Im Vierviertel rummotzen wie ein American Idiot

Eine Generation geprägt von 9/11 mit Angst, Aussichtslosigkeit und Ausdruckslosigkeit. Wer braucht solche Menschen, die nur rebellieren und rummotzen, nicht reflektieren, dann ganz überrascht sind, dass in den Krieg ziehen Opfer fordert und Drogenkonsum mit der Physis bezahlt wird. Welch Überraschung.
Jetzt hat es das Musical „American Idiot“ von New York in einer neuen Inszenierung nach London ins Art Theatre im West End geschafft. Dort ab 15. Juli zu sehen und ein großer Erfolg, der schon wieder verlängert wurde. Aktuell bis 22. November 2015 stehen die 11 Darsteller auf der Bühne.
Rockmusik der Band Green Day’s immer im Vierviertel. Wie einfallslos – wie das ganze Stück. Wo sich das Leben der drei Freunde trennt und jeder eine anderen Weg einschlägt. Doch Freiheit und Drogenrausch als Ziel? Familie bedeutet Verantwortung? Kriegseinsatz führt zur Beinamputation und Fiebertraum? Letzteres ist neben der Verbeugung, wo alle 11 mit Gitarren auf der Bühne sind, die einzige interessante, weil eben reflektierende Szene. Die Krankenschwester a la Spinnenfrau – hier Schmetterling – der hilft, die Aggression über die Situation herauszulassen.
100 pausenlose Minuten viel zu laut und rebellisch ohne Ziel. Am Schluss weiß er, dass er zuviele Worte gemacht hat wie ein Idiot. Nun ja. Da er nicht über die Gesellschaft und das Sein gesprochen und gesungen hat: recht hat er.

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