Das MUSS man sehen: „Die Zauberflöte“ aus Spanien

Zauberflöte - La Flauta mágica 20150711 Neuköllner Oper Berlin - Besetzung60 Minuten mit sechs Darstellern, die singen, spielen und a-capella intonieren. Nicht umsonst ist die spanisch/katalanische Produktion „La Flauta Mágica“ von der Compagnia Dei Furbi mit dem „Premio Max 2014“ ausgezeichnet worden. Das beginnt schon mit einer fast ungestrichenen Ouvertüre für sechs Stimmen, die schon viel Spielfreude, Lust und Musikalität zeigt. Ohne das ein Dirigent ordnet oder sie sich einfach sehen können. Sie spüren und hören sich. Dann folgt die komplette Oper – „leicht“ gekürzt – mit allem, was dazu gehört. Da sie nur zu sechst sind, gibt es Doppelrollen und Crossdressing.

Auf dunkler, fast leerer Bühne machen die Szenen der Königin der Nacht (sie ist auch Papagena) und im Tempel gefangen zu sein, einfach Sinn. Einen begehbaren Schrank und eine multifunktionale Gardine gibt es noch. Der Rest ist ein unglaubliches Tempo, was sich nicht von Mozarts pathetischen Schmachten anstecken lässt. Kein Orchester, keine Tonzuspielungen – nur das Spiel mit den Tönen, Haltungen, Situationen. Zauberflöte - La Flauta mágica 20150711 Neuköllner Oper Berlin - PostkarteDas macht Sinn und die „Zauberflöte“ wird zur Liebesgeschichte im Hintergrund einer Machtprobe. Mit einer starken, hinterfragenden Pamina, einem witzigen Papageno, einem schmucken Prinzen und und und …

Ein Glück, dass in Berlins viertem Opernhaus eine vierte Version gastiert. Sie ist gegenüber den letzten Neuköllner Opern und den leidlich bedeutungsschwangeren Koproduktionen zur Abwechslung einfach mal zu empfehlen. Hoffentlich steckt soviel Kreativität weitere Macher dort an. Anzuraten ist es.

Als Zugabe erneut die Ouvertüre. Von mir aus hätten sie gleich alles noch einmal spielen können …

Zauberflöte - La Flauta mágica 20150711 Neuköllner Oper Berlin - Banner mit PremierendatumLa Flauta Mágica – Die Zauberflöte
Von Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder
Gastspiel: 14 x vom 11.7. bis 2.8.2015 in der Neuköllner Oper Berlin, Produktion der Compagnia Dei Furbi, Barcelona (Übertitel in deutscher Sprache)
Inszenierung: Gemma Beltran / Musikalische Leitung: David Costa / Arrangements: Paco Viciana / Bühne und Kostüm: Ramon Ivars, Oscar Merino, Gemma Beltran sowie Elisa Echegaray und Maria Albadalejo

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