Februar 2016

Eine Operettenpremiere („Die Csárdásfürstin“ in Augsburg) und das Jacques Offenbach Festival in der Komischen Oper Berlin (10.-17.2.2016) mit zwei konzertanten Premieren: „Salon Pitzelberger“ und „Fantasio“.
Mehr gibt es im Februar 2016 im Musical: 32 Premieren inklusive der Compilationshows und Liederabende. Neben den Uraufführungen von regionalen Liederabenden stechen die Uraufführungen „Hamlet – Die Rockoper“ in der Kulturkirche Neuruppin und „TEST – The Rock Opera“ an der Scala Basel hervor. Bei den Erstaufführungen ist nur „It´s Only Life“ in Österreich zu nennen.
Mal sehen, was die Musicalzentrale und die beiden Zeitschriften so ankündigen werden …

Advertisements

Repertoire tauglicher Onegin

Viel zu schnelle, unverzeihliche Eifersucht und zwei Schüsse – ärgerlich – im Dunkeln. Titelrolle Jewgeni Onegin muss seiner angebeteten Tatjana den Vortritt und langweiligen Einheitsraum lassen, denn Asmik Grigorian ist größte Klasse und der Grund, die Neuinszenierung von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin zu sehen. Auf offener Szene wird „das Haus des Fürsten Gremin“ sichtbar nacheinander von der Technik und Requisite abgebaut – Musik ausfüllen oder was soll das mir erzählen? Vergeblich nach Sinn bei Zeit und Raum zu fragen, aber entbehrlicheres als den leichten Regenvorhang selten gesehen.

Jewgeni Onegin
Lyrische Szenen in drei Akten von 1879, Musik von Pjotr I. Tschaikowski, Libretto von Pjotr I. Tschaikowski und Konstantin S. Schilowski nach dem gleichnamigen Roman in Versen von Alexandr S. Puschkin

Premiere am 31. Januar 2016 an der Komischen Oper Berlin – eine Koproduktion mit dem Opernhaus Zürich

Inszenierung: Barrie Kosky | Musikalische Leitung: Henrik Nánási, Antonello Manacorda | Bühnenbild: Rebecca Ringst | Kostüme: Klaus Bruns | Dramaturgie: Simon Berger | Chöre: David Cavelius | Licht: Franck Evin

Besetzung
Jewgeni Onegin: Günter Papendell | Tatjana: Asmik Grigorian | Olga: Karolina Gumos | Lenski: Aleš Briscein | Larina: Christiane Oertel | Fürst Gremin: Alexey Antonov | Filippewna: Margarita Nekrasova | Zarezki: Yakov Strizhak | Triquet: Christoph Späth | Ein Hauptmann: Jan-Frank Süße, Carsten Lau | Guillot: Yuhei Sato

Ich finde meine Fotos leider fade, habe trotzdem einige ausgesucht, um einen Eindruck zu vermitteln.

Fotos mit Anika Mauer

Anika Mauer, eine der besten Berliner Schauspielerinnen und eine, die man in Berlin immer wieder auf der Bühne erlebt haben muss, hat wieder Premiere in ihrem Stammhaus, dem Renaissance-Theater Berlin. Als Charlotte von Stein steht sie in Peter Hacks‘ Monolog „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ auf der Bühne vom „Schatzkästchen an der Hardenbergstraße“.

„Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ von Peter Hacks
Premiere am 31. Januar 2016 im Renaissance-Theater Berlin

mit Anika Mauer als Charlotte von Stein

Regie: Johanna Schall | Bühne: Horst Vogelgesang | Kostüme: Petra Kray

13. Absolventenpräsentation Musical 2016

13. Absolventenpräsentation Musical aller deutschsprachigen Hochschulen in Kooperation mit der ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit: Es stellen sich 38 AbsolventInnen der Abschlussjahrgänge 2016 der Hochschulen aus Berlin, Essen, München, Osnabrück und Wien dem interessierten Fachpublikum und Musicalzuschauern vor.

29.01.16 und 30.01.16, jeweils 10.00 Uhr – ca. 18.00 Uhr
UNI.T – Theater der UdK Berlin, Fasanenstr. 1 B, 10623 Berlin
Eintritt: frei (begrenzte Platzkapazität)

Universität der Künste Berlin: Kiara Brunken, Devi-Ananda Dahm, Sophia Euskirchen, Fabian-Joubert Gallmeister, Katharina Beatrice Hierl, Dennis Hupka, Anthony Curtis Kirby, Jan Rekeszus, Dennis Weißert, Feline Zimmermann

Folkwang Universität der Künste Essen: Hermann Bedke, Catherine Chikosi, Merlin Fargel, Hanna Mall, Alexander Sasanowitsch, Anna Winter

