London 21. – 25. Februar 2018

London 21. – 25. Februar 2018 – Spontan geplant und teilweise spontan vor Ort Karten gekauft. Teilweise durch Dayseats und zahlreiche Angebote auch sehr günstig (Durchschnittspreis GBP 24,33).
Glücklich über alle 9 Vorstellungen in viereinhalb Tagen. Beeindruckt erneut vom Regietheater in London, was definitiv deutschen Produktionen vorzuziehen ist.

Im Einzelnen waren es:
The Girl From the North Country (Noël Coward Theatre) – so geht ergreifendes Schauspiel mit Musik – mit genialem Logenplatz
Barnum (The Menier Chocolate Factory, London) – endlich einmal das Zirkusmusical im Ganzen – und im Rund
The Grinning Man (Trafalgar Studios) – absolute Entdeckung sofort einzukaufen
Five Guys Named Moe (Marble Arch Theatre – Spiegeltent, London) – endlich mal gesehen und dann wirklich schlaue Unterhaltung im Rund
Eugenius! (The Other Palace) – perfekt gemachtes Aufleben der 80er – mit Kurzblick auf Lloyd-Webber & Macintosh
Pippin (Southwark Playhouse) – glücklicher Besitzer eines letzten Tickets erlebt Magie auf kleiner Bühne
Iolanthe (ENO, London Coliseum, London) – was für eine Pracht
Pinocchio (Lyttelton Theatre im NT) – genial, wie Bühne live (ver)zaubern kann
Carmen 1808 (Union Theatre, London) – so gehen Bearbeitungen!

42nd Street und Young Frankenstein wollte ich auch sehen, doch es war wieder zu wenig Zeit. Nächstes Mal im Juli 2018. Wer kommt mit?
Jetzt warten nur 100 Fotos mit den Theateraußenansichten gesichtet und bearbeitet zu werden …

 

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Wieder(ge)holt liebevoll

Die Münchener hatten bis zum 9. Januar 2011 234 Vorstellungen „My Fair Lady“ am Gärtnerplatz wahrlich genießen dürfen. Am Faschingsdienstag kam die Neuauflage von Intendant Josef E. Köpplinger am 2017 wieder eröffneten Theater heraus. Wie die betagte Sitznachbarin treffend bemerkte: „Sehr nett gemacht“. Professionell, fließend, zügige Dialoge, die Geschichte erzählend und in ihrer Zeit gelassen. Eine großartige Spielwiese für glänzen könnende Sängerdarsteller, aber für mich definitiv nichts Herausragendes. Solides Stadttheater, was es woanders auch gibt, aber worauf sich heutzutage niemand mehr verlassen kann. Das ist auch kein Wunder, ist diese Produktion eine Übernahme von Köpplingers ehemaligem Klagenfurter Haus von der Saison 2011/12, wo sogar einige Darsteller ihre Rollen wiederholen. Irgendwie habe ich einen Verweis darauf beim Theater selbst nicht gefunden und überlesen.

Auch wenn Nadine Zeintl als erfahrene Eliza (Klagenfurt, Mörbisch) beständig mit viel Energie die Aufführung antreibt, gewinnt sie meine Aufmerksamkeit eher punktuell und glänzt im Ascot-Dialog und bei „Ohne dich“. Michael Dangl begeistert mich als Higgins von Beginn an mit seiner spielerischen Ausgestaltung, wenn auch ihm (selbst-) ironische Momente gekürzt wurden. Leider sind seine Pantoffel nur Thema, wenn er davon spricht. Dagmar Hellbergs Momente als Mrs. Pearce hingegen möchte ich keinesfalls missen, denn was sie bietet, ist nicht mehr zu überbieten. Volksopernintendant Robert Meyer weiß genau, wie die Szenen als Doolittle funktionieren, und Gisela Ehrensperger setzt als Mama Higgins Akzente. Sie war wie auch die ebenfalls besetzte Cornelia – Conny – Froboess schon in der Vorgängerproduktion zu sehen. Friedrich von Thun und Liviu Holender sind präzise Bühnenpartner als Pickering und Freddy.

