LONDON 30. Dezember 2019 – 8. Januar 2020

LONDON 30. Dezember 2019 – 8. Januar 2020

21 Shows in 10 Tagen – nicht die Menge macht es, sondern der Inhalt von Musicals, Schauspiel und Zirkusshow.
Einiges hatte nicht geklappt und das Immersive The Wolf of Wall Street (5-15 Sun Street at Stratton Oakmont London) wurde eine halbe vor Beginn abgesagt. Es ist ja immer was…

White Christmas (Dominion Theatre)
Amelie (The Other Palace)
Death of a Salesman (Piccadilly Theatre London)
Everybody’s Talking About Jamie (Apollo Theatre)
42nd Street (Upstairs At The Gatehouse, Highgate Village, London)
Dear Evan Hansen (Noel Coward Theatre, St Martin’s Lane, WC2N 4AU)
& Juliet – The Musical (Shaftesbury Theatre)
Once (Fairfield Halls – Ashcroft Theatre)
Girl From The North Country (Gielgud Theatre, 35-37 Shaftesbury Avenue, London, W1D 6AR)
Ghost Quartett (Musical) (Boulevard Theatre, 6 Walkers Court Soho, London)
La Clique (Leicester Square Spielgeltent)
Circus 1903 (Royal Festival Hall London)
Soho Cinders (Charing Cross Theatre)
Dear Evan Hansen (Noel Coward Theatre, St Martin’s Lane, WC2N 4AU)
Goldilocks and the Three Bears (The London Palladium)
VA Operation Mincemeat (Southwark Playhouse, 77-85 Newington Causeway, London SE1 6BD)
Mary Poppins (Prince Edward Theatre)
A Christmas Carol (The Old Vic Theatre, The Cut, Waterloo Road, London SE1 8NB)
VA Tom Brown’s Schooldays (Union Theatre Southwalk)
Curtains (Wyndham´s Theatre)
Thriller Live (Lyric Theatre)

Und so vieles gibt es noch anzuschauen in London… Wer kommt mit?

Roncalli – Innovation und Tradition

Zum 16. Mal gastiert der Roncalli Weihnachtscircus im Berliner Tempodrom mit 30 Vorstellungen vom 19. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020.

Roncalli-Direktor Bernhard Paul begründete am 18. Mai 1976 sein Unternehmen und erfindet es quasi seit 43 Jahren immer wieder neu. Seit 2018 verzichtet das Circus-Theater Roncalli bewusst auf Tiere in der Show und ist weitestgehend plastikfrei. Sie wollen nicht nur die Einsicht haben, sondern auch im eigenen Betrieb vieles umsetzen. Angekündigt sind Pferde aus Sternenstaub und Elefanten als Hologramm.

„In diesem Jahr sind alle Kinder von Bernhard Paul und Eliana Larible-Paul gemeinsam in der Manege zu erleben. Vivi Paul wird gemeinsam mit ihrer Luft-Partnerin Natalia Rossi am Kronleuchter unter der Kuppel des Tempodrom mit atemberaubender Luftakrobatik begeistern. Lili Paul-Roncalli wird unter dem Motto „Shine bright like a Diamond“ mit ihrer eleganten Kontorsions-Akrobatik begeistern. Auf ihrem Kostüm funkeln über 20.000 Swarovski- Kristalle um die Wette. Gemeinsam mit Ihrem Bruder Adrian und Jemile Martinez wagen Lili und Vivi eine der wohl spektakulärsten Rollschuhdarbietungen Europas. In höchster Geschwindigkeit zeigen sie verschiedene Nackenwirbler und Spagatkombinationen.
Robert Wicke, der Beat-Box Komiker bekommt mit Kai Eikermann einen adäquaten Partner. Der Breakdance-Comedy wird unter anderem als lebender Cola-Automat begeistern. Auch die Clowns Eddy Neuman und Anatoli Akerman und der poetische Clown Carillon werden sich wieder in die Herzen des Publikums zaubern.
Kealy Michels-Gualtieri schwingt mit Ihrem Schwungtrapez fast bis zu den Wolken und zeigt spektakuläre Abfaller und Pirouetten. Die Hebei-Truppe lässt ahnen, was passieren würde, wenn Fahrradkuriere künftig auch Personen befördern müssten. Das Roncalli Royal Orchestra musiziert live erneut unter der Leitung von Georg Pommer.“

