das ist die Berliner Premierenluft

Toi.Toi.Toi und viele Vorstellungen für viele und noch mehr Zuschauer an Bernd Mottl, Johannes Roloff, Christopher Tölle, Guido Kleineidam und das lustvolle Ensemble!

#paulverlincken #frauluna #tipiamkanzleramt #geschwisterpfister

„Frau Luna“

Operette in zwei Akten, Musik von Paul Lincke, Texte von Heinz Bolten-Baeckers

Premiere am 27. Oktober 2016 im Tipi am Kanzleramt Berlin (Die erste Tipi am Kanzleramt – Eigenproduktion!), erste Spielserie: 27. Oktober 2016 – 29. Januar 2017

Regie: Bernd Mottl | Musikalische Leitung: Johannes Roloff | Choreografie: Christopher Tölle | Bühnenbild: Friedrich Eggert | Kostüme: Heike Seidler | Dramaturgie: Ilka Seifert

Frau Luna, Herrin des Mondes: Andreja Schneider | Prinz Sternschnuppe: Gustav Peter Wöhler | Stella, Lunas Zofe: Annamateur | Theophil, Haushofmeister auf dem Mond: Tobias Bonn | Frau Pusebach, Witwe: Christoph Marti | Marie, ihre Nichte: Sharon Brauner | Fritz Steppke, Mechaniker: Benedikt Eichhorn | Lämmermeier, Schneider: Thomas Pigor | Pannecke, Steuerbeamter a.D.: Max Gertsch | Venus: Cora Frost | Mars: Gert Thumser | Mondgroom: Ades Zabel (27.10.– 25.11.2016) / Fausto Israel (ab 26.11.2016) | 8 Tänzerinnen

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Starkes Spiel bei schwacher Idee

Grundsätzlich mehr als eine gute Idee, Deutschsein aus verschiedenen Perspektiven zu hinterfragen. Doch die Grundkonstellation von fünf ausländischen Fachkräften mit versierten Englischkenntnissen in einem Dorf in Ostfriesland festzusetzen, hinkt von Beginn bis Ende. Leider. Denn die Fünf lernen Dialekt für den Integrationstest in einem nicht autorisierten Kurs nebst pünktlichem 11-Uhr-Tee.
Aber es gibt Möglichkeiten in „Ostfriesisch für Anfänger“ für ein versiertes Spiel von Dieter Hallervorden, plattdeutsche Sprache und Lebenseinstellungen sowie wunderbarer Kameraperspektiven.
Leider wirkt durch die unglaubwürdige Ausgangslage der Film nur als nette Spielerei. Dabei war so einiges vom Zusammenleben sehr gut beobachtet und auf dem Punkt gebracht.

„Ostfriesisch für Anfänger“
ab 27. Oktober 2016 im Kino mit Dieter Hallervorden

Mehr als ein Kinderfilm

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Störche – Abenteuer im Anflug 20161027 Kino

Störche – Abenteuer im Anflug“ ist erstaunlich neben einem Familienfilm auch Abenteuer und Science-Fiction mit gefährlicher Action. Es geht um Eltern, die sich mehr Zeit für ihren Sohn nehmen, der sich aber einen Bruder wünscht. Diesen Wunsch erfüllen ihm nicht seine Eltern, sondern ein über den Wolken produzierender Zustelldienst, der früher in Maschinen am Fließband die Menschenbabys produzierte. Diese Idee bleibt absurd und leider eher störend und befremdlich.

Ein netter Film mit vielen kleinen Abenteuern. Dass aber die Störche manchmal mit strahlendem Gebiss gezeichnet wurden und in vielen den ebenfalls stilisierten Menschen ähnlich wurden, gibt definitiv Abzug in der Gestaltungswertung.

Schlau gemacht wurden auch einige Zettel, auf denen in der deutschen Version auch deutsch geschrieben wurde. Plus guter Synchronisation, die die schnellen Entwicklungen näher bringt.

Störche – Abenteuer im Anflug“ („Storks„)
im Verleih von Warner Bros. ab 27. Oktober 2016 im Kino

Galerie

es war am 26. Oktober

1996 – 2016 – vor 20 Jahren war „Gambler“ Uraufführung in der heute nicht mehr existenten Musical-Bühne, Mönchengladbach (26.10.1996). Leider habe ich es nur ein Mal gesehen – und es ist immer noch teilweise im Gedächtnis!

Alles ein Theater - von und mit Frank Wesner

Folgende Uraufführungen gab es u.a. am 26. Oktober:
Vor 2 Jahren „Wagners Ding mit dem Ring“ an der Musikalischen Komödie, Leipzig (26.10.2013), vor 9 Jahren „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ der FKP im Theaterzelt am Südstadion, Köln (26.10.2006), vor 15 Jahren „Der Räuber Hotzenplotz – mit Musik“ am Berliner Kriminal Theater in Berlin-Wilmersdorf(!) (26.10.2000), vor 19 Jahren „Gambler“ auf der Musical-Bühne, Mönchengladbach (26.10.1996) und vor 116 Jahren „Wiener Blut“ am Carl-Theater Wien (26.10.1899).

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Funkeln, funkeln und glitzern

Berlin liegt bei weitem nicht hinterm Mond, sondern die Berliner sind so pfiffig, dass sie einen (Aus)flug jwd in die Luft machen. Mit dem Expressballon natürlich! Doch ist bei „Frau Luna“ trotz massenweise Glitzer nicht alles rosig und manche Liebelei brisant. Das hat sich der Steppke so nicht träumen lassen – oder?

Hintergründiges zur Operette auch hier im Blog.