Großen Spaß hatte auch ich, dass im bayrischen Dialekt teilweise gesprochen wurde. Das Freie Landestheater Bayern zeigt seit 2009 eine eigene Mundartfassung – auch aktuell noch. Doch erstaunt war ich über die vielen Textänderungen, die nicht unbedingt immer damit oder resultierenden Reimanpassungen begründet waren. Hauseigenes Ballett kam auch zum Einsatz, obwohl die zehn (!) Bediensteten bei Higgings sich aus Musicaldarstellern zusammen setzten. Sie kamen noch bei weiteren Aufgaben zum Einsatz und brachten kleine Konfusionen, da Harry und Jamie offensichtlich Obsthändler sind, die dann wohl nicht mit Doolittle in der Kneipe gefeiert haben können. Und so gibt es ständig für mich Irritationen im Ablauf, dass der Wirt des Pubs an der Tottenham Court Road dann nach Covent Garden gewechselt zu sein scheint. Ob nun Eliza und Henry im Haus auf der gegenüberliegenden Seite ihre Zimmer haben, oder eben doch nicht, war ebenso verwirrend.

Wunderschöne Kostüme, die mir persönlich sehr bekannt zu sein schienen, auch wenn ich die Klagenfurter Produktion nur von den Bildern her kenne. Higgins großes Studio auf der Drehscheibe musste dann doch per Hand weggeschoben werden, damit für die Covent-Garden-Rückwand Platz ist. Eine Straßenlaterne wird spendiert, die dann mächtig wackelt, wenn sie betanzt wird. Das sieht eher so aus, als wenn diese Klagenfurter Produktion für München nicht grundlegend aufpoliert wurde und noch an einem nächsten Theater gezeigt werden soll, was ja grundsätzlich nicht schlecht ist. Doch den Zauber in Köpplingers Konzeptionen habe ich dann doch vermisst.

Viele kleine Spielideen gibt es zu entdecken, doch warum der Regisseur oft genug in die belebte Szene nur die handelnden Personen stellt, ist mir rätselhaft. Plötzlich sind fast alle immer weg, die Obsthändler mit Eliza alleine, die Marktleute bauen sich eher woanders auf, Freddy bekommt Besuch nur von einem Blumenmädchen und dem Constabler. Immerhin reicht der dem Wartenden dann eine Tasse Tee. Etwas wehmütig denke ich da an die Vorgängerinszenierung von August Everding, der gerade die Szenen motivierte und belebte.

Und dann streicht dieses große Münchner Theater den Botschaftsball komplett, da ja das, was dort geschieht, nachher in Higgins‘ Haus berichtet wird. Dafür gibt es schlafend wartende Diener und eine schlecht sichtbare Uhrprojektion. Immerhin sind Higgins Angestellte danach so aus dem Häuschen, dass sie Higgins samt Ledersofa in die Höhe heben und drehen. Das jedoch Eliza nur über ihre Situation heulen kann, ist mir auch wieder zu wenig.

Am Ende kommt Eliza zurück. Ihr Weg führt nach oben und Henry blickt kniend ihr nach. Egal, was aus diesem Paar wird, die Zuschauer sind zu Recht begeistert und für Darsteller ist diese Produktion eine wunderbare Spielwiese.

My Fair Lady
Nach Bernard Shaws »Pygmalion« und dem Film von Gabriel Pascal | Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner | Musik von Frederick Loewe | Deutsch von Robert Gilbert | Münchner Textfassung von Josef E. Köpplinger, ins Bayerische übertragen von Stefan Bischoff

Premiere am 13. Feburar 2018 am Staatstheater am Gärtnerplatz München

Regie: Josef E. Köpplinger | Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz | Choreografie: Karl Alfred Schreiner | Bühne: Rainer Sinell | Kostüme: Marie-Luise Walek | Licht: Michael Heidinger & Josef E. Köpplinger | Video: Meike Ebert | Choreinstudierung: Felix Meybier | Dramaturgie: Michael Alexander Rinz

