaron und Bryce Dessner, den Komponisten des Musicals Cyrano, das 2018 im Norma Terris Theatre in Chester, Connecticut (USA), uraufgeführt wurde und auf dem der Film beruht. Die Songtexte schrieb Matt Berninger. Es spielt die Indie-Rock-Band „The National“, der Berninger und die Dessners angehören. Ganz anders als die extrem gelungene deutsche Version von 2018, Das schönste Mädchen der Welt, die mittels Rap-Battles die Geschichte ins Heute ransformierte.
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Christoph Cierpka. Claus-Peter Damitz spricht Cyrano (Peter Dinklage), Milton Welsh spricht Le Bret (Bashir Salahuddin), Muriel Bielenberg spricht Roxanne (Haley Bennett), Rainer Fritzsche spricht Valvert (Joshua James), doch SINGEN SIE AUCH IHRE ROLLEN? Ob es noch Nachträge in der Synchronkartei geben wird?
deutscher Kinostart am 3. März 2022

Ulrike tratscht Kino

Peter Dinklage („Game of Thrones“) spielt den tragischen Titelhelden in Joe Wrights Musical-Verfilmung von „Cyrano de Bergerac“, eine der größten Liebesgeschichten der Welt.

Edmond Rostands Theaterstück (1897) wurde schon mehrmals verfilmt und ist das meist gespielte Stück auf französischen Theaterbühnen.

Frankreich, Ende des 17. Jahrhunderts. Der kleinwüchsige Armee-Offizier Cyrano de Bergerac (Peter Dinklage) ist ein exellenter Poet und ein furchtloser Schwertkämpfer. Heimlich ist er in seine Cousine und Freundin Roxanne (Haley Bennett) verliebt, traut sich aber aufgrund seines Aussehen nicht, ihr dies zu gestehen. „Mein Schicksal ist es, sie nur aus der Ferne zu lieben“.

Nach einem Fecht-und Degenduell, trifft sich Roxanne mit Cyrano und erzählt ihm, dass sie verliebt ist. Ein ganz kurzer Moment der Freude huscht über sein Gesicht. Nein, nicht er. Es handelt sich um einen neuen, gut aussehenden Rekruten aus seinem Regiment, der Christian heißt. (Kelvin Harrison Jr.)

Auch Christian hat sich in die hübsche Roxanne…

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Blondinen bevorzugt - Gentlemen Prefer Blondes

Blondinen bevorzugen Fortsetzungen

740 Vorstellungen ensuite von „Gentlemen Prefer Blondes“ machten nur Carol Channing in der Rolle der blonden Lorelei Lee zum Star. Das Musical selbst, die Autoren und auch die anderen Mitwirkenden in den 647 Tagen im Ziegfeld Theatre am New Yorker Broadway vom 8. Dezember 1949 bis 15. September 1951 schafften es mit „Blondinen bevorzugt“ nicht. Die Verfilmung von 1953 half extrem, dass dieses Musical nicht in absolute Vergessenheit geriet – und es unterscheidet sich extrem von der Bühnenvorlage nebst Handlung, Szenen und Songs. Jane Russell war damals schon ein Star, Marilyn Monroe wurde gerade ein Weltstar.

Eigentlich ist die Werksgeschichte interessanter als die an einigen Stellen seicht zusammengestrickte Story von zwei Freundinnen auf Überseefahrt, die ihr Lebensziel in reicher Heirat und bleibenden materiellen Werten sehen. 1925 veröffentlichte Anita Loos ihren gleichnamigen Roman, den sie 1926 in ein Schauspiel umarbeitete und der 1928 noch als Stummfilm gedreht wurde. Über 20 Jahre später verarbeitete sie ihren Personage zusammen mit Joseph Fields zum Musical, wo Leo Robin die Gesangstexte und Jule Styne die Melodien beisteuerten.

Die Filmkomödie von 1953 unter der Regie von Howard Hawks dann mit teilweise anderer Musik und vielen verändernden Ideen wurde ein richtig großer Erfolg im Kino. Und dieser Umsatz sollte gleich wiederholt werden, denn selbst „Gentlemen Prefer Blondes“ hatte 1927 mit „But Gentlemen Marry Brunettes“ schon eine Romanfortsetzung durch Anita Loos. Die Verfilmung davon durch Regisseur Richard Sale war 1955 kein Erfolg und in Deutschland unter „So liebt man in Paris“ zu sehen.
Wenn Kinofortsetzungen schon damals nichts Neues waren, so bleiben sie für die Theaterwelt oft ungewöhnliche Einzelfälle. Für Carol Channing – inzwischen nicht mehr 28 sondern 53 Jahre jung – als Legende, Zugpferd und Starvehikel zur Vermarktung gab es ein Wiedersehen mit der nächsten Generation in „Lorelei“. Mit einem neuen Pro- und Epilog hieß es für 320 Vorstellungen (und 11 Voraufführungen) vom 17. bzw. 27. Januar bis 3. November 1974 im Palace Theatre in New York „Gentlemen Still Prefer Blondes“. Kenny Solms und Gail Parent schrieben das Buch und Jule Styne komponierte hierfür zusätzliche Songs mit Gesangstexten von Betty Comden und Adolph Green. Die verwitwete Lorelei erinnert sich an die Umstände ihrer Vermählung…
Die Titelfigur in „Hello, Dolly!“ spielte Carol Channing übrigens in drei Ensuiteproduktionen: 1964 bis 70, dann 1978 und dann mit fast 75 Jahren noch einmal 1995/96!

Von „Lorelei“ ist keine Produktion in Deutschland bekannt. Aber „Gentlemen Prefer Blondes“ schaffte es sogar ein einziges Mal auf eine deutsche Bühne: Am 31. Dezember 1988 war die deutschsprachige Erstaufführung im Stadttheater in Pforzheim-Osterfeld – also dem alten Theaterstandort. Deutsche Dialoge von Gabrielle Peter, deutsche Gesangstexte von Beate Rygiert-Schmidt. Ronald F. Stürzebecher führte Regie und Jeremy Hulin hatte die Musikalische Leitung („erst im Laufe des Abends in ansprechender Form“) bei der Choreographie von Valerie Aris („saß wie maßgeschneidert“). Die „schwungvolle“ Orchestrierung besorgte damals Volker M. Plangg („Nicht hoch genug zu loben“). Schon damals bemerkte der Chefredakteur der (damalig so betitelten) Zeitschrift „Das Musical“ im Februar 1989 auf Seite 16: „Da müsste dringend am Buch gefeilt werden … etliche gelungene, amüsante Szenen, die sich allerdings nicht aneinander reihten.“
Denn nicht nur die heutzutage (und eigentlich auch damals) schon zu hinterfragenden Werte und Partnerschaftsvorstellungen der Protagonisten sind ein Problem des Musicals, sondern schlichtweg auch die oft aneinander gereiht wirkenden Szenen und Spielorte. Vom Hafen in New York aus startet das Passagierschiff „Île de France“ Richtung Paris, was ja bekanntlich nicht am Meer liegt. Dann ein paar Szenen in der französischen Hauptstadt nebst Cabaret. Das Ensemble auf der Bühne und auch im Orchestergraben ist nicht gerade klein und braucht individuelle Könner überall, auch im Chor und Ballett. Immerhin ist sachlich richtig, dass die Olympischen Sommerspiele 1924 in Paris stattfanden und dorthin die Tänzer bzw. die Olympioniken reisten. Operetten ähnlich gibt es dann schnell noch das Finale in New York nebst – nicht der Erbtante sondern – dem versöhnten Vater. Da mag man eher ungern ins Detail schauen…

