bizarrer Trennungsfrust

Eine Torsten-Fischer-Inszenierung in Berlin zu sehen, ist definitiv ein MUSS. Im Renaissance-Theater Berlin gibt es nun eine Neuinszenierung des alten Frusts von zwei unglücklichen Ehen: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“  Zwar mit Pause geht es nur durch eine Nacht voller Erzählungen und Lügen, Annäherungen und Brüchen. Ein ausgezeichnetes Drama was für mich in der heutigen Zeit seine Bedeutung eingebüßt hat. Natürlich gibt es immer noch Vernunftehen, aber heutzutage geht es um Freiräume, Konsequenzen und mögliche Trennungen.
Klaus Christian Schreiber und Emre Aksizoğlu beeindrucken mich wirklich und nachhaltig in ihrem Spiel und ihren Konfrontationen. Da ist nicht klar, ob in der nächsten Sekunde das Wortgefecht subtiler wird oder in körperlicher Gewalt ausartet. Karla Sengteller gibt eine wache Naive mit all ihren ungelösten Problemen und Simone Thomalla gibt die ziemlich gerade Martha, die einfach unzufrieden ist und ihren Lebensfrust in Alkohol auflöst. Aber bei ihr hätte ich mehr Spiel, Differenzierung und Spontanität gewünscht, denn dass sie Nick (Emre Aksizoğlu) an die Wäsche will, wahr allzu gespielt.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf 20180218 Renaissance Theater - Plakat 3_

Wie immer ist das Renaissance-Theater Berlin dringend zu empfehlen. Leider war das Plakatmotiv online nicht zu finden und dann werde ich wohl extra tagsüber vorm Haus in Charlottenburg fotografieren gehen müssen.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
von Edward Albee (1962) | Deutsch von Alissa und Martin Walser

Premiere am 18. Februar 2018 im Renaissance-Theater Berlin

Regie Torsten Fischer | Ausstattung Herbert Schäfer, Vasilis Triantafillopoulos
Martha: Simone Thomalla | George: Klaus Christian Schreiber | Nick: Emre Aksizoğlu | Süße: Karla Sengteller

Ein Gedanke zu “bizarrer Trennungsfrust

  1. Gerlinde schreibt:

    Simone Thomalla kenne ich nur vom Fernsehen, da finde ich sie IMMER unglaubwürdig (z.B. als Dorfhelferin) oder auch Kommissarin (aber man kann ja ausschalten). Aber vielleicht ist sie ja auf der Theaterbühne etwas besser? Gruß Gerlinde

    Gefällt 1 Person

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