Eliza Doolittle: Nadine Zeintl | Professor Henry Higgins: Michael Dangl | Oberst Pickering: Friedrich von Thun | Alfred P. Doolittle: Robert Meyer | Freddy Eynsford-Hill: Maximilian Mayer / Liviu Holender / Alexandros Tsilogiannis | Mrs. Higgins: Cornelia Froboess / Gisela Ehrensperger | Mrs. Pearce: Dagmar Hellberg / Gisela Ehrensperger | Harry u.a.: Stefan Bischoff | Jamie u.a.: Christian Schleinzer | Mrs. Eynsford Hill: Ulrike Dostal | Lord Boxington / Cockney u.a.: Frank Berg | Lady Boxington: Frances Lucey | Cockney / Butler u.a.: Patrick A. Stamme | Stubenmädchen: Jasmin Eberl, Susanne Seimel, Katharina Wollmann | Nachbarin u.a.: Florine Schnitzel | Nachbar / Chauffeur / Polizist u.a.: Maximilian Berling | Wirt u.a.: Martin Emmerling / Christian Weindl | in weiteren Rollen: Alexander Bambach, Rudolf Haslauer, Thomas Hohenberger, Corinna Klimek, Stefan Thomas, Marcus Wandl, Christian Weindl, Florian Wolf | Chor, Ballett und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz | Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

es war am 4. Februar

Am 4. Februar 1943 wurde „Der gute Mensch von Sezuan“ uraufgeführt im Schauspielhaus Zürich und hat damit 2018 sein 75. Jubiläum. Zur Musik von Paul Dessau steuerte Bertolt Brecht das Buch bei, dessen Ehrentag am 10. Februar zum 120. Mal begangen wird.

Geboren ist am 4. Februar vor 58 Jahren Musicalkomponist und -autor Jonathan Larson in New York, der selbst keine 36 Jahre alt wurde (04.02.1960 – 25.01.1996)

Eine wirklich beeindruckende Inszenierung – quasi 140 atemlose Minuten – von „Der gute Mensch von Sezuan“ gibt es mit Studenten der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin im Studio der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin-Charlottenburg. Die Schauspielstudenten machen dabei selbst Musik. Die Bilder der Inszenierung bei mir in der Fotogalerie.

Ausblick auf den Februar 2018

Schon die eigene eMail-Adresse hinterlassen, um so dem Blog alleseintheater.wordpress.com zu folgen? Im Blog darf gerne kommentiert werden.

Fast unendlich viele Stunden des Zusammenstellens & genauer Recherche ergeben:

Zwar wird „Die Dreigroschenoper“ erst im August 90, aber zum 10. Februar 2018 wird Berthold Eugen Friedrich Brechts 120. Ehrentag gefeiert. U.a. mit fünf Premieren der Dreigroschenoper. Weitere Werke von ihm dann im Schauspiel. Auch beim Kurt Weill Fest, dass vom 23. Februar bis 11. März 2018 erneut in Dessau gefeiert wird.

Die Staatsoperette Dresden spielt nach dem schlimmen Wasserschaden wieder und zeigt u.a. die um eine Woche verschobene Premiere der „Frau Luna“. Die Uraufführung „Zzaun“ wird im März dann nachgeholt. Am 25. Februar 2018 feiert dort mit einem Konzert „Oh-Töne“ sein 10 jähriges Jubiläum.
4000. Mal Heiße Ecke im Schmidts Tivoli heißt es am Samstag, 3. Februar 2018. „Happy Birthday, Lenny“ ist ab 15. Februar eine neue Hommage an Leonard Bernstein in München – der 100. Ehrentag dieses Jahr dann im August.

Die Uraufführungen wie „Matterhorn“ und „Wahnsinn!“ oder die Übernahmen der Großproduktionen interessieren mich bei weitem nicht so stark wie die deutschsprachigen Erstaufführungen „Lazarus„, „Betty Blue Eyes“ und „John & Jen„. Ansonsten gibt es eine bunte Auswahl – auch bei den Operetten. Wieder steuern die Amateure viel Vielfalt bei. Beachtenswert!

Am Sonntag, 18. Februar 2018, bekommen die Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2018 in Mainz ihre Auszeichnungen.
Im Kino starten die großartige Amerika-Affäre DIE VERLEGERIN (22.2.) und Der seidene Faden (1.2.).

Leider kann ich persönlich nur ganz wenig sehen.
Einige Inszenierungen von Operetten und Musicals fehlen noch? Bitte anmerken.