Hier die 20 Darsteller auf ihrer glitzernden und vergrößerten Tipi-Bühne in ihren Kostümen (Bühnenbild: Friedrich Eggert | Kostüme: Heike Seidler):

„Frau Luna“

Operette in zwei Akten, Musik von Paul Lincke, Texte von Heinz Bolten-Baeckers

Premiere am 27. Oktober 2016 im Tipi am Kanzleramt Berlin (Die erste Tipi am Kanzleramt – Eigenproduktion!), erste Spielserie: 27. Oktober 2016 – 29. Januar 2017

Regie: Bernd Mottl | Musikalische Leitung: Johannes Roloff | Choreografie: Christopher Tölle | Bühnenbild: Friedrich Eggert | Kostüme: Heike Seidler | Dramaturgie: Ilka Seifert

Frau Luna, Herrin des Mondes: Andreja Schneider | Prinz Sternschnuppe: Gustav Peter Wöhler | Stella, Lunas Zofe: Annamateur | Theophil, Haushofmeister auf dem Mond: Tobias Bonn | Frau Pusebach, Witwe: Christoph Marti | Marie, ihre Nichte: Sharon Brauner | Fritz Steppke, Mechaniker: Benedikt Eichhorn | Lämmermeier, Schneider: Thomas Pigor | Pannecke, Steuerbeamter a.D.: Max Gertsch | Venus: Cora Frost | Mars: Gert Thumser | Mondgroom: Ades Zabel (27.10.– 25.11.2016) / Fausto Israel (ab 26.11.2016) | 8 Tänzerinnen

Himmlisch mit dem Teufel im Detail

Berliner sollten die späte Chance nutzen und sich die neue Tourneeversion von „Sister Act“ im Theater des Westens Berlin nicht entgehen lassen. Die nach Philadelphia verlegte Musicalfassung des Hollywoodfilms fängt musikalisch und im Kostümbild 1977/78 ein – und hat relativ wenig mit uns konkret zu tun. Wie Nachtclub und Klosterleben, Polizei und Gangster aufeinanderprallen wird herrlich emotional erzählt. Das begeistert.

Das Ensemble ist vorzüglich besetzt, die Choreographie erstklassig, die Kleidung wunderbar, die Trickkostüme und schnellen Wechsel verblüffend, die Lichtstimmungen zahlreich und erstklassig. Musikalisch macht das Miniorchester eine Menge Sound, wenn auch der Ton für ein solch erfahrenes Profitheater zu fad und die Instrumente zu laut sind. Regisseurin Carline Brouwer, die im Londoner West End bei der großen Ensuite-Produktion assistierte und dort die Spielleitung hatte, inszeniert inzwischen die „Weiterentwicklungen“. Das arrangiert sie vorzüglich, doch die Schwächen in der Dialogarbeit werden erneut allzu deutlich. Aufzählungen klingen langweilig und auf Kommas wird nicht Wert gelegt. Wird die Wiener Fassung von 2014 gespielt, weil sie neuer als die deutschsprachige Erstaufführung 2010 in Hamburg ist? Und warum werden inzwischen aus den gefährlichen Gangstern harmlose Idioten? Die spürbare Bedrohung ging leider komplett verloren. Nicht nur schade, sondern auch ärgerlich.

Das effektvolle Bühnenbild hat leider seine ganze Raffinesse verloren. Klosterleben findet nur vor Prospekten statt. Keine fliegenden Säulen, kein Drehring und auch keine Kulissen aus dem Bühnenboden. Auch die grandiose Verfolgungsjagd in schwarz-weiß ist gekürzt kaum wiederzuerkennen. Doch wer in Berlin kann sich erinnern, wie groß das Musical 2009/10 in London war? Die Eintrittspreise sind in Berlin um einiges höher und am Potsdamer Platz steht ein Theater leer, wo das Originalbühnenbild hineingepasst hätte – mit allen Raffinessen.

Zum Ensemble gehören auch einige Darsteller, die ihre Rollen schon früher zahlreich spielten. Aisata Blackman ist großartig als Deloris, doch ihre fehlen wie auch Gino Emnes (Eddie) und Mischa Mang (Curtis) die Starqualitäten. In Berlin bekannt ist durchaus Daniela Ziegler, die in Hamburg schon in der deutschsprachigen Erstaufführung die Mutter Oberin prägte. In der besuchten Vorstellung beeindruckte Bärbel Röhl in dieser Rolle sehr. Gesanglich hätte ich mir noch mehr Bandbreite bei ihr gewünscht.

Warum mehr auf oberflächliche Comedy gesetzt wird, ist mir unerklärlich. Das Musical und die Typen funktionieren ausgezeichnet. Und nach der Tournee kann diese Version an jedem großen Stadttheater gezeigt werden, wo ich es gerne wieder sehe.

Trolls machen Megamusical

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„Trolls“ ab 20. Oktober 2016 im Kino

Was für ein großartiger Musicalfilm, der verzaubert und entzückt! Die kleinen Zaubertrolle leben zurückgezogen im Wald. Doch stündlich ist Kuschelalarm und sie lieben es besonders LAUT zu singen. Was dann die Bergens anlockt, die Trolls Verspeisen, um glücklich zu sein.
Wieder wird ein großes Universum an Fragen zum Zusammenleben aufgeworfen. Plus vieler, wunderbarer aber auch recht kurzer Lieder, die teils mit neuen Texten ausgestattet wurden.
Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich auch deutschsprachige Musicalmedien erlauben können, solche zukünftigen Klassiker zu ignorieren. „Trolls“ sehen mehr Zuschauer als manche Musicaltournee.

„Trolls“
ab 20. Oktober 2016 im Kino in 2D und 3D im Verleih von 20th Century Fox of Germany GmbH