Volksoper versenkt Venedig in einer Nacht

Eintrittskarte gekauft und einen Abend lang über Regisseurtheater geärgert. Hinrich Horstkotte wollte die Operette „Eine Nacht in Venedig“ versenken, was ihm komplett gelang. Nicht nur der zweite Akt irgendwie im Palast unter Wasser und der dritte dann die Stadt teils Versunken in den Wogen der Wellen. Im ersten Akt laufen ständig alle durch die Kanäle hindurch, wo behauptet wird, dass da Gondeln drin schwimmen können. Da helfen auch keine Rokoko-Kostüme, wenn der Inhalt zusammengerührt wird.

Und bis auf Mara Mastalir als Annina waren alle meistens einfach nicht zu verstehen. Das Orchester war einfach zu laut und zu präsent, obwohl das sehr differenziert zur Ouvertüre noch gut geklungen hat. Lorenz C. Aichner dirigierte. Doch danach habe ich mir eine komplette Verstärkung der Sänger mit Mikroports dringend gewünscht – es geht doch bei der Geschichte um was!Nacht in Venedig 20160314 Volksoper Wien - Plakat_

Ebenso ärgerlich die englischen Übertitel an der Volksoper. Ich lese die ganze Zeit Englisch mit, obwohl sie Deutsch singen!? Was soll dieser Blödsinn? Denn in der kruden Inszenierung vermittelt sich der Inhalt nicht durch die Szene und die Worte versteht man schlecht. Also dann mitlesen und ständig zurück übersetzen. Es ist DRINGEND geboten, dass an der Volksoper Wien zweisprachig übertitelt wird.

Der spannendste Moment war dann als Senator Delacqua auf seinen Balkon tritt, auf dem zuvor auch schon seine Frau stand, und dieser dann um einige Zentimeter nach vorne abkippt. Nichts weiter passiert. War bestimmt so aber nicht gedacht. Oder sollte das schon aufs Versinken deuten? Alles andere blieb dann – bis auf Annina – unter dem Wasserspiegel.

„Eine Nacht in Venedig“
Operette mit Musik von Johann Strauß, Libretto von Camillo Walzel (Pseudonym: Friedrich Zell) und Richard Genée
Premiere am 14. Dezember 2013 an der Volksoper Wien, Wiederaufnahme am 29. Jänner 2016

Regie, Bühnenbild und Kostüme: Hinrich Horstkotte | Dirigent: Alfred Eschwé / Lorenz C. Aichner | Choreinstudierung: Holger Kristen | Choreographische Mitarbeit: Florian Hurler | Fassung: Helene Sommer und Hinrich Horstkotte | Abendspielleitung: Angela Schweiger

Guido, Herzog von Urbino: Mehrzad Montazeri / Vincent Schirrmacher | Bartolomeo Delacqua, Senator von Venedig: Wolfgang Hübsch | Stefano Barbaruccio, Senator von Venedig: Gerhard Ernst / Gernot Kranner | Giorgio Testaccio, Senator von Venedig: Franz Suhrada | Barbara, Delacquas Frau: Manuela Leonhartsberger | Agricola, Barbaruccios Frau: Sulie Girardi / Regula Rosin | Constantia, Testaccios Frau: Susanne Litschauer | Annina, Fischerstochter: Mara Mastalir / Beate Ritter | Caramello, des Herzogs Leibbarbier: Alexander Pinderak / Jörg Schneider | Pappacoda, Makkaronikoch: Christian Drescher / Roman Martin | Ciboletta, Köchin bei Delacqua: Claudia Goebl / Elisabeth Schwarz | Enrico Piselli, Delacquas Neffe: Martin Fischerauer

Nacht in Vendig - Besuch in den Kostümwerkstätten - Volksoper Wien - Hinrich Horstkotte

Hinrich Horstkotte ist verantwortlich für Regie, Bühnenbild und Kostüme bei „Eine Nacht in Venedig“ an der Volksoper Wien

 

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