Von meinen 49 Musical-Premieren hat die musicalzentrale 32 auch gelistet, die Zeitschrift musicals steuerte noch eine bei und hat für Februar insgesamt NUR 28 abgedruckt. Eine weitere Zeitschrift schlage ich nicht mal mehr auf (ist ja immer noch nicht die Januar-Ausgabe im Handel).

meine Premieren und Wiederaufnahmen von Operetten, Musicals (49 Premieren) und Revuen vermischt im Februar 2018:
Grimm! – Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf (Erfurt 1.2.), Der Dieb von Bagdad (Dessau, STUMMFILM mit Live-Musik, 2.2.), Frau Luna (Dresden, statt 27.1. jetzt am 3.2.), Frau Luna (Bremerhaven 3.2.), DSE Lazarus (Düsseldorf 3.2.), Der Graf von Luxemburg (Passau 3.2.), The Black Rider (Regensburg 3.2.), Monty Python’s Spamalot (Krefeld 3.2.), Dance Me to the End of Love – Ein Abend für Genießer, Melancholiker, Liebende (Fürth 3.2.), Fährt der alte Lord, mit der Made fort (Altenburg 3.2.), Die Dreigroschenoper (Basel 8.2.), Cabaret (Görlitz 9.2.), The Black Rider (Lüneburg 9.2.), Der Vetter aus Dingsda (Gelsenkirchen 9.2.), Das weiße Album – Ein Live-Konzert nach dem Album der Beatles (Münster 9.2.), UA Das Wunder vom Kudamm (Berlin 10.2.), Eine Nacht in Venedig (Magdeburg 10.2.), Get Back (Aalen 10.2.), Charleys Tante (Köln 10.2.), WA Hexen (Neubrandenburg 10.2.), WA FALCO – Das Musical (Landshut 10.2.), Cabaret (Annaberg-Buchholz 11.2.), My Fair Lady (München 13.2.), Der Frauenversteher (Wien 14.2.), Die letzten 5 Jahre (Köln 14.2.), And the Stars Look Very Different Today (Braunschweig 14.2.), WA Gabi Mut – vom Leben geschlagert (Hamburg 14.2.), Happy Birthday, Lenny (München 15.2.), Jekyll & Hyde (Schwerin 16.2.), Berlin to Broadway with Kurt Weill – A Musical Voyage (Stuttgart 16.2.), Die drei Leben der Rosa (Hamburg 16.2.), Die Schneekönigin (Berlin 16.2.), UA Matterhorn (St. Gallen 17.2.), Der Opernball (Wien 17.2.), Blues Brothers (Bremerhaven 17.2.), Die Dreigroschenoper (Neustrelitz 17.2.), Tanz der Vampire (Köln 17.2.), Ein Käfig voller Narren (Baden 17.2.), Der kleine Horrorladen (Hof 17.2.), WA Von Babelsberg nach Hollywood (Hagen 17.2.), Preisverleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2018 (Mainz 18.2.), UA Die große Liebe war es nicht – Die Ruth-Brandin-Story (Altenburg 18.2.), Der Glöckner von Notre Dame (Stuttgart 18.2.), Die Dreigroschenoper (Halle 18.2.), Die Dreigroschenoper (Basel 18.2.), Hair – Das Musical (Waldfischbach-Burgalben 20.2.), WA Luna – das Musical (Perchtoldsdorf 20.2.), Das Orangenmädchen (Giessen 22.2.), DSE John & Jen (Bielefeld 23.2.), Kurt Weill Fest 23.2.-11.3.2018 mit Die Dreigroschenoper (Dessau 23.2.), Der fliegende Holländer – Das Musical konzertant (Köln 23.2.), Shrek (Leverkusen 23.2.), Footloose (Lahr 23.2.), Turn your Radio on! (Berlin 23.2.), Heiße Ecke – Das St. Pauli Musical (Steinfurt 23.2.), DSE Betty Blue Eyes (Linz 24.2.), High Society (Coburg 24.2.), All Shook Up! (Zeitz 24.2.), Im Weißen Rössl (Wiesbaden 24.2.), 50 Jahre 68 (Marburg 24.2.), Konzert 10 Jahre Oh-Töne (Dresden 25.2.), UA Wahnsinn! (Duisburg 25.2.), Mary Poppins (Hamburg 25.2.), WA Sonnenallee (Cottbus 28.2.)