Gesucht gefunden

Für „Findet Nemo“ (2003) musste eine Fortsetzung gefunden werden. Der Erfolg fürs Animationsstudio Pixar, das inzwischen unter dem Dach Disneys residiert, ist garantiert. So wird die Begleiterin mit permanenten Gedächtnisstörungen, Dorie (im Englischen: Dory) ist ein Paletten-Doktorfisch, mit immer mehr Erinnerungsfetzen auf die Reise geschickt, ihre Eltern und ihre Herkunft zu finden.

Der Weg führt in ein Meeresbiologisches Institut, wo Dorie von Clownfisch Marlin nebst dessen Sohn Nemo getrennt wird. Um sich gegenseitig immer wieder zu retten, lernen die drei als vorgelebte Patchworkfamily neue Wasserlebewesen – teils in Gefangenschaft – mit ganz menschlichen und unterschiedlichen Charaktereigenschaften kennen. Für die Sprechtexte werden zudem Dialekte eingesetzt, was sehr gut passt.

Immer wieder spannende Situationen voller Mut und Gefahren ergeben sich. Das unterhält und trägt. Wenn auch die Handlung eher kurzweilig ist und nicht gerade im Gedächtnis verankert wird. Und natürlich geht alles bestens aus, auch wenn dazu ein Lastkraftwagen den Menschen entwendet, gefahren und im Meer versenkt werden muss.

Da viel erzählt wird, ist die deutsche Synchronisation sehr zu empfehlen. Auch sind sämtliche Schilder und Kartennamen im Film ausgetauscht von Englisch auf Deutsch. Alles recht ungewöhnlich in einem amerikanischen Küstenfilm – doch was ist an „Findet Dorie“ nicht außergewöhnlich …

Richtig störend ist nur das Geldmachen mit den Figuren, den Spielen, den … Das man heutzutage diese Industrie fraglos hinnimmt. Dabei geht es ja um was – im Film jedenfalls. Danach auch, aber da geht es um Umsatz und Geld.

Findet Dorie – Finding Dory

Kinostart am 29. September 2016
Verleih: Pixar / Disney

Regie: Andrew Stanton & Angus MacLane | Drehbuch: Andrew Stanton | Musik: Thomas Newman
Dory/Dorie: Ellen DeGeneres / Anke Engelke | Clownfisch Marlin: Albert Brooks / Christian Tramitz | Clownfisch Nemo: Hayden Rolence | Walhai Destiny: Kaitlin Olson | Weißwal Bailey: Ty Burrell / Axel Malzacher | Krake Hank: Ed O’Neill / Roland Hemmo

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Henny als Lola in Berlin

„Heute Abend: Lola Blau“
von Georg Kreisler

Mit Henny Reents als Lola Blau
Regie: Elisabeth Engstler
Musikalische Leitung: Dominik Franke
Ausstattung: Krokokoll (Meese/Huang)
Choreographie: Dolan José
Licht: Kai Kostka
Maske: Uta Müller

Premiere: 16. Sept 2016, 20 h
Vorstellungen: 17. / 21./ 22. Sept 20 Uhr, 18. Sept 18 Uhr
Eintritt: 15 EUR, erm. 10 EUR
Theaterforum Kreuzberg, Eisenbahnstraße 21,10997 Berlin

Im Sichverlieren finden

Sven Ratzke befindet sich mitten in einer internationalen „Starman“-Tournee und erfindet sich und seine erzählten Tagträume jeden Abend neu. Sein Publikum bequatscht er mit einer erfundenen Reise und bezieht wie gewohnt die Zuschauer und deren Reaktionen ein.
Das wirkt so herrlich improvisiert und spontan. Und ist doch so geprägt von Timing und Können. Was für ein tolles Theaterkonzert mit Charly Zastrau am Flügel & Keyboard sowie Florian Friedrich am Bass und Haye Jellema am Schlagzeug.
Eine Schande für die Theaterstadt Berlin, dass er am Anfang der Woche so gut wie kein Publikum hat für die David-Bowie-Lieder im sommerlichen Zelt am Kanzleramt.

Zwei halten zusammen

Eine Revue über das Durchhalten im Krieg soll es sein. Schlaglichter auf den Zweiten Weltkrieg. Zwei Schwestern machen Truppenunterhaltung bei den GIs und geraten hinter die Front, um bei deutscher Truppenunterhaltung zu dienen. So weit so märchenhaft – so absurd.
Auch wenn die pausenlosen 90 Minuten – von Regisseur Jürgen R. Weber ursprünglich für das Stadttheater Würzburg erdacht und dort am 19. März 2015 uraufgeführt – nicht wirklich überzeugen, so schlagen die beiden Darstellerinnen voll ein. Nicole Rößler und Agnes Hilpert sind wirklich bombig. Sie machen die Proben und Auftritte bei der Truppenbetreuung fühlbar. Der nahe Krieg wird weggewischt oder mit Humor genommen. Es wird zweideutig um Soldaten gestritten oder wie ein Brief in die Heimat nach einem unerwarteten Anschlag gelangen kann.
Mir gefällt es eigentlich nie, wenn Lieder abwechselnd in verschiedenen Sprachen gesungen werden. Deutsch, englisch, russisch, jiddisch – es geht quer durch. Manchmal wird geschickt der Inhalt vorneweg geschickt, manchmal besteht keine Chance, den Inhalt zu verstehen.
Mit dem Brecht-Vorhang wird geschickt gespielt, so dass sich der Raum durchaus verändert. Die Bühne ist ansonsten einfach, die Musiker nebst einer Flagge bilden den Hintergrund.
Nikolai Orloff am Klavier hat die musikalische Leitung und schafft Bandbreite im Spiel mit Bass und Schlagzeug. Letzteres ist aber auch manchmal einfach zu dominant laut.
Von Beginn auf Zack ist die Choreographie von Jörn-Felix Alt, in der die beiden Darstellerinnen mehr zeigen können, was alles in ihnen steckt. Das hat Ausdruck, Intensität und Emotion.
Jürgen R. Webers Inszenierung ist aber leider nicht so zielführend und treffend. Oder vielleicht nicht absurd genug, um zur Geschichte zu passen, die ab-und-zu erzählt wird? Oder fehlt vor lauter Ideen die eigentliche Handlung?
Offensichtlich war das nicht vorhandene Gespür für Timing und die viel zu langen, historischen Wochenschauausschnitte. Für Umbauten und Umzüge wären flinkere Lösungen angenehmer.

