Finale beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin 2019

Ich verstehe immer noch nicht, warum das alle zwei Jahre stattfindende Finale für Musical und Chanson vom Bundeswettbewerb Gesang im November ein Geheimtipp ist. Fünf Tage lang Programm mit hervorragenden Talenten. Und vor allem viel Abwechslung in der Auswahl der Lieder und Szenen. Bei dem freien Eintritt müssten die Reihen von Profis und Interessierten mehr gefüllt sein.

 

Bei den Musicalliedern überlege ich nicht mehr nur, aus welchem Werk sie stammen, sondern wann und wo ich es mit wem schon gesehen habe. Wo eben 22 Jahre dann doch vergangen sind.

Bei den Teilnehmer_innen freue ich mich, wenn sie einfach laut singen und den Text differenziert denken. Viel zu wenige machen das. Dafür wird immer mehr auch das englischsprachige Repertoire auf Deutsch gesungen. Durchaus in Ermangelung von Erstaufführungen in eigenen Übersetzungen. Leider hat die Jury kaum Operettentitel zum Vortrag ausgewählt. Oder haben die jungen Menschen vergessen sich mit dieser Sparte auseinanderzusetzen?

Auffallend für mich wieder die starken Präsentationen der Männer gegenüber den Frauen. Woran auch immer das liegen mag.

Das 1. Finale von Montag bis Mittwoch ist wieder mehr zu empfehlen – größeres Repertoire und unterschiedlich gute Teilnehmer. Donnerstag und Freitag verteilt die Jury die vielen Preise. Also auf in den UdK Konzertsaal in Berlin und am Montag, 2. Dezember 2019, zum Preisträgerkonzert in den Friedrichstadt-Palast.

 

Mit Georgette Dee durch die Nacht

Ich bin wirklich kein Fan von Georgette Dee, aber wie sie ihre Geschichten und Erlebnisse zwischen den unterschiedlichen Liedern erzählt, dass ist großartig. Für mich interessanter als die Lieder, frisch interpretiert und mit starker Liebe und Stimme vorgetragen. Dabei ausschließlich hinter dem Standmikrofon stehend und mit Eiswasser schwenkend, wird durch den perfekten Sound jede musikalische Regung raumfüllend. Zum empfehlenswerten Abend kommt noch eine ausgearbeitete, wechselvolle Lichtgestaltung, die viel Lob verdient.

Da bei den sommerlichen Temperaturen im klimatisierten Kleinzelt einige Plätze noch frei sind, lohnt sich der spontane Besuch doppelt, da der Sitznachbar auf dem benachbarten Klappstuhl etwas wegrücken kann.

Muttis Kinder ganz groß

#MuttisKinder #BarjederVernunft #Berlin

Warum Muttis Kinder noch in keiner Operette auf der Bühne stehen, ist mir unerklärlich. Seit Jahren formieren die drei Schauspieler*innen sich als A-Cappella-Trio mit ihren ureigenen Interpretationen von bekannten Popsongs bis zu eigenen Werken. Dabei wird nicht nur gesungen, sondern werden allerhand Musikinstrumente mit den Stimmbändern und Wangenmuskeln imitiert.

Am Besten gefallen mir die Drei, wenn sie als Schauspieler die Lieder interpretieren. Auch die Mashups bleiben immer spannend, weil nicht schnell offensichtlich ist, was sich noch „spontan“ entwickeln wird. Wenn sie aber ganz frei in der Assoziation werden, verliere ich den Fokus und es wird, was vorher noch virtuos war, eher zum schnellen Klamauk.

Technisch sehr ausgereift und auf den Punkt zudem in verschiedenen Stilen sicher. Ob das nicht auch Bühnenwerken eine neue Sicht und frische Interpretation geben würde?

11x Katharine Mehrling mit Begleitung

11 Fotos zur Premiere von Katharine Mehrling mit „vive la vie“

vom 2. bis 14. Oktober 2018 in der Bar jeder Vernunft Berlin

Begleitet wird Katharine Mehrling von Ferdinand von Seebach (Klavier, Posaune, Tuba), Stephan Genze (Schlagzeug, Percussion), HD Lorenz (Bass), Jo Gehlmann (Gitarre)

Vladimir Korneev mit Lieblingsliedern

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Der 30jährige Musicaldarsteller Vladimir Korneev (Magaldi, Bernardo, Moritz Stiefel) ist spätestens mit seinen drei Preisen beim „Bundeswettbewerb Gesang Berlin“ 2009, 2011 und 2013 auch im Chanson zu Hause. Jetzt bietet er auf russisch, deutsch, französisch und gebärdend bekannte Chansons, Raritäten oder auch eigene Neue. Auf das „LIEDÉЯ“-Programm folgt mit „LIEBÉИ“ das nächste Solo, was in der Bar jeder Vernunft Berlin am 17. April 2018 seine Premiere erlebte.

Mit großartiger Interpretation und sehr glaubhaftem eigenem Stil erfindet er die Lieder über die Liebe neu. Dabei glänzen auch die musikalischen Deutungen von Pianist Liviu Petcu, der ab und zu kleine musikalische Mashups gestaltet. Auch wenn das Solo eher im Halbdunkel mit umschmeichelnden Nebel am Flügel und vorm Mikrofon gesungen wird, ist die Bildhaftigkeit des Vortrags auch Dank des wechselnden Lichts extrem gelungen.

Ganz stark wirken dabei seine neuen Kompositionen, zu denen Carsten Golbeck die Liedtexte schrieb, und bei denen sich Vladimir Korneev selbst am Flügel begleitet. Als nächstes sogar ein Programm nur mit eigenen Liedern? Dass Geschichten um die bekannten Chansons oder ein direkt persönlicher Zugriff fehlen, wird besonders deutlich beim fast schon verfremdeten russischen „Kalinka“. Wesentlich dichter konnte das Publikum dem Charles-Kalman-Chanson „Auf einer einsamen Insel“ folgen – nicht zu Letzt, weil es in Deutsch gesungen wurde. Wenn Zuschauer gehofft haben zu erfahren, warum Vladimir Korneev die einzelnen 21 Titel plus Zugaben ausgewählt hat, wird es keine Antwort geben. Außer: es sind die Lieblingslieder übers LIEBÉИ.

Weitere Bilder sind zu finden unter 11x LIEBÉИ mit Vladimir Korneev

Vladimir Korneev: LIEBÉИ
Am Flügel: Liviu Petcu

17. bis 29. April 2018 in der Bar jeder Vernunft Berlin

11x LIEBÉИ mit Vladimir Korneev

Vladimir Korneev: LIEBÉИ – Französische Chansons, russische Romanzen & neue deutsche Lieder
Am Flügel: Liviu Petcu
Premiere am 17. April 2018 in der Bar jeder Vernunft Berlin, 9x bis 29. April 2018

Pressetext: „„Chanson macht mich nackt“, sagt der Chansonnier, der mit selbst komponierten Liebesliedern, großen Klassikern der französischen und deutschen Chanson-Tradition und russischen Romanzen einen neuen Abend voller Leidenschaft und Poesie gestaltet.
Neben eigenen Kompositionen mit Texten seines Autors Carsten Golbeck begegnet man sowohl den Namen Piaf, Brel, Legrand und Dalida als auch den russischen Großmeistern Alla Pugacheva, Vladimir Vyssotzky und Alexander Tariverdijev. Dazu bringt Korneev mit Marlene Dietrich und Zarah Leander auf seine eigene Art deutsche Lieder der alten Salonkunst in die heutige Zeit …“

Fotos © Frank Wesner