Munical statt Musical – Bussi eher für’s Bussi-Ensemble

Bussi - Das Munical 20150704 Reithalle München - LogoDer fiktiven Münchner 1980er Diskothek Bussi voller Schickeria und Drogen wird mit Liedern der Neuen Deutsche Welle ein einseitiges Denkmal gesetzt. 11 Mal ausverkauft in der Reithalle München mit viel PR. Überraschend wird die schlaue Idee zur universellen Zeiterinnerung, die nicht an München gebunden ist. Doch Buch und Regie von Thomas Hermanns schwächeln mächtig. Gelungen noch der Beginn, wo die Zuschauer zusammen mit den Darstellern zunächst am Türsteher um Einlass ringen müssen. Gleich ist man mittendrin – was sich dann Stück für Stück mit Liedern angereichert lustlos und uninspiriert erzählt. Die einzige Stehszene mit der bayrischen Marianne Sägebrecht als rettende Botin Bavaria Toleranta entrinnt knapp oberbayrischer Peinlichkeit.

Das vom Gärtnerplatztheater extra engagierte exzellente Musicalensemble wird vom klein besetzten Hauschor verstärkt. Dabei liefert Enrico De Pieri die interessanteste Bühnenfigur – die dankbar nörgelnde Transe Heli. Charakterliche Entwicklungen schaffen auch Benjamin Sommerfeld als neugieriger Student Ritchie und selbst Sabrina Weckerlin als abgeklärte Bussi-Barfrau Stella gefällt mir einmal auf der Bühne.

Die Tongestaltung in dem frei einrichtbaren Hallenraum ist außerordentlich gut, die neuen Arrangements (Andreas Kowalewitz) sind hervorzuheben. Doch das exzellente Ensemble kann Buch und Regie leider nicht komplett vergessen lassen.

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