Der Roncalli Weihnachtscircus gibt auch wieder drei Konzerte zu Silvester (extrem stark nachgefragt) und Neujahr zusammen mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. 60 Musiker konzertieren in drei Manegen- und Parkettlogen, während die Artisten in der Manege dazu eigens ein spezielles Programm zeigen. Gespielt werden Werke von Dvořák, Enescu, Rimski-Korsakow, Massenet, Piazzolla, Schostakowitsch, Williams, u.a. „Am Pult steht diesmal Cristian Măcelaru – ab Herbst 2019 neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters und designierter Musikdirektor des l’Orchestre national de France –, der seit seinem DSO-Debüt 2015 schon mehrfach wieder eingeladen wurde. Als Solistin gibt die Geigerin Karen Gomyo ihr Debüt beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin.“ Entstanden ist diese Zusammenarbeit durch eine Doppelbuchung des Tempodrom, was zu einer künstlerischen Glückkonstellation führte.

Bernhard Pauls Unternehmen betreibt parallel den historischen Weihnachtsmarkt Hamburgs, weiterhin das Düsseldorfer Apollo und Programme auf Kreuzfahrtschiffen. Als Vision soll der „Boulevard of Broken Dreams“ realisiert werden. Dieses spezielle Museum wurde schon verschiedenen Städten angeboten und momentan gibt es Pläne für eine Realisierung neben dem Kölner Winterquartier.

Da es noch keine sommerlichen Berliner Termine für den Roncalli Reisezirkus mit Zelt und Wagen gibt, empfiehlt sich zunächst ein Besuch beim 16. Roncalli Weihnachtscircus im Berliner Tempodrom bei den 30 plus 3 Vorstellungen vom 19. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020.

Da Roncalli schon auf dem Vorplatz den Zuschauer bezaubert, ist nur zu hoffen, dass diese keine zusätzliche Sicherheit bringende Taschenabgabe des Tempodroms (Was ist schon kleiner als A4?) in Kürze ins Nimmerwiedersehen verabschiedet wird. Gerade in der Weihnachtszeit kommt manch ein Berlin- und Roncalli-Besucher mit Taschen zur Nachmittagsvorstellung – und es beginnt mit Ärger und Diskussionen. Wenn doch nur es halbwegs verständlich wäre, dass die Abgabe der Taschen außerhalb des Tempodroms (und nicht an den fest eingebauten, geräumigen Garderoben im Gebäude) irgendwie eine Sicherheit erhöhen würde. Hoffentlich ist die Roncalli-Verzauberung größer als das kleinlich peinliche Tempodrom.

Jahreswechsel in London

Irgendetwas ist immer. Auf alle Fälle ist das Angebot groß in London zum Jahreswechsel 2018 auf 2019. Dazu haben die Theater noch variierende Spielpläne mit zusätzlichen Matineen. Quasi jeden Tag Doppelshow!

Nicht alles wollte, konnte oder musste ich sehen. Einiges konnte ich nachholen und „Company“, „The Band“ und „Nice Work If You Can Get It“ standen ganz oben auf der Liste. Auch „Aspects of Love“, wo die erste Voraufführung nicht einmal vier Stunden vor Beginn abgesagt wurde. Angeblich wegen Krankheit, aber da die Produktion schon gespielt hatte in Manchester in nahezu derselben Besetzung, liegt bei mir die Vermutung zu einem viel zu knappen und schlecht geplanten Produktionsplan. Dann kann eben nicht die erste Voraufführung für Montag angesetzt werden, wenn kein Puffer eingeplant ist. Schlecht gemacht von Katy Lipson und Aria Entertainment.