Bayerische Theaterakademie August Everding München: Oliver Floris, Julia-Elena Heinrich, Fabian Raup, Matthias Trattner, Noah Wili

Institut für Musik Hochschule Osnabrück: Maciej Michael Bittner, Joyce Diedrich, Mariyama Ebel, Vicco Farah, Kim-David Hammann, Stephanie Junge, Nicolai Schwab, Michael Thurner, Carolina Walker, Carolin Waltsgott

Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Laura Friedrich, Dorina Garuci, Nicolas Huart, Nathanaele Koll, Jantus Philaretou, Anna Burger, Christoph Prinz, Soffi Schweighofer, Daniel Tejeda

28.01.16 – 1 UA – 1 P – Kino

Toi.Toi.Toi heute nach Köln und Berlin sowie Kinostarts.

Die Kammeroper Köln im Walzwerk Pulheim beginnt die Uraufführungstournee „Mozart Superstar“ mit neuarrangierter Musik von Wolfgang Amadeus Mozart („reloaded“, Arrangements: Stefan Ziethen). Regie führt Patrick Stanke, der selbst gerade in Basel in „Jesus Christ Superstar“ Hauptrollenpremiere hatte. Wie bitte geht das zeitlich? Kammeroper Köln Leiterin Inga Hilsberg hat die Musikalische Leitung, Choreographie: Rachele Pedrocchi. U.a. mit Florian Hinxlage als Mozart, Steffi Regner als Constanze und Klaus Kranabetter als Schikaneder.
In Berlin Premiere „Geächtet“ im Theater am Kurfürstendamm durch Santinis Productions und Produzent und Regisseur Ivan Vrgoč. Mit Katja Sallay, Mehdi Moinzadeh, Dela Dabulamanzi, Gunther Gillian und Rauand Taleb.

Kinostarts „Dirigenten – Jede Bewegung zählt!“, „Alvin und die Chipmunks: Road Chip“ u.a.
DIRIGENTEN - Jede Bewegung zählt 20151203 Kino - Banner ohne Text

Alvin und die Chipmunks - Teil 4 20160128 Kino - Musikbanner

‎Mozart Superstar 20160128 Kammeroper Köln - Banner

Musik sagt mehr als Worte

Alvin und die Chipmunks - Teil 4 20160128 Kino - Plakat alvin-und-die-chipmunks-4-road-chip-teaser-posterIm vierten Kinoteil der Chipmunks = Streifenhörnchen gibt es eine Abenteuerreise mit Überraschungen, Begegnungen und einigen Musik-Tanz-Einlagen. Das unterhält und überrascht, ist nach erfolgreichen Regeln Hollywoods gestrickt und ein lustvoller Film.
Besonders ist das absolut unkommentierte, weil natürliche Zusammenleben von Mensch und Streifenhörnchen als eine Art möglicher Familie, was in der legalisierten Adoption mündet: Der Menschenpapa unterschreibt vor Gericht für seine drei neuen und so bezeichneten Söhne. Und bei Gericht ist das nichts ungewöhnliches. Auffallend dahingegen die klassische Ehe in Form einer möglichen Verlobung empfinden Mann und Frau nicht als dringliches Ziel. Sie wollen lieber, dass die Beziehung reift und die zusammen gewürfelte Familie ohne Trauschein bald funktioniert.
Wenn dem Zuschauer die piepsigen Tierstimmen auf Dauer in der hohen Tonlage nicht stören, machen die liebenswerten Aktionen des Trios Spaß. Alvin und die Chipmunks - Teil 4 20160128 Kino - MusikbannerPlus ca. fünf Neuinterpretationen und musikalischen Einlagen wie „Iko Iko“, Country oder Schmuse-Pop-Boygroup.

Alvin und die Chipmunks: Road Chip
Kinostarttermin: 28. Januar 2016
Regie: Walt Becker
mit Alvin (Stimme im Original: Justin Long / deutsche Fassung: Olaf Reichmann), Simon (Matthew Gray Gubler / Marius Clarén) und Theodore (Jesse McCartney / Rainer Fritzsche) sowie Jason Lee, Kimberly Williams-Paisley, Josh Green u.a.

