Verlangen vermitteln – The Go-Between

6 Männer, 3 Frauen, 2 Kinder und ein Mann am Flügel – mehr braucht es nicht für ein außergewöhnlich gutes, feines Musical in einem der kleineren Theater, dem Apollo an der Shaftesbury Avenue. Das hat momentan nur 3 Ebenen und nicht den oberen Rang, da der ja eingestürzt war. Oben ist eine bemalte Platte aufgelegt …
Dass das neue Musical „The Go-Between“ nach der alten Erzählung beim Vergnügungspublikum nicht sonderlich zu vermarkten ist, liegt auf der Hand. Aber es ist so ähnlich dem, was in Deutschland von einem Stadttheater mit Opernensemble geboten werden kann. Ein Raum für eine große Rückblende. Ein älterer Mann schaut auf drei Wochen Ferien vor seinem 13. Geburtstag zurück, wo er als Postbote (oder Merkur) Briefe zwischen zwei nicht standesgemäß Liebenden hin und her brachte.
Michael Crawford als Name und Star der Produktion gibt den in sein Tagebuch zurück schauenden Leo Colston an der Seite des jungen, großartigen Luka Green (der sich die Rolle des Leo und die acht Vorstellungen die Woche mit nur zwei weiteren teilt). Auch das weitere Ensemble ist exzellent. Eine große Freude und Überraschung.
Der Mittler bzw. „The Go-Between“ kann vielleicht nicht von der Neuköllner Oper in Berlin gebracht werden, aber könnte Platz finden in der Tischlerei der Deutschen Oper. Einfach nach der Spielzeit bis 13. Oktober 2016 dort abholen und übernehmen. So wunderbare Künstler sind auch in Deutschland zu finden.

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