Bis auf das wirklich groß gemachte, aber schlechte „Bat Out Of Hell“ im Dominion Theatre – ich könnte es Szene für Szene sezieren und waren Compilations in den 1980ern alle so oberflächlich gemacht? – waren es wunderbare Schauspiele und Musicals:

Company (Gielgud Theatre London)
Seussical the Musical (Southwark Playhouse, The Large)
Nativity! The Musical (Eventim Apollo Hammersmith London)
Orpheus (Battersea Arts Centre)
Motown – The Musical (Shaftesbury London)
The Band (Theatre Royal Haymarket)
Circus 1903 (Royal Festival Hall, Southbank Centre, London)
War Horse (Lyttelton, National Theatre London)
Bat Out Of Hell (Dominion Theatre)
Nice Work If You Can Get It (Upstairs at the Gatehouse London)
Caroline, or Change (Playhouse Theatre)
Company (Gielgud Theatre London)
42nd Street (Theatre Royal Drury Lane, London)
Hot Gay Time Machine (Trafalgar Studio 2)
The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (Piccadilly Theatre)
Murder for Two (The Other Palace)
Snow White (London Palladium)
Swan Lake (Sadler´s Wells Theatre)
Hamilton (Victoria Palace Theatre)
Hadestown (National Theatre Olivier London)
Misérables, Les (Queen´s Theatre, London)
Matilda (Cambridge Theatre London)

Absage erst um 16 Uhr: VA Aspects of Love (Southwark Playhouse London, The Large)

 

 

zigzag 300 mit Flic Flac

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Flic Flac Höchststrafe

Beinahe unentdeckt erlebe ich meine 300. Theatervorstellung am 3. Dezember 2016 beim Gastspiel des Zirkus´ Flic Flac in Berlin. Gezeigt wird die Produktion „Höchststrafe – 25 Jahre Flic Flac„, die zum 25. Jubiläums des deutschen Zirkus-Entertainment-Unternehmens am 5. Oktober 2014 im gelb-schwarzen-Zirkuszelt in Oberhausen Premiere hatte. Seit damals wird vielerorts gespielt, jetzt auch in Berlin: vom 20. Oktober 2016 bis zum 8. Januar 2017, was auf den 15. Januar 2017 recht schnell verlängert wurde.
Das Zelt steht zwischen BVG-Bus-Stellplatz und Zoo-Betriebsgebäude, also dem Gelände, wo das Berliner Riesenrad errichtet werden sollte. Die Firma, die das Areal kaufte, gibt es längst nicht mehr.

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Ein Zirkus ganz ohne Tiere und damit ganz nach meinem Geschmack. Dafür viel Abwechslung zwischen den Nummern. Aber auch eine Einbettung in eine Szenerie, denn alles spielt in einer Strafkolonie mit Gefängniskleidung und vielen Gitterstäben im Bühnenhintergrund und bei den Darbietungen. Dazu rockige Livemusik abwechselnd mit untermalendem Symphonicpop beispielsweise bei den Trapeznummern. Plus dem thüringischen „Man of Hellfire“ mit flammenden Auftritten und herrlich „politisch unkorrekter“ Publikumskonversation.

Warum der Zirkus sich dann immer wieder selbst nur auf die zwei Motorräder-Stunts reduziert, leuchtet mir nicht ein. Die Sensationsgeilheit provozieren und dann damit Karten verkaufen als mit einem ausgewogenen Programm mit Akrobaten?flic-flac-hochststrafe-2015-tournee-programmhefttitelbild_

Jedenfalls ein beeindruckender Abend mit großem Können. Ca. 1400 Zuschauer sollen Platz finden im Zelt. Die Sitzreihen sind 33 Zentimeter jeweils erhöht, was trotz der vier Masten eine sehr gute Sicht ermöglicht. Gespielt wird außer am Dienstag, sams- und sonntags zusätzlich auch nachmittags um 16 Uhr. Dazu gibt es tagesaktuelle Angebote bei Hekticket. Aber leider kein richtiges Programmheft, da scheinbar immer wieder einzelne Künstler wechseln.

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Flic Flac Höchststrafe – Tournee