Lohne weitaus mehr als lohnend

In The Heights 20160528 Gymnasium Lohne - Musical AG Lohne - Logo DE_

Lohne zwischen Oldenburg und Osnabrück hat eine der wichtigsten Musical-AGs Deutschlands. Am 28. Mai 2016 hatte das 22. Abendmusical Premiere in der Aula des Gymnasiums: „In the Heights“. Die zehn geplanten Vorstellungen reichen nicht für die Kartennachfrage und zwei zusätzliche Aufführungen werden in der 500-Plätze-Aula angeboten.

Die Inszenierung der beiden Lehrer Rainer Eschner und Stefan Middendorf lotet gekonnt das Musical von Lin-Manuel Miranda und Quiara Alegría Hudes (in der deutschen Fassung von Laura Friedrich Tejero) aus, flüssig und geschickt organisiert, mit feinem Humor und auch vergrößerten Szenen für das große Schülerensemble. Die Besetzung der großen Rollen bezeichne ich teilweise als exzellent. Was für Talente und Können! Und Wissen um das, was die jungen Leute da darstellen. Natürlich – und nicht verwunderlich – ist die Besetzung der Erwachsenen grenzwertig, was vor allem Oma Claudia, Vater Kevin und Mutter Camila betrifft. Letztere kann aber perfekt mit ihrer Tochter streiten und sich durchsetzen.In The Heights 20160528 Gymnasium Lohne - Musical AG Lohne - Flyer_

Doch die jungen Menschen, teilweise nicht mehr Schüler des Gymnasiums, sind einfach großartig, was über alles unpassende hinweg sehen lässt. Sie sind schauspielerisch stark, durch die Bank weg alle musikalisch top und zeigen viel tänzerisches Können. Was für eine Qualität! Was wohl vor allem an der Förderung durch die erfahrene Leitung der Musical-AG liegt. Hanna Kröger bezauberte mich als suchende Nina, die ihren Studienrauswurf beichten muss. Niklas Rönker gibt einen vielfältig umwerfenden Benny, der das Herz von Nina gewinnt. Johannes Vallo bringt als Usnavi gleich im Prolog das Publikum voll auf seine Seite.
Alle Rollen sind doppelt besetzt. Auch die vielen Männerrollen wurden abgesichert, es gibt dafür aber eine weibliche Getränkeverkäuferin. Waren da 42 Darsteller am Abend auf der Bühne?

Musikalisch leitet Peter Krebs wieder sein Orchester aus Schülern und Gästen. Mit fünf Saxophonen, fünf Schlagwerkern, fünf Keyboardern usw. luxuriös besetzt. Das hat Farben, Rhythmus und Kraft. Doch das besondere: die Darsteller, die alle mit Microports verstärkt werden, haben in der übersichtlichen Aula nicht das Bedürfnis, alles zu überschreien. Was da an Farben und Unterschiede möglich ist – großartig.

Die Einheitsbühne besteht vor allem aus Wänden mit Rollläden. Dazu noch flinke Ergänzungen und Umbauten – wunderbar. Das Graffiti am Schluss hätte aber präsenter sein können.

Und das wunderbar gestaltete, gebundene Programmheft mit vielen Informationen und Listen und extrem zahlreichen Bildern gibt es gratis dazu! Dank der zahlreichen Partner ist so etwas eben möglich. Bravo!

Bei diesem exzellenten Stück konnte in Lohne wohl nichts schief gehen. Wie wunderbar zu erleben, wenn unter professioneller Leitung professionelle Musicals das Publikum mehr als begeistern. Die Musical-AG des Gymnasiums Lohne ist eben ganz weit oben (nicht geografisch gemeint). Hoffentlich noch ganz viele weitere Produktionen.
(Wem mal die Augen ausfallen mögen, der kann gerne die Produktionsgeschichte der AG nachlesen…)

 

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