Alvin und die Chipmunks - Teil 4 20160128 Kino - Banner_

Commercial Culture Art

Am Dienstag ein nahezu ausverkaufter Friedrichstadt-Palast Berlin. Das Publikum ist begeistert. Berechtigt. Eine große Revue mit großen Höhepunkten. Inzwischen leicht modifiziert – den Auftritt der Hunde-Pudel habe ich dann doch nicht vermisst.
Die Artisten sind die starken Anker des Erfolgs: White-Gothic bieten kraftvolle Equilibristik – heute nur zu dritt, doch wer merkt das … Duo Markov zeigen exzellente Luftakrobatik mit Nervenkitzel und Luftanhalten. Dazu ein BMX-Fahrradakrobat und zwei Unterwasserschwimmerinnen. Alles stark verwoben in das Showkonzept. Die Kostüme von Regisseur und Designer Manfred Thierry Mugler überraschen eher durch viel Individualität – plus Eleganz in Reihe. Das Bühnenbild funktionell sparsam mit einer sagenhaften, wandelbaren Showtreppe quer über die Bühne. Ein bestimmt Millionen schweres Highlight. Immerhin soll nach Angabe des Intendanten Dr. Bernd Schmidt die ganze Revue die 10 Millionen Euro Grenze an Produktionskosten überschritten haben.
Die Lichtgestaltung ist einfach sagenhaft und Atem raubend. Unglaublich. Eine der Stützen des Friedrichstadt-Palasts Berlin.

The Wyld 20160126 Friedrichstadt-Palast Berlin - Besetzung 2_

„The Wyld“ am 26. Januar 2016 im Friedrichstadt-Palast Berlin

Das Ballett kann viel zeigen, wirklich Varianten reich, die Männer genauso oft im Spagat wie die Frauen und dazu öfter Oberkörper frei. Zudem springt ein Solotänzer als der männliche Gesangssolist ein. Wie das zu verstehen ist, wird nicht erklärt, jedenfalls singt er ganz fabelhaft solistisch mit. Bei dieser seit Jahren perfekten Tongestaltung in der Zuschauerarena plus verteilt agierender Showband muss das nicht auffallen. Früher gab es auch schon vorproduzierte Teile, die wirklich kein Zuschauer nicht einmal aus der Nähe als solche wahrnehmen konnte oder könnte.
Dazu gibt es noch drei Sängerinnen, die auch kurze Texte haben. Sehr elegant und sehr präsent – mitten drin und doch nicht nach vorne gestellt. Plus Pantomime Faycal Mihoubi als selbstironischer Wanderer durch die Bilder.
Nefertiti alias tanzende Noferete oder lebendiger Fernsehturm glänzt am stärksten von den Ballettsolisten, dazu der magische, doppelgesichtige Master of Ceremony und die geheimnisvolle Drag Queen plus einer „Lady In The Tower“, die hübsch etwas an Handlung hinein hauchen möchte.

Eigentlich scheint „The Wyld“ eine verunglückte Vier-Bilder-Revue zu sein. Wäre bestimmt stärker, wenn nur auf genau vier Revuebilder konzentriert geworden wäre von Mugler und Roland Welke. So zerfasert der erste Teil mit verpatztem Pausenknall und der zweite Teil wirkt wesentlich stärker. Das liegt eben an den beiden Themen erwachendes Museum mit Nofretete & Co (inklusive ab in einen Technobunker) sowie der Landung der tanzenden Aliens. Im ersten Teil ist wage „urbanes Berlin“ – die Steppnummer ist großartig – auszumachen, gefolgt von „eine Showtreppe stiehlt allen die Show“.

Palast-Talk 20160126 Friedrichstadt-Palast Berlin queer_Am 26. Januar 2016 gab es einen ersten Palast-Talk im Rahmen eines britischen Abends, wo interessante Parallelen und historische, politisch forcierte Unterschiede zwischen East End Berlin und West End London aufgezeigt wurden. In Deutschland wirkte die Politik schon nach dem Ersten Weltkrieg auf die Theaterbetreiber ein, aber in London existiert man eher vom Kartenverkauf und den Sponsoren. Das bedeutet eben auch, dem Zuschauer das zu bieten, was dieser bezahlen möchte – und das ist Entertainment. Mehr Subventionierung in London führt bei diesen Theatern dann auch zu weniger Entertainment …
Politische und gesellschaftspolitische Positionierungen gibt es trotzdem – nur eben nicht vordergründig oder zwanghaft betont. Gleich sind ihnen die „jungen“ Durchschnittsalter der Zuschauer, denn jeder ist willkommen – solange er eine Eintrittskarte bezahlen kann.
Ob alle Berliner schon die Show – nicht mehr Revue – „The Wyld“ gesehen haben (oder sich leisten konnten?). Da es aber so gut verkauft ist und die Zuschauer begeistert, kann ich nur dem Friedrichstadt-Palast Berlin zu diesem Erfolg gratulieren.

„The Wyld – Nicht von dieser Welt“ wurde am 23.10.2014 im Friedrichstadt-Palast Berlin uraufgeführt und wird bis zum Sommer 2016 gezeigt.