Zwei halten zusammen

Eine Revue über das Durchhalten im Krieg soll es sein. Schlaglichter auf den Zweiten Weltkrieg. Zwei Schwestern machen Truppenunterhaltung bei den GIs und geraten hinter die Front, um bei deutscher Truppenunterhaltung zu dienen. So weit so märchenhaft – so absurd.
Auch wenn die pausenlosen 90 Minuten – von Regisseur Jürgen R. Weber ursprünglich für das Stadttheater Würzburg erdacht und dort am 19. März 2015 uraufgeführt – nicht wirklich überzeugen, so schlagen die beiden Darstellerinnen voll ein. Nicole Rößler und Agnes Hilpert sind wirklich bombig. Sie machen die Proben und Auftritte bei der Truppenbetreuung fühlbar. Der nahe Krieg wird weggewischt oder mit Humor genommen. Es wird zweideutig um Soldaten gestritten oder wie ein Brief in die Heimat nach einem unerwarteten Anschlag gelangen kann.
Mir gefällt es eigentlich nie, wenn Lieder abwechselnd in verschiedenen Sprachen gesungen werden. Deutsch, englisch, russisch, jiddisch – es geht quer durch. Manchmal wird geschickt der Inhalt vorneweg geschickt, manchmal besteht keine Chance, den Inhalt zu verstehen.
Mit dem Brecht-Vorhang wird geschickt gespielt, so dass sich der Raum durchaus verändert. Die Bühne ist ansonsten einfach, die Musiker nebst einer Flagge bilden den Hintergrund.
Nikolai Orloff am Klavier hat die musikalische Leitung und schafft Bandbreite im Spiel mit Bass und Schlagzeug. Letzteres ist aber auch manchmal einfach zu dominant laut.
Von Beginn auf Zack ist die Choreographie von Jörn-Felix Alt, in der die beiden Darstellerinnen mehr zeigen können, was alles in ihnen steckt. Das hat Ausdruck, Intensität und Emotion.
Jürgen R. Webers Inszenierung ist aber leider nicht so zielführend und treffend. Oder vielleicht nicht absurd genug, um zur Geschichte zu passen, die ab-und-zu erzählt wird? Oder fehlt vor lauter Ideen die eigentliche Handlung?
Offensichtlich war das nicht vorhandene Gespür für Timing und die viel zu langen, historischen Wochenschauausschnitte. Für Umbauten und Umzüge wären flinkere Lösungen angenehmer.

Nicole Rößler und Agnes Hilpert brillieren in ihrer „Frontgarderobe“, wo die Geschichte eher einen machbaren Rahmen bietet.

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