Sondheim vom Feinsten

„Road Show“ ist trotz oder gerade wegen seiner ständigen Veränderungen ein grandioses Musical über das Leben zweier ungleicher Brüder. Nach 5 Jahren nun die erste Neuinszenierung quasi um zwei Ecken herum im Londoner Stadtteil Southwark. 100 Minuten Spannung – ein Weg der Verheißung (und dicht am Komponisten-Wald entlang).
Vielleicht hat Sondheim viel Persönliches hinein gesteckt? Jedenfalls kommen zwei der schönsten Liebeslieder der Musicalgeschichte hintereinander am Ende vom 2. Akt.
Und ganz am Ende braucht Regisseur Phil Willmott und sein 15er Ensemble nur 40 Sekunden, um großes Regietheater zu sein. Denn der Bogen zur Immobilienspekulation wird ins Heute geschlagen – zu den Luxuswohnungen schräg gegenüber des Union Theatres. Und der Verlust an kreativen Orten droht merkbar.
Ansonsten ist im Spiel der Vater auch der erzählende, alte Addison Meisner, der immer präsent an der alten Schreibmaschine sitzt. Addisons Männerbekanntschaften werden schon in seinen Wanderjahren thematisiert und seine (erfundene) Beziehnung zu Hollis erst entwickelt. Großartig. Ansonsten wird auf Spielrequisiten verzichtet, was bei einer ansonsten historischen Umgebung mir merkwürdig erscheint. Ein großer, durchleuchtbarer Spiegel dient als zweite Spielebene. Ein Schlagzeug, eine Violine und einer am Klavier. 54 Plätze im Union Theatre im Bahnbogen. Immer ausverkauft bei Sondheim!

 

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