Nicole Rößler und Agnes Hilpert brillieren in ihrer „Frontgarderobe“, wo die Geschichte eher einen machbaren Rahmen bietet.

Galerie

Neustart zu Frau Luna

StageFactory Berlin meldet als Tagesprogramm für den Montag, 12. September 2016:
11:00 Uhr – Come together „Frau Luna“ – Konzeptionsprobe
(sowie 11:00 Uhr Probenbeginn „Superwoman“)

Alles ein Theater - von und mit Frank Wesner

Frau Luna PK 20160614 121 Tipi Berlin (c) Frank Wesner_ Frau Luna ab 27. Oktober im Tipi am Kanzleramt Berlin

Neustart zu „Frau Luna“ ab 27. Oktober 2016 im Tipi am Kanzleramt

Die Mischung macht’s und das exquisite Ensemble will die neue „Frau Luna“-Inszenierung eher nicht aufmischen, sondern als Zeitstück sehen. Fritz Steppke (Benedikt Eichhorn) träumt nicht nur von Marie (Sharon Brauner), sondern auch vom Mann im Mond, der eine Frau ist, die von einer Frau gespielt wird. Mal sehen, was Andreja Schneider aus der großen Gesangspartie Frau Luna zaubern wird. Witwe Pusebach (Christoph Marti) trifft unverhofft ihren Schwarm Theophil (Tobias Bonn) wieder. Die Besetzung der beiden Frauenrollen wirft bei mir eher Fragen auf, gerade weil Christoph Marti als Clivia letztens als Diva auf der Berliner Bühne glänzte. Regisseur Bernd Mottl verspricht die Operette ernst zu nehmen und Johannes Roloff möchte möglichst nah am musikalischen Original bleiben.

Frau Luna 201610 Tipi Berlin - Saalplan tipi-am-kanzleramt-berlin-frau-luna-saalplan-1200x1609 Frau Luna ab 27. Oktober im Tipi am Kanzleramt Berlin – Saalplan

Das…

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42 Fotos von Georgette Dee als Helena von Troja

Was für ein großartiger Abend mit einer exzellenten Dee als Die Helena. Schauspiel vom Feinsten. Tragisch tödlich, urkomisch und verblüffend ehrlich.
Eine sehr spontane Idee auf das Wiedersehen – ein grandioser Abend in der überaus vielfältigen Theaterstadt Berlin.

„Helena. Plädoyer für eine Schlampe“
von Miguel del Arco / Deutsch von Miriam Smolka, Mitarbeit: Wolfgang Seidenberg

Eine Produktion von Theater Wahlverwandte in Zusammenarbeit mit dem Renaissance-Theater Berlin
Deutsche Erstaufführung am 13. Oktober 2015 im Renaissance-Theater Berlin

Regie: Elias Perrig / Ausstattung: Merit Fakler / Musik Terry Truck
mit Georgette Dee als Helena von Troja

Quelle: 42 Fotos von Georgette Dee als Helena von Troja

Männer im Wald und komisch wild

Die gut gemachte Komödie „Männertag“ hält immer wieder spontane Lacher bereit und charakterisiert gleichzeitig eine Gesellschaft, wo keiner dem anderen zuhört und auf ihn achtet. Biertrinker Dieter hat sich das Leben genommen und seine vier engen Schulfreunde eilen zur Trauerfeier am Männertag in die unbenannte, bergige Kleinstadt mit Wald- und Wiesenflächen zurück. Sie haben alle kaum noch Kontakt untereinander und so stellt sich die Aufgabe, seine Urne an ihren Waldsee mit dem Bierbike zu bringen, als der Trip ihres – jetzigen – Lebens heraus. Das dabei so gut wie alles misslingt, macht den Film so unterhaltsam. Ein Rundumschlag von Vergangenheitsaufarbeitung und Respekt.

Die Schauspieler bleiben spannend in ihren Rollen, wenn auch diese etwas vorhersehbar sind. Viele Ideen, lustige Situationen, wunderbare Bilder – das kann gut unterhalten – vielleicht eher beim Fernseh- oder Heimkinoabend als im Lichtspielhaus.

Und wenn sie über sich hinaus wachsen wollen, brauchen sie Drogen: irgendwas Unpassendes in die Nase ziehen oder am Waldfrosch lecken. Auch ein Standpunkt.

Männertag

Kinostart: 8. September 2016 | 91 Minuten
Verleih: Universum Film GmbH

Regie: Holger Haase | Drehbuch & Produktion: Ilja Haller und Philip Voges
mit Stevie (Milan Peschel) | Chris Bosse (Tom Beck) | Peter (Oliver Wnuk) | Klaus-Maria (Axel Stein) | Paul Sammer (Chris Tall) | Andrea (Lavinia Wilson) | Andi Mauz (Hannes Jaenicke) | Elena Mauz (Lena Meckel)