Der Berliner Bühnenverlag Felix Bloch Erben vergab schon 2013 den Auftrag, das Stück neu zu übersetzen durch Christian Gundlach (Dialoge) und Edith Jeske (Songtexte). Die 22 Lieder inklusive Reprisen sind nicht wirklich bekannt. Hier lohnt sich immer wieder der Blick auf die äußerst gelungenen Details der Neudichtung, die Schwung, Witz und Wirkung zeigen. So bleibt nicht nur das Titellied im Gedächtnis, sondern natürlich der Diamanten-Evergreen und auch Dank des „widerlichen Kerls“ „Das kleine Mädchen von Little Rock“.
Aber auch in Deutschland ergibt sich eine außergewöhnliche Fortsetzung. Nachdem die durch die Pandemie erzwungen verschobene Erstaufführung an der Staatsoperette Dresden erst am 23. Oktober 2021 ins Repertoire startet, wechselt das Musical den Verlag zur Concord Theatricals Collection (da bei Tams-Witmark) zur Neustrelitzer Premiere, die nicht ganz einen Monat später am 14. November 2021 folgt.

Da das nicht ganz unproblematische Buch immer wieder zu neuen Lösungen führen wird, ist dem Musical „Blondinen bevorzugt“ („Gentlemen Prefer Blondes“) eine weiter spannende Werkgeschichte und vor allem Fortsetzungen mit Inszenierungen zu wünschen.

Frank Wesner

Blondinen bevorzugt - Gentlemen Prefer Blondes
Blondinen bevorzugt – Gentlemen Prefer Blondes

Eine neue Operette für Berlin 2021

Jetzt ist es endlich soweit: Die »Operette für zwei schwule Tenöre« feiert Uraufführung am 6. Oktober 2021 im BKA Theater Berlin. Zwei Sänger und zwei Lebensentwürfe begegnen sich im Kontext von Stadt trifft Land – und das in einem Genre, was (früher) als frech und provokant galt. 16 Lieder wurden im Stile der alten (Berliner) Operetten neu geschrieben und arrangiert als Halbplaybacks. Auf der Bühne steht neben den Titel gebenden zwei schwulen Tenören noch eine namenlose Company aus drei Sängern.
Verführung und Verwirrung der Gefühle mit Happy End oder der wohlwollenden Operettentante vom dritten Akt? Zunächst für zwei Wochen im Berliner BKA Dachgeschosstheater zu erleben.

Operette für zwei schwule Tenöre
Operette von Florian Ludewig und Johannes Kram
Uraufführung am 6. Oktober 2021 im BKA Theater Berlin
Regie: Johannes Kram und Marco-Krämer Eis | musikalische Leitung: Florian Ludewig | Choreografie: Michael Heller | Kostüme: Cleo Niemeyer | Chorleitung: Lili Sommerfeld
Mit Ricardo Frenzel Baudisch als Tobi und Felix Heller als Jan sowie der »Company« Tim Grimme, Tim Olcay & Pascal Schürken

Sweeney Todd in der Musikalischen Komödie Leipzig

Statt am 20. Februar 2021 oder am 5. Juni 2021 war nun am 26. Juni 2021 „Sweeney Todd“-Premiere an der Musikalischen Komödie Leipzig. Die zweite Neuproduktion nach der langen Renovierung. Die Zuschauer saßen mit Abständen zu anderen Gruppen im Theater. Leider verzichtete das Land Sachsen nicht wie andere Bundesländer auf den Maskenzwang während der Vorstellung. Das erleichterte mir die Entscheidung, auf alle Fälle NICHT extra hinzufahren. Gerne, wenn es halbwegs annehmbare Randbedingungen für einen Theaterbesuch wieder geben sollte. Zwölf teilweise unvergessene Inszenierungen sind bei mir noch in Erinnerung.

Die Verschiebungen und andere Umstände hatten auch Veränderungen in der Besetzung zur Folge.
LEITUNG Inszenierung & Licht Cusch Jung | Musikalische Leitung Stefan Klingele / Christoph-Johannes Eichhorn | Bühne, Kostüme Karin Fritz | Choreinstudierung Mathias Drechsler | Dramaturgie Nele Winter |
BESETZUNG Sweeney Todd Jan Ammann –> Vikrant Subramanian | Mrs. Lovett Sabine Töpfer | Die Bettlerin Nora Lentner –> Julia Lißel | Tobias Anna Evans | Johanna Katia Bischoff | Anthony Hope Jeffery Krueger –> Justus Seeger | Büttel Bamford Justus Seeger –> Jeffery Krueger | Pirelli Andreas Rainer | Richter Turpin Michael Raschle | Mr. Fogg Radoslaw Rydlewski –> Roland Otto | Ein Vogelhändler Holger Mauersberger | Chor und Orchester der Musikalischen Komödie2

Hier der Link zu einer Rezension auf MusiKultur.com: „In der frisch renovierten Musikalischen Komödie in Leipzig kann der Zuschauer aktuell Cusch Jungs Inszenierung des Sondheim-Musicals „Sweeney Todd“ erleben – mit viel historischem Charme, großartigen Stimmen und einem gehörigen Gruselfaktor.“

Tiefschwarzer Humor – „Sweeney Todd“ in der Musikalischen Komödie Leipzig — MusiKultur.com

Heißer Sommer in the Heights

Endlich kommt die Verfilmung des Bühnenmusicals „In the Heights“ in die Kinos. Fünf verschiedene Inszenierungen des quasi Erstlings von Hamilton-Creator Lin-Manuel Miranda (zusammen mit Autor Quiara Alegría Hudes) durfte ich bisher emotional durchleben. Der Film will sich bewusst in vielen Punkten von seiner eigenen Vorlage lösen und unterscheiden. Was für ein Vorhaben!

Und trotzdem bleibt der Film sehr dicht am Zauber und der Magie der Bühne. Auch wenn quasi unendlich viele Filmstile der Musicalfilme Hollywoods zitiert werden. Beispielsweise geht es zur sommerlichen Abkühlung ins Schwimmbad inklusive eines Synchronwasserballetts – wenn auch nur sehr sehr kurz. Ebenso tanzen Menschenmassen auf einer der New Yorker Stadtteilkreuzungen. Ebenso kann entlang der Häuserfronten entgegen der Schwerkraft getanzt und gesungen werden. Warum? Egal! Es ist einfach nicht nur groß, sondern groß gedacht und großartig gemacht. Vielleicht manchmal auch etwas zu viel.

Usnavi (von allen Seiten hochgelobt: Anthony Ramos) ist nicht nur (wieder) der Erzähler, sondern leitet die Rückblende, die noch eine magische Überraschung bereit hält. An seiner Seite zwei Musicaldarsteller aus der Originalinszenierung. Olga Merediz ist als Ziehoma Abuela Claudia einfach göttlich und frisch – und gar nicht eine Rolle spielend, mit der sie im 37 Arts Theater (Off-Broadway) und Richard Rodgers Theatre New York über tausend Mal auf der Bühne zu erleben war. Der Bühnenusnavi ist jetzt als Eisverkäufer Piragüero / Piragua Guy unterwegs und bringt sichtlich noch mehr gute Laune. Es ist der Komponist Lin-Manuel Miranda (Jack in Mary Poppins Returns, 2018).

