„Paganini“ am Stadttheater Baden (bei Wien) [Premiere 24.01.2015]

Der erste Akt ächzt unter der erdrückend altbackenen Operettenprovinz (spielt in einem Kleinstaat), doch im zweiten Akt kommen neben der Gewitzheit auch die großen Lieder. Doch da Jevgenij Taruntsov als Paganini jegliche Durchschlagskraft in der Höhe fehlt, bleibt es an Monika Rebholz als Fürstin Maria Anna Elisa, die für die vermisste Strahlkraft sorgt. Wunderbar!
Auch nehmen mehr und mehr die ausgezeichneten Choreographien von Mandy Garbrecht Raum (die selbst sehr witzig in einigen Rollen dabei ist). Zum einen überzeugen die 11 Tänzer_innen vom Ballett, aber sie bewegt eben auch geschickt das ganze Ensemble. Da macht Operette Laune und lässt aufhorchen.
Andreas Sauerzapf und Barbara Pöltl wirbeln als Buffopaar, doch zu vieles verpufft. Das liegt eben auch an der puren Inszenierung von Isabella Gregor, die verschämt manche verschmitzte Subtexte zulässt. Sie leistet sich auch einen komplett nebolösen Regisseurinneneinfall mit einer jungen Fürstin, die vielleicht verpasste Sehnsüchte darstellen will. Wer hat das verstanden? Ansonsten ist das so bieder wie es vor 90 Jahren womöglich gar nicht (wahr) war. (Die Uraufführung war am 30.10.1925 in den Roaring Twenties in Wien!).
Musikalisch durch das kleine Orchester eher zart und begleitend. Aber auch hier werden Witz und Spitzen kaum hörbar gemacht.
Eine erlebenswerte Fürstin und zum Leben erweckende Choreographien reißen das Publikum nicht aus dem Operettennebel heraus.

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