Sehen wie Mapplethorpe

Schon in den ersten Sätzen der Dokumentation „Mapplethorpe“ fallen die beschreibenen Worte: Fotograf, Kunst, Homosexualität, Nackheit, Dämon, kontrovers.
Vorangestellt sind die Sätze der Ankläger, die in den 1990er Jahren eine Retrospektive seine Arbeiten einer schon vorher in den USA gezeigten Ausstellung verhindern wollten – erfolglos.
Der Film selbst geht von der beginnenden Auswahl für eine Doppelausstellung seiner der Robert Mapplethorpe Fotographien aus und skizziert im zeitlichen Ablauf die Stationen seines Lebens – über seinen Tod hinaus. Die beiden Filmemacher Randy Barbato und Fenton Bailey machen das mit Bewunderung, Verehrung und Distanz. Sie versuchen auch den Humor zu entdecken, besonders wenn die beiden glatzköpfigen Modelle erzählen, dass ihre Anordnung auf dem Bild schlicht Gründe in der Größe statt konzeptionelle Aussage hat.
Die teilweise heute noch pornografischen Fotos – und auch die, die diese Bezeichnung längst verloren haben – werden geschickt eingebunden und gezeigt. Mit Nähe, Distanz und Lust.
Ein sehr gelungener Dokumentarfilm, der den Provokateur und Manipulateur facettenreich vorstellt. Ein spannender Blick zurück in die Nahe Vergangenheit.
Am 4. November 2016 – einen Tag nach dem deutschen Kinostart – hätte Robert Mapplethorpe seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Mapplethorpe: Look at the pictures
Dokumentarfilm
Kinostart: 3. November 2016
Verleih: Koolfilm
Regie: Randy Barbato und Fenton Bailey

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