Auffallend auch das gute Design – nicht nur des Films – der Werbekampagne mit Charakterpostern und Stationenplakaten. Es wurde sogar mit stilisierten Grafiken gearbeitet. Und was bleibt plötzlich davon übrig: drei sich sonnende Frauen (vom Beautyshop) auf der Mauer! Hier bricht das absolute Klischee ein, was vorher so geistreich, vielschichtig vermieden werden konnte.

Wurde das Lied „Home All Summer“ extra für eine mögliche Oscar-Nominierung von Miranda neu für den Film geschrieben? Die Latin-Pop-Nummer ist während des Abspanns zu hören. 1999 entstand die erste Stückfassung an der Wesleyan University, 2007 bis 2009 dann auf New Yorker Bühnen, am 6. Mai 2015 die deutschsprachige Erstaufführung am Konservatorium Wien Privatuniversität, am 28. Mai 2016 die deutsche Erstaufführung am Gymnasium Lohne und 2019 dann die Verfilmung an Originalschauplätzen im Norden von Manhattan. Dem Film und den weiteren Kinoprojekten von Miranda ist größtes Interesse zu wünschen, denn dann realisieren sich seine zukünftigen Kinoprojekte bestimmt einfacher. Vielleicht haben auch mehr Theater Lust, dieses zeitkritische Stück für ihre Bühnen zu öffnen.

Frank Wesner

In the Heights – ab 22. Juli 2021 in den deutschen Kinos

In the Heights
USA 2019 / ab 22. Juli 2021 in den deutschen Kinos
, 143 Minuten, deutsche Dialoge und Lieder im Original

Regie: Jon M. Chu | Drehbuch: Quiara Alegría Hudes | Produktion: Anthony Bregman, Quiara Alegría Hudes, Mara Jacobs, Lin-Manuel Miranda, Scott Sanders | Musik: Lin-Manuel Miranda, Alex Lacamoire, Bill Sherman | Kamera: Alice Brooks | Schnitt: Myron Kerstein

Anthony Ramos: Usnavi de la Vega | Lin-Manuel Miranda: Piragua Guy | Melissa Barrera: Vanessa | Stephanie Beatriz: Carla | Jimmy Smits: Kevin Rosario | Dascha Polanco: Cuca | Ariana Greenblatt: junge Nina | Corey Hawkins: Benny | Susan Pourfar: Hannah Hathaway | Daphne Rubin-Vega: Daniela | Olga Merediz: Abuela Claudia | Leslie Grace: Nina Rosario

Eine Stimme für Deutschland

musicalischer Wahlkampf mit der UdK

Gefallen hat mir diese „Eine Stimme für Deutschland“ durchaus, auch wenn ich die eingebauten Selbstreferenzen auf das Theater am Gelungensten fand und die Geschichte insgesamt (wieder einmal) viel zu wenig Haken schlug bei (notwendigen) etlichen Verästelungen. Jedenfalls waren Gags wie „Psst, sonst ist der ganze Spannungsbogen für die Zuschauer hin“ sehr gekonnt und niemals billig eingebaut. Aber nach circa 40 Minuten folgen urplötzlich zwei Szenen, die nur darauf abheben, den nicht vorhandenen Exmann und Familienvater eben nicht näher zu thematisieren. Und die Überraschung sollte dann am Ende keineswegs mehr überraschen, denn als Alina Deutschmann ist Joel Zupan besetzt. Somit nicht ganz der Drehpunkt (und die Klasse) wie vom Musical „Hairspray“.

Deutschland mit seinen drei Flaggenfarben dient als stilisierter, schräger Tritt- und Tanzboden für ein Ensemble von acht Kommilitonen des 3. Studienjahrs der Musical/Show-Klasse der UdK Berlin. Nur ein kurzer Hinweis, dass zwei Studenten seit Studienbeginn den Jahrgang verlassen haben und sie zu Beginn zu zehnt waren. Die große Herausforderung aller, circa 16 jährige Schüler oder auch deren Elternteile zu spielen, gelingt erwartungsgemäß. Aber mit ihrer Lust am Spiel dieser Wahlkampffarce zeigen sie ihre Talente und Können. Gerade von der Figur des neuen, naiven und alles kommentierenden Mitschülers habe ich mir sogar mehr Sprüche und Randbemerkungen gewünscht. Naturgemäß entstehen Favoriten unter den acht Hauptrollen.

Selten haben mich Thomas Zaufkes Melodien so an Alan Menken erinnert und weniger an Zaufke. Trotzdem wird gekonnt mit Stilen und Ensembles facettenreich hantiert und ich wünsche sehr dem Musical und mir eine CD-Aufnahme. Auch Peter Lunds träumerischen Lieder von einem respektvollerem Zusammenleben bestechen durch ihre Klarheit und Aussagekraft. Die kleine Band ist halb versteckt ins angrenzende Studio (aka frühere Garderobe) gesteckt worden, so dass die breite Bühne sich ausbreitet vor circa 60 Zuschauern in einem wirklichen Schachbrettsitzplan mit genauer Abwechslung. Niemand darf zusammen sitzen, was noch mehr Beinfreiheit beschert. Dafür haben viel zu wenige die Chance, dieses Musical als Statement zur undurchsichtigen politischen Lage Deutschlands zu erleben.

Eine Stimme für Deutschland
Die musikalische Quittung
Musik: Thomas Zaufke | Text: Peter Lund

Uraufführung am 11. Juni 2021 (bis 25. Juli 2021) in der Neuköllner Oper Berlin, Kooperation mit dem Studiengang Musical/Show der UdK Berlin

Regie: Peter Lund | Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Tobias Bartholmeß | Arrangements: Markus Syperek | Choreografie: Cristina Perera | Bühne und Kostüm: Ulrike Reinhard
Regula Hartmann-Hagenbeck: Veronika de Vries | Claudia Zweitens: Clarissa Gundlach | Albert von Mattersdorf: Soufjan Ibrahim | Sophie Hartmann-Habenbeck: Maria Joachimstaller | Anuk Gritli Hürlimann: Gwen Johansson | Adolf „Dolfi“ Obermeyer: Fabian Sedlmeir | Gerlind Deutschmann: Mascha Volmershausen | Alina Deutschmann: Joel Zupan
Musiker*innen: Jo Gehlmann/Peter Geltat (Gitarre), Markus Syperek/Vitaliy Kyianytsia (Klavier), Leonardo von Papp (Schlagzeug), Ralph Gräßler (Bass), Hans-Peter Kirchberg/Tobias Bartholmess (Synthesizer)

Eine Stimme für Deutschland
Eine Stimme für Deutschland – Uraufführung am 11. Juni 2021 (bis 25. Juli 2021) in der Neuköllner Oper Berlin, Kooperation mit dem Studiengang Musical/Show der UdK Berlin

textliche Musicalgrundlagen von Peter Lund

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Peter Lund – Autor, Liedtexter, Übersetzer, Buchbearbeiter, Regisseur und Dozent. Geboren am 30. Dezember 1965 in Flensburg und nicht nur gefragter Musiktheaterregisseur für Musical, Operette und Oper, sondern seit 2002 Professor und Leiter am Studiengang Musical/Show an der Universität der Künste Berlin.

Ein schneller Griff ins CD-Regal fördert viele Erinnerungen hervor. Und irgendwie auch Lücken in der Sammlung, die ich längst geschlossen dachte. Ergo: Wer auch immer die CD vergessen hat zurückzugeben, bitte … ist schon klar.

4 x 4 the berlin songbook (2000) vier Komponisten Rainer Bielfeldt, Andrew Hannan, Wolfgang Böhmer und Niclas Ramdohr und die vier Texter Edith Jeske, Peter Lund, Thomas Pigor und Holger Siemann haben sich zusammengesetzt und 16 Songs geschrieben
Babytalk (2000), Musik: Thomas Zaufke (UA: 30. April 2000, Neuköllner Oper Berlin)
Drachenherz (2019), Musik: Wolfgang Böhmer (UA: 2. April 2019, Opernhaus Chemnitz)
Elternabend (2003), Musik: Thomas Zaufke (UA: 21. November 2003, Neuköllner Oper, Berlin. Regie: Bernd Mottl)
Held Müller (2006), Musik: Thomas Zaufke (UA: 1. Mai 2006, Neuköllner Oper Berlin, Regie: Bernd Mottl)
Kauf Dir ein Kind (2007), Musik: Thomas Zaufke (UA: 23. Juni 2007, Neuköllner Oper Berlin)
Kopfkino (2017), Musik: Thomas Zaufke (UA: 13. April 2017, Neuköllner Oper, Berlin)
Leben ohne Chris (2009), Musik: Wolfgang Böhmer (UA: 2. April 2009, Neuköllner Oper, Berlin)
Letterland (auch: Erwin Kannes – Trost der Frauen) (2005), Musik: Thomas Zaufke, (UA: 21. Juni 2005, Neuköllner Oper)
Mein Avatar und ich (2010), Musik: Thomas Zaufke (UA: 25. November 2010, Neuköllner Oper, Berlin)
No Sex (1993), Musik: Niclas Ramdohr (UA: 17. April 1993, KAMA Berlin)
Schwestern im Geiste (2014), Musik: Thomas Zaufke (UA: 13. März 2014, Neuköllner Oper Berlin)
Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm (2016), Musik: Wolfgang Böhmer (UA: 23. Juni 2016, Neuköllner Oper, Berlin. Regie: Martin G. Berger)
Stimmen im Kopf (2013), Musik: Wolfgang Böhmer (UA: 21. März 2013, Neuköllner Oper, Berlin)
Welcome to Hell (2018), Musik: Peter Michael von der Nahmer (UA: 15. März 2018, Neuköllner Oper, Berlin)
Das Wunder von Neukölln (1998), Musik: Wolfgang Böhmer (UA: 4. Dezember 1998, Neuköllner Oper, Berlin. Regie: Bernd Mottl)

Ich muss diese Liste dann auch um die Bearbeitungen und Neufassungen von Theaterstücken erweitern.

Wunderbare Komponisten haben mit ihm diese Werke kreiert, unzählige Theatermacher die Geschichten und Worte in Livetheater verwandelt. Bravi.

Hedwig back. Sie war nie weg!

Hedwig and the Angry Inch
Das grenzüberschreitende Kult-Stück

Buch: John Cameron Mitchell,
Musik und Gesangstexte: Stephen Trask,
Deutsch von Rüdiger Bering und Wolfgang Böhmer,
mit Sven Ratzke als HEDWIG, Maria Schuster (Itzhak),
Florian Friedrich (Bass), Jan Terstegen (E-Gitarre), Hans Schlotter (Schlagzeug), Christopher Noodt (Keyboard);
Inszenierung: Guntbert Warns, Musikalische Leitung: Florian Friedrich, Bühnenbild: Momme Röhrbein, Kostüme: Angelika Rieck;
Übernahmepremiere am 17.9.2020 im Renaissance-Theater Berlin,
In Anknüpfung an die Produktion von Theater Mogul, Giferhorn, Schneider & Soehne, Premiere am 5. Juni 2013 im Berliner Admiralspalast Klub (im Keller unter dem Hof), dann erneut 17. bis 20. September 2014 im BKA Theater Berlin
Davor in Berlin (an Einzelterminen?) vom 3. Oktober 2002 bis 20. November 2002 im Glashaus der Arena Berlin mit Drew Sarich als Hedwig (Mischa Mang alternierend) sowie Vera Bolten als Yitzhak, Regie: Rhys Martin

Verschlossener Iron Curtain Man

Wie wird ein Stück über einen Countrysänger, der nicht viel zu sagen hatte? Fasziniert der Mythos um den Selbstmord vor 34 Jahren mehr als die 47 Lebensjahre von Sänger-Schauspieler Dean Reed?
Bei „Iron Curtain Man“ stechen einige Einzelleistungen hervor, überzeugen und gefallen. Insgesamt bleibe ich nach 100 verschenkten Minuten ratlos zurück, schlage lieber in Onlinelexika nach und bleibe enttäuscht und verärgert. Der Abend fing schon mit der automatischen Ansage mit AHA-Belehrung der Neuköllner Oper Berlin entmutigend an. Es folgte dann eine vorgeblich Coronakonforme Inszenierung mit Abständen untereinander und Plexiglasscheiben auf der Bühne. Doch Kostümteile werden ebenso weitergereicht.

Die Regiearbeit von Fabian Gerhardt gefiel mir sehr und das alle sechs Darsteller (drei Frauen, drei Männer) irgendwann in der Rolle der Hauptfigur schlüpfen ist nicht neu, aber sehr gelungen hier. Nicht unerwartet stach Sophia Euskirchen hervor aus einem beinahe ungewöhnlich großartigen Ensemble. Das gewisse Etwas hatten auch Frédéric Brossier, Meik van Severen, die sechsköpfige Band, die Arrangements und der Sound, wenn auch die Lieder ärgerlich lose – inhaltlich wie im Stück – platziert wirkten. Bei mir erreichten sie keinerlei Interesse, nicht einmal, dass ich Interesse bekomme, im Anschluss mehr über die Lieder und deren Hintergründe zu erfahren. Da war das Zuordnen der eingestreuten Jingles ansprechender.

Der Regisseur Fabian Gerhardt ist gleichzeitig mit Lars Werner der Autor dieser „Show“. Wurde es ein Zeit-, Gesellschafts- oder Sittenbild? Verschiedene Zeitebenen ohne Rücksicht auf Verfolgbarkeit zu mixen, lässt das Abenteuer eher kurzweilig als über die Dauer der Aufführung wirken. Große geschichtliche Sprünge über Ländergrenzen helfen auch nicht. Selbst die naheliegende Bedeutung als DDR-Schauspieler und in Berlin-Rauchfangswerder Lebender, wo er sich im Zeuthener See ertränkt hat, wird viel zu wenig im Stück verknüpft und betrachtet. Verschenkte Chance einer verschenkten Geschichte. Gut gemacht, aber mir bleibt alles viel zu sehr verschlossen.

Iron Curtain Man
Eine letzte Show für Dean Reed, den „Elvis der DDR“
Von Fabian Gerhardt / Lars Werner (Text) und Claas Krause / Christopher Verworner (Musik)

Uraufführung am 3. September 2020 in der Neuköllner Oper Berlin

Regie: Fabian Gerhardt | Musikalische Leitung: Claas Krause / Christopher Verworner | Choreografie: Lilit Hakobyan | Bühne: Michael Graessner | Kostüm: Sophie Peters | Videos: Vincent Stefan | Dramaturgie: Änne-Marthe Kühn
Mit Frédéric Brossier, Sophia Euskirchen, Raphael Dwinger, Franziska Junge, Claudia Renner, Meik van Severen und Mitgliedern des VKKO (Verworner-Krause-Kammerorchester)

London im Februar 2020

Folgend ein paar Kurzbewertungen nach 12 Tagen mit 22 Vorstellungen in London. Fazit: Großes Geschichteerzählen dort, super Inszenierungen weiterhin, nicht alles richtig ausverkauft (fehlen Touristen?), wenig Schilder mit der Dayseatswerbung, obwohl sie im Theater Angebote machen. Einfach fragen!

***** Wicked (Apollo Victoria)
****o Les Miserables (Sondheim Theatre London)
***** Be More Chill (The Other Palace)
***** Waitress (Adelphi Theatre London) ab 07.03.2019
****o Tina (Aldwych London)
***** & Juliet – The Musical (Shaftesbury London) UA war am 20. Nov 2019
***** Come From Away (Phoenix Theatre London) EE war am 18.2.2019;
****o Magic Mike Live (The Theatre at the Hippodrome Casino London)
****o In the Heights (Urdang Academy im Bernie Grant Arts Centre London) 4x 21.+22.2.2020
**ooo The Prince of Egypt (Dominion Theatre London)
****o The Boy Friend (Menier Chocolate Factory London) 22 Nov 2019 / 3 Dec 2019 – 7 March 2020
****o Cabaret (New Wimbledon Theatre London)
***** The Wedding Singer (Troubadour Wembley Park Theatre London) 30 January 2020 – 1 March 2020
***oo The Pirate Queen – A Charity Concert (London Coliseum London)
***** School of Rock (New London Theatre London) UA war am 14. November 2016
***** Hamilton (Victoria Palace Theatre London)
****o 9 to 5 (Savoy Theatre London) Premiere war am 17.2.2019, must end 23 May;
***oo Musical of Musicals (Sedos im Bridewell Theatre London) 25-29 February 2020
***** Phantom of The Opera & Haymarket Hotel Afternoon Tea (Her Majesty’s Theatre London)
****o Magic Goes Wrong (Vaudeville Theatre London) from 14 December 2019 / 8 January, 2020
****o Our House (Urdang Academy im Bernie Grant Arts Centre London) 4x 28.+29.2.2020
****o Blitz! (Union Theatre Southwalk London) 6th February – 7th March 2020

Kopfkino als Film-Musical

Endlich hat das Film-Musical „Kopfkino“ eine Festivalpremiere in Berlin. Und zwar bei der Boddinale – parallel zur Berlinale –

am Samstag, den 22. Februar 2020 um 21.00 Uhr, 86 Minuten,
Am Flutgraben 3 (am Arena-Gelände in Kreuzberg / Treptow), Eintritt FREI:

Kopfkino (Musik von Thomas Zaufke und Buch von Peter Lund)
ein musicalisches Filmprojekt

R: Peter Lund; ML: Hans-Peter Kirchberg; BB&BK: Daria Kornysheva & Zoe Agathos; CH: Neva Howard; Kamera: Richard Marx

Mit: Markus Fetter, Linda Hartmann, Jonathan Francke, Lisa Hörl, Adrian Burri, Lisa Toh, Friederike Kury, Jasmin Eberl, Helge Lodder, Nico Went

Kurzinhalt:
Lennard ist 18 und kann sich nicht entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er geschafft: Er ist in eine WG gezogen, zusammen mit dem tiefenentspannten Ben und der durchgeknallten Fine.
Dabei hat Lennard schon Mitbewohner genug. Zumindest im Oberstübchen. Den Heteromacker Boris und seine weibliche Seite Helena, die vernünftige Sophia mit Lennards innerem Kind Theo, die saucoole Tess und natürlich sein gesammeltes Angstpotential Jürgen. Und alle sagen Lennard ungefragt ihre Meinung. Kein Wunder, dass Lennard so viel Zeit braucht, sich zu entscheiden.

Vor allem aber wenn es darum geht, wem Lennard sein Herz schenken könnte, läuft das Kopfkino zu ganz großer Form auf. Und weder Fine noch Ben konnten ahnen, wen sie sich da in die WG geholt haben. Und vor allem, wie viele!

Bilder von der Uraufführung vom 13. April 2017 an der Neuköllner Oper Berlin sind hier im Blog zu finden.

Ausblick auf den Februar 2020

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Im Februar 2020 freue ich mich extrem auf „Kinky Boots“ im Kino, aber eine Eintrittskarte für die Ausstrahlung der Londoner Aufzeichnung am 17. Februar 2020 habe ich noch nicht. Ab 4. Februar international an verschiedenen Daten.
Ich freue mich auch auf die Altar Boyz (nur zwei Mal im Tipi, auch in München an zwei Tagen). Skeptisch bin ich gegenüber „Laibach“ – das Heiner Müller Musical im HAU Hebbel am Ufer.
Dann gibt es noch zu fotografieren „Die Räuber“ (Deutsches Theater/Kammerspiele), Maria (Maxim Gorki Theater), Betterplazes (Neuköllner Oper).
Nach über 12 Jahren Laufzeit und über 300 Vorstellungen im Berliner Ensemble sind am 7., 8. und 9. Februar die letzten Vorstellungen von Robert Wilsons Inszenierung von Bertolt Brechts und Kurt Weills „Die Dreigroschenoper“. Eine Neuinszenierung am Uraufführungstheater ist schon angekündigt (hat etwas von NICHT-Vielfalt).

Vielfalt bieten die deutschsprachigen Bühnen mit Premieren. Bei meiner Auswahl wären zu nennen:
Kuss der Spinnenfrau (Musikalische Komödie im Westbad 2 Leipzig),
Die spinnen, die Römer! (Landestheater Linz),
The Producers (TfN im Großen Haus, Hildesheim),
Hochzeit mit Hindernissen (Baden Baden),
ÖE Aspects of Love (TheaterArche Wien),
Chess (Schwerin),
Orpheus in der Unterwelt (Rabenhof Theater Wien),
Der König und Ich (Bühne Baden),
Cabaret (Hansa Theater Hamburg),
UA Rio Reiser – Wer, wenn nicht wir? (Stadttheater Bremerhaven),
Oliver! (Theater Trier),
DSE The Legend Of Georgia McBride (Schauspielhaus Nürnberg),
Konzert-Hommage à Michel Legrand – SR2.de UKW 91,3 – Gemeinsam mit SR 2 KulturRadio im Saarländischen Staatstheater,
Das Orangenmädchen (Mödling),
UA Wüstenblume (Theater St. Gallen)

Eine Chance auf ein Wiedersehen gibt es mit
WA Hugenotten (Berlin),
WA Altar Boyz (nur zwei Mal im Tipi, auch in München an zwei Tagen),
WA Priscilla – Königin der Wüste (Staatstheater am Gärtnerplatz München),
WA Thrill Me (Trio Theater Ennepetal im TalTon Theater Wuppertal),
WA LoveMusik (Musikalische Komödie im Westbad im Westbad 2 Leipzig),
WA Malala (Theater Bielefeld),
WA Anatevka (Komische Oper Berlin),
WA Die letzten fünf Jahre (Theater Plauen-Zwickau)

London bietet schon wieder einiges Neues, manches Herausragende nur kurzzeitig wie Musical of Musicals (Sedos im Bridewell Theatre London), Betty Blue Eyes (Mountview Theatre, London)
Tourneehalte mit Blood Brothers, Cabaret (New Wimbledon Theatre) und Elton John – It’s a Little Bit Funny (Upstairs At The Gatehouse, Highgate Village, London).
Mit begrenzter Laufzeit stark erwartet werden Be More Chill (The Other Palace, 12 Feb / 18 Feb – 3 May 2020) und The Prince of Egypt (Dominion Theatre, 32 WEEKS ONLY, 5./25 February 2020 – 12 September 2020)

Ich werde mich hoffentlich bestens, viel und oft unterhalten fühlen in London. Gekauft sind die Eintrittskarten schon für
Les Miserables (Sondheim Theatre, London),
Premiere Be More Chill (The Other Palace),
Hamilton (Victoria Palace Theatre, London),
Musical of Musicals (Bridewell Theatre London),
Phantom of The Opera & Haymarket Hotel Afternoon Tea (Her Majesty’s Theatre).

Wo sehen wir uns?

50x Kuss der Spinnenfrau in Leipzig

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#kussderspinnenfrau #premiere #musikalischekomödieleipzig #operleipzig #musical

Toi.Toi.Toi heute nach Leipzig zur Neuinszenierung des Musicaljuwels in der Ausweichspielstätte der Musikalischen Komödie Leipzig im Westbad. Ein Orchesterwerk mit großem Orchester und Musicalgästen, Solisten sowie Chor und Könnern. Diese Produktion der Musikalischen Komödie Leipzig sollte nicht nur die Leipziger begeistern, sondern Theaterbesucher national in den Stadtteil Altlindenau locken. Nur 15 Vorstellungen.

Der Kuss der Spinnenfrau
Premiere am 1. Februar 2020 mit der Musikalischen Komödie Leipzig (der Oper Leipzig) im Westbad
Aufführungen am 1., 2., 4., 7., 8., 9., 12., 14., 15., 16., 28. & 29. Feb. / 1. Mär. / 9. & 10. Mai 2020, Westbad Leipzig

Buch von Terrence McNally nach dem Roman von Manuel Puig | Musik von John Kander | Gesangstexte von Fred Ebb | Deutsch von Michael Kunze

Musikalische Leitung Christoph-Johannes Eichhorn | Inszenierung Cusch Jung | Choreografie Melissa King | Bühne Frank Schmutzler | Kostüme Aleksandra Kica | Choreinstudierung Mathias Drechsler | Dramaturgie Elisabeth Kühne | Chor, Ballett und Orchester Musikalische Komödie

Aurora – Anke Fiedler | Luis Molina – Gaines Hall | Valentin Arregui – Friedrich Rau | Molinas Mutter – Anne-Kathrin Fischer / Angela Mehling | Marta – Nora Lentner | Gefängnisaufseher – Cusch Jung | Gabriel, der Kellner – Andreas Rainer | Esteban, Gefängniswärter – Milko Milev | Marcos, Gefängniswärter – Radoslaw Rydlewski | Frommer Mann / Gefangener – Holger Mauersberger | ai-Beobachter / Gefangener – Peter Waelsch | Fuentes, Häftling – Tobias Latte | Aurelio, Dekorateur / Gefangener – Uwe Kronberg | Emilio, Häftling – Samuel Hoppe | Carlos, Häftling – Roland Otto

Anke Fiedler gibt den Kuss der Spinnenfrau in Leipzig

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#kussderspinnenfrau #premiere #musikalischekomödieleipzig #operleipzig #musical #ankyfiedler

Endlich ist die Spinnenfrau wieder auf einer deutschen Bühne! Und wie! Anke Fiedler becirct in vielen Facetten in der Inszenierung von Cusch Jung.
Diese Produktion der Musikalischen Komödie Leipzig sollte nicht nur die Leipziger begeistern, sondern Theaterbesucher national in den Stadtteil Altlindenau locken. Nur 15 Vorstellungen.

Der Kuss der Spinnenfrau
Premiere am 1. Februar 2020 mit der Musikalischen Komödie Leipzig (der Oper Leipzig) im Westbad
Aufführungen am 1., 2., 4., 7., 8., 9., 12., 14., 15., 16., 28. & 29. Feb. / 1. Mär. / 9. & 10. Mai 2020, Westbad Leipzig

Buch von Terrence McNally nach dem Roman von Manuel Puig | Musik von John Kander | Gesangstexte von Fred Ebb | Deutsch von Michael Kunze

Musikalische Leitung Christoph-Johannes Eichhorn | Inszenierung Cusch Jung | Choreografie Melissa King | Bühne Frank Schmutzler | Kostüme Aleksandra Kica | Choreinstudierung Mathias Drechsler | Dramaturgie Elisabeth Kühne | Chor Musikalische Komödie | Ballett Musikalische Komödie | Orchester Musikalische Komödie

Aurora – Anke Fiedler | Luis Molina – Gaines Hall | Valentin Arregui – Friedrich Rau | Molinas Mutter – Anne-Kathrin Fischer / Angela Mehling | Marta – Nora Lentner | Gefängnisaufseher – Cusch Jung | Gabriel, der Kellner – Andreas Rainer | Esteban, Gefängniswärter – Milko Milev | Marcos, Gefängniswärter – Radoslaw Rydlewski | Frommer Mann / Gefangener – Holger Mauersberger | ai-Beobachter / Gefangener – Peter Waelsch | Fuentes, Häftling – Tobias Latte | Aurelio, Dekorateur / Gefangener – Uwe Kronberg | Emilio, Häftling – Samuel Hoppe | Carlos, Häftling – Roland Otto

LONDON 30. Dezember 2019 – 8. Januar 2020

LONDON 30. Dezember 2019 – 8. Januar 2020

21 Shows in 10 Tagen – nicht die Menge macht es, sondern der Inhalt von Musicals, Schauspiel und Zirkusshow.
Einiges hatte nicht geklappt und das Immersive The Wolf of Wall Street (5-15 Sun Street at Stratton Oakmont London) wurde eine halbe vor Beginn abgesagt. Es ist ja immer was…

White Christmas (Dominion Theatre)
Amelie (The Other Palace)
Death of a Salesman (Piccadilly Theatre London)
Everybody’s Talking About Jamie (Apollo Theatre)
42nd Street (Upstairs At The Gatehouse, Highgate Village, London)
Dear Evan Hansen (Noel Coward Theatre, St Martin’s Lane, WC2N 4AU)
& Juliet – The Musical (Shaftesbury Theatre)
Once (Fairfield Halls – Ashcroft Theatre)
Girl From The North Country (Gielgud Theatre, 35-37 Shaftesbury Avenue, London, W1D 6AR)
Ghost Quartett (Musical) (Boulevard Theatre, 6 Walkers Court Soho, London)
La Clique (Leicester Square Spielgeltent)
Circus 1903 (Royal Festival Hall London)
Soho Cinders (Charing Cross Theatre)
Dear Evan Hansen (Noel Coward Theatre, St Martin’s Lane, WC2N 4AU)
Goldilocks and the Three Bears (The London Palladium)
VA Operation Mincemeat (Southwark Playhouse, 77-85 Newington Causeway, London SE1 6BD)
Mary Poppins (Prince Edward Theatre)
A Christmas Carol (The Old Vic Theatre, The Cut, Waterloo Road, London SE1 8NB)
VA Tom Brown’s Schooldays (Union Theatre Southwalk)
Curtains (Wyndham´s Theatre)
Thriller Live (Lyric Theatre)

Und so vieles gibt es noch anzuschauen in London… Wer kommt mit?

Absolventenpräsentation Musical 2020

Bereits zum 17. Mal präsentieren sich die Musical-Studierenden der deutschsprachigen Hochschulen.
Es stellen sich 32 Absolvent*innen der Abschlussjahrgänge 2020 vor. Die gastgebende Hochschule ist die UdK Universität der Künste Berlin. Neben ihr nehmen die Folkwang Universität der Künste Essen, Theaterakademie August Everding München, Hochschule Osnabrück und das MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien teil.
Die ZAV-Künstlervermittlung ist der verlässliche Partner an der Seite der nun zu vermittelnden Künstler.

Bei freiem Eintritt am 16. und 17. Januar 2020 im UNI.T – das Theater der Universität der Künste Berlin

Programm/Ablauf:
Donnerstag, 16. Januar 2020
10 Uhr: Begrüßung
10.15-ca. 11.10 Uhr: Universität der Künste Berlin
11.25-ca. 11.55 Uhr: Folkwang Universität der Künste Essen
12.10-ca. 12.30 Uhr: Theaterakademie August Everding München
12.30-14.00 Uhr: Pause
14.00-ca. 14.45 Uhr: Hochschule Osnabrück
15.00-ca. 15.50 Uhr: Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Freitag, 17. Januar 2020
10.00-ca. 10.30 Uhr: Folkwang Universität der Künste Essen
10.45-ca. 11.35 Uhr: Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien
11.50-ca. 12.10 Uhr: Theaterakademie August Everding München
12.10-13.30 Uhr: Pause
13.30-ca. 14.15 Uhr: Hochschule Osnabrück
14.30-ca. 15.25 Uhr: Universität der Künste Berlin

© Frank Wesner

3 von 5 * für Cats im Kino

Was ist eigentlich wirklich schief gelaufen bei der Neuverfilmung des Klassikers „Cats“? Sicher gibt es viele Antworten, aber welche trifft den Kern? Erstaunlich groß war der Gegenwind schon vorm internationalen Kinostart. Viele gaben auch zu, nur die Trailer zu kennen, und auf Grund dessen vom Kinobesuch abzuraten. So weit zu schlecht schon. Das Katzenmenü war aber extrem gut zusammengestellt und vorbereitet mit einem erstklassigen (und auch diversen) Ensemble zusammengesetzt.

Mir hat die Verfilmung jedenfalls gut gefallen, jedoch keinesfalls eine richtungsweisende Interpretaion für das neue Jahrzehnt. Ist da das große Ego der Film- und Theatermacher Schuld? Andrew Lloyd-Webbers Kompositionen klingen 2019 nach 1981! Das ist wirklich was für die Bühnenfassungskenner und Nostalgieliebhaber. Haben diese Instrumentierung und Sound etwas in diesem modernen Film zu tun? Dazu choreographierte Andy Blankenbuehler, der schon beim 2016er Broadway Revival dabei war. Doch seine Bewegungen sind ebenfalls so routiniert, so dass nichts an „Hamilton“ oder an Katzen erinnert. Die Computernachbearbeitung mit dem Katzen-KURZHAAR-Fell ist schlicht spektakulär modern und nimmt viel vom Zauber des Musicals. Wo früher die aufwändig geschminkten Gesichter betörten, sehen die Gesichtshaare viel zu glatt aus.

Etwas Zauber kommt zurück mit der Verlegung vom Einheitsbühnenbild eines Müllplatzes in die Straßen von London. So gibt es Abwechslung im Hintergrund und am Ende fliegt ein Kronleuchter mit Grizabella aus dem verlassenen Egyptian Theater in den Nachthimmel. Kann man machen, ist nur eben kein spezieller Höhepunkt. Interessant aufwertend ist jedenfalls, dass es jetzt so etwas wie einen Handlungsstrang mit Heldenreise, Gefährten und Gegenspieler gibt! Das bietet die Bühnenfassung jedenfalls nicht! Im Film wird die weiße Katze Victoria ausgesetzt und muss sich gegen Macavity behaupten, der die Anwärter auf die verheißende Wiedergeburt verschinden lässt. (Und nicht nur Old Deuteronomy wie auf der Bühne). Die Handlung bleibt trotzdem viel zu dünn für einen überzeugenden Film (oder auch Bühnenmusical!).

Ein sogenannter Genderswitch wird ohne Grund geliefert: Judi Dench spielt den zum Ball einladenden Old Deuteronomy als weise Katze. Ansonsten sind alle geschlechtlichen, erotischen Momente irgendwie verflogen. Warum bei einem NICHT-Disney-Film? Wurde da zuviel beabsichtigt vorgeplant? Wie, um Preise für Musik zu bekommen, muss ein neues Lied her, was dann aber auch nicht speziell oder preisverdächtig klingt. „Beautiful Ghosts“ stammt von Taylor Swift und Andrew Lloyd Webber. Der Song wird gesungen von Francesca Hayward (Victoria), in einer Reprise von Judi Dench (Old Deuteronomy). Im Abspann dann die Version gesungen von Swift (spielt eigentlich Bombalurina). Ausgerechnet diese Version wurde veröffentlicht am 15. November 2019. Also Egofokus auf die Autorin statt auf die frisch aufgebaute Hauptkatze?

Jedenfalls müsste einiges zur Synchronfassung der FFS geschrieben werden. Denn da ist wirklich was geleistet worden. Die alte Wiener Übersetzung von Michael Kunze wird verwendet und von Nina Schneider überarbeitet. Erstaunlich viele Musicaldarsteller sind besetzt als Gesangs- UND Sprechstimme. Das ist viel zu selten zu finden. Gratulation dem Team.

Leider ist die Neuverfilmung von Tom Hooper (zusammen mit Lee Hall auch das Drehbuch) nur aufwändig gemachte, glatte Unterhaltung statt Spektakel und große Show. Kann gefallen, muss leider nicht…

 

Silvester und Neujahr in London

Inzwischen gibt es erste konkrete Planungen für Silvester und Neujahr in London 2019-2020:
Amelie
Everybody’s Talking About Jamie
42nd Street
(zwei Mal) Dear Evan Hansen
Goldilocks and the Three Bears
The Wolf of Wall Street
sowie A Christmas Carol

Was sollte ich unbedingt noch sehen, außer „& Juliet – The Musical“, Curtains, Girl From the North Country, Soho Cinders, White Christmas?

erste konkrete Planungen für Silvester und Neujahr in London 2019-2020

erste konkrete Planungen für Silvester und Neujahr in London 2019-2020

32 Fotos aus dem Dschungelbuch

#Dschungelbuch #KomödieBerlin

Toi.Toi.Toi zur heutigen Premiere von „Das Dschungelbuch“ in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater Berlin. Fünf wunderbar besetzte Musicaldarsteller spielen, singen, tanzen alle Rollen in dem 2002 uraufgeführten Musical, was schon 2014 an der Komödie am Kurfürstendamm gespielt wurde.

Das Dschungelbuch
Musical von Christian Berg mit der Musik von Konstantin Wecker, nach dem Roman von Rudyard Kipling

Eine Produktion von C2 CONCERTS GmbH, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater
Premiere am 7. Dezember 2019 in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater, Vorstellungen bis 28. Dezember 2019

Regie: Melanie Herzig | kein weiteres Team bekannt gegeben
Mogli / Wolf: Rubini Zöllner | Balou, der Bär / Akela, der Leitwolf: Michael Hasenfratz | Erzähler / Shir Kahn, der Tiger / 1. Geier: Oliver Morschel | Baghira / Bandalog-Affe / 2. Geier: Samuel Johannes Schaarschmidt | Mädchen / Kaa, die Schlange / Rama, die Wölfin: Ana Ramirez

Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2019

#BundeswettbewerbGesang
Auch dieses Jahr gab es eigentlich zu wenig Preise, denn einige Finalisten nehmen überraschenderweise keinen mit nach Hause (oder in ihre Uni-Stadt). Der Chanson-Wettbewerb war mega stark, ansonsten waren beim Musical die Männer wesentlich besser als die Frauen. Gesungen wurde viel englisches Repertoire in Deutsch und eigenen Übersetzungen. Und viele waren schlichtweg zu leise, was extrem ärgerlich war. Wissen die Teilnehmer nicht, was sie da eigentlich machen?
Und die Vorträge dürfen wesentlich politischer sein. Aber vielleicht wurden leider die Nummern eben (unwissentlich) nicht ausgewählt. Ebenso wie die eigenen Operettenbearbeitungen…

Am Montag, 2. Dezember 2019, das Konzert der Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2019 im Friedrichstadt-Palast. Moderiert von Auch-Preisträger Bodo Wartke.

Preisträger_innen im Hauptwettbewerb Musical:
Sophie Mefan (1. Preis Musical des Regierenden Bürgermeisters von Berlin)
Tristan Giovanoli (2. Preis aus Mitteln der LOTTO Stiftung Berlin)
Magdalena Allgaier (3. Preis aus Mitteln der LOTTO Stiftung Berlin)
Lucille-Mareen Mayr (Preis des Deutschen Bühnenvereins für die beste Darstellung einer Musicalszene)
Florian Heinke (Preis der Walter Kaminsky-Stiftung)
Lucía Bernardas Cavallini (Preis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung)
Felix Rabas (Walter Jurmann Preis)
Bosse Vogt (Sonderpreis der BDG Stiftung Gesang)
Joel Zupan (Sonderpreis der Bar Jeder Vernunft für eine außergewöhnliche Bühnenpersönlichkeit und Eigenwille Darbietung)

Im Hauptwettbewerb Chanson sind die Preisträger_innen:
Eva Maria Nikolaus (1. Preis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin)
Oscar Hoppe (2. Preis aus Mitteln der LOTTO Stiftung Berlin)
Florian Wagner (3. Preis aus Mitteln der LOTTO Stiftung Berlin)
Rebecca Lorenz (Charles Kalman-Chansonpreis)
Laurin Skye MacDonald (Preis der Günter-Neumann-Stiftung)
Barbara Colceriu (Preis der Stiftung Rosenbaum für Chanson)

Im Juniorwettbewerb sind ausgezeichnet worden:
Lukas Mayer (1. Förderpreis)
Juliette Lapouthe (2. Förderpreis)
Nicolas Sidiropulos (3. Förderpreis)
Max Aschenbrenner (Förderpreis der Günter-Neumann-Stiftung)
Tanja Beutenmüller (Förderpreis aus Mitteln der LOTTO-Stiftung Berlin)
Vanessa Heinz (Förderpreis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung)

Außerdem wurde Burkhard Niggemeier für seine außerordentliche Leistung als Klavierbegleiter ausgezeichnet.

 

Weiter mit Drachenherz

Drachenherz in Berlin und Chemnitz sollten wirklich alle Musicalinteressierten gesehen haben. Vor allem die Musicalstudenten brillieren in den für sie geschriebenen Szenen. Die zwei Frauen und sieben Männer sind in wirklich diversen Situationen zu erleben. Zu Musical- und Rocksongs gibt es viel Akrobatik und Kampfszenen.

An sich wird Drachenherz nicht zu meinen Favoriten gehören. Den ersten Teil finde ich nicht zielgerichtet und der zweite ist eine simple, bekannte, wenn auch gelungene Eifersuchtstragödie. Irgendwie bin ich auf die Frage gekommen, ob eine gänzlich andere Instrumentation nicht besser gewesen wäre.

Aber das bemerkenswerte ist vor allem die Produktionsgeschichte. Drei Professoren verantworten die Inszenierung gemeinsam. Denn gibt es vor den Aufführungen in der Neuköllner Oper Repertoirevorstellungen im Stadttheater, auf der Vorbühne im Chemnitzer Opernhaus. Was für eine gegenseitige Bereicherung für Publikum und Darsteller. Diese Kooperation sollte unbedingt fortgesetzt werden.

Jetzt ist auch die Live-CD erschienen. Vielleicht schafft das Musical dadurch den Sprung zum Nachspielen. Vielleicht gibt es noch eine DVD hinterher?

Bis 2. Januar 2020 in der Neuköllner Oper Berlin und anschließend noch zwei Mal in Chemnitz.

 

Finale beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2019

Ich verstehe immer noch nicht, warum das alle zwei Jahre stattfindende Finale für Musical und Chanson vom Bundeswettbewerb Gesang im November ein Geheimtipp ist. Fünf Tage lang Programm mit hervorragenden Talenten. Und vor allem viel Abwechslung in der Auswahl der Lieder und Szenen. Bei dem freien Eintritt müssten die Reihen von Profis und Interessierten mehr gefüllt sein.

 

Bei den Musicalliedern überlege ich nicht mehr nur, aus welchem Werk sie stammen, sondern wann und wo ich es mit wem schon gesehen habe. Wo eben 22 Jahre dann doch vergangen sind.

Bei den Teilnehmer_innen freue ich mich, wenn sie einfach laut singen und den Text differenziert denken. Viel zu wenige machen das. Dafür wird immer mehr auch das englischsprachige Repertoire auf Deutsch gesungen. Durchaus in Ermangelung von Erstaufführungen in eigenen Übersetzungen. Leider hat die Jury kaum Operettentitel zum Vortrag ausgewählt. Oder haben die jungen Menschen vergessen sich mit dieser Sparte auseinanderzusetzen?

Auffallend für mich wieder die starken Präsentationen der Männer gegenüber den Frauen. Woran auch immer das liegen mag.

Das 1. Finale von Montag bis Mittwoch ist wieder mehr zu empfehlen – größeres Repertoire und unterschiedlich gute Teilnehmer. Donnerstag und Freitag verteilt die Jury die vielen Preise. Also auf in den UdK Konzertsaal in Berlin und am Montag, 2. Dezember 2019, zum Preisträgerkonzert in den Friedrichstadt-Palast.