38 Fotos aus Poros in Berlin

38 Fotos aus Poros
Oper in drei Akten mit Musik von Georg Friedrich Händel, Libretto nach dem dramma per musica Alessandro nell’Indie von Pietro Metastasio | Nachdichtung aus dem Italienischen von Susanne Felicitas Wolf

Premiere am 16. März 2019 in der Komischen Oper Berlin

Musikalische Leitung: Jörg Halubek | Inszenierung: Harry Kupfer | Bühnenbild: Hans Schavernoch | Kostüme: Yan Tax | Videodesign: Thomas Reimer | Dramaturgie: Simon Berger | Licht: Jürgen Hoffmann
Poros, König eines indischen Reiches: Dominik Köninger | Mahamaya, Königin eines anderen indischen Reiches: Ruzan Mantashyan | Gandharta, Feldherr des Poros: Philipp Meierhöfer | Sir Alexander: Eric Jurenas | Nimbavati, Schwester des Poros: Idunnu Münch | Timagenes: João Fernandes

 

Hashtag verfehlt und versenkt

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#verfehltundversenkt #GWSW

Die Idee sehr gut und nahe liegend: die erfolgreiche, langjährige Theater-Sitcom „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ mit den Weddinger und Berliner Typen fürs rbb-Fernsehen adaptieren. Doch dann dieser erschreckende Offenbarungseid in vierfolgiger Ausfertigung.

Gut ist es, ein paar neue Typen zu etablieren, die neue Geschichten mitbringen. Dann aber auf so viele Bekannte und bekannte Gesichter verzichten? Schlechte Planung. Dann diese ewig langen Szenen, die einfach nur dauern. Original- und auch nun Fernsehautorin Constanze Behrends kann da nichts bringen. Neue Darsteller – nun ja. Manche aber nur in einer Rolle! Was bitte soll denn das? Denn es ist ja gerade das Herausragende, dass die Wenigen alle Rollen spielen. Bühnen-Dauererfolg „Linie 1“ lässt grüßen – wurde bisher nur einmal verfilmt. Und die Handlung ist träge, vorhersehbar und ein Armutszeugnis von Ideen.

Und ein paar Schauspieler, die Bühnenerfahrung aus dem Prime Time Theater im Wedding mitbringen, sind dabei. Aber warum nicht mehr oder alle oder auch fast alle Ehemaligen? Warum diese Kluft zwischen Bühne und Fernsehen? Schwache Leistung in der Besetzung vom rbb.
Dazu noch die grottenschlechte Ausstattung vom rbb in den Innenräumen, wo ich kaum Wedding erkenne, dann so oft Prenzelberg, was ablenkt. Plus die lieblose Kostümierung, die nicht HDTV geeignet zu sein scheint. Das billige Aussehen schlägt sich aufs Erleben aus.

Immerhin gibt es dann in Folge 4 sogar Szenen von Darstellern mit sich doppelt, was ich von Beginn an sehen mochte. Im Fernsehen kann man ja schneiden, was im Theater eben nicht geht. Und dann wird diese Möglichkeit fast hundertprozentig verschenkt.
Überhaupt ist das Schnitttempo eine Schnecke. Auch viel zu wenig Einblendungen von Referenzen und Parallelszenen. Alles nur schlecht.
Und gerade dann, wenn die Figuren überrascht in die Kamera schauen, dann wird es wieder witzig. Wie auch die eingestreuten Interviews. Vielleicht besser nur Interviews machen und die Spielszenen weglassen?

Gutes Wedding, schlechte Grundlagen in Buch, Filmen und Ausstattung. Die Darsteller strahlen amateurhaftes Spielen aus, obwohl sie erfahrene Schauspieler sind. Da hat das rbb nichts riskiert und alles verloren. Gutes Wedding, schlechte Werbung fürs Theater.

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Gutes Wedding, schlechtes Wedding – im rbb

„Gutes Wedding, schlechtes Wedding“

4 Ausgaben im rbb Fernsehen
27.12.16 – Folge 1 – Die mit der Pärchenwurst um 22:15 Uhr
28.12.16 – Folge 2 – Die mit dem Hackfleischkatapult um 22:15 Uhr
29.12.16 – Folge 3 – Die mit dem #fleischsalat um 22:15 Uhr
30.12.16 – Folge 4 – Die mit dem Geburtstagdöner um 22:00 Uhr

Darsteller und ihre Rollen:
Constanze Behrends: Ulla, Penelope | Katharina Bertus: Kathrin, Lucy, Schwester Silke | Cynthia Buchheim: Ratte (Ullas Tochter), Theresa, Renate | Julia Franzke: Kiezschlampe Sabrina, Lore | Marcel Glauche: Tömle, Orkan | Stephan Grossmann: Schuldirektor | Marcel Mann: Comic-Nerd Max | Chris Tall: Casper | Daniel Zimmermann: Üwele, Ahmed, Kommissar Hermann Schneider, Taifun
sowie Sabine Kaack: Penelopes Adoptivmutter und Carl Heinz